Schweiz für Asylsteller weniger interessant

Die Asylanträge in den 44 Industriestaaten der Welt haben im letzten Jahr um fast ein Drittel zugenommen. Grund dafür sei in erster Linie der Konflikt in Syrien. Trotz der internationalen Zunahme hat die Anzahl der Asylanträge in der Schweiz um ein Viertel abgenommen.

Die Asylanträge in den 44 als industrialisiert geltenden Staaten haben im letzten Jahr stark zugenommen. Das geht aus dem globalen Asylbericht 2013 des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) hervor. Grund ist vor allem der Konflikt in Syrien.

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Meiste Asylgesuche

2012 wurde aus folgenden Ländern am meisten ausgewandert:

1. Syrien
2. Russland
3. Afghanistan
4. Irak
5. Serbien

2013 haben 612'700 Personen einen Asylantrag in den industrialisierten Staaten gestellt und damit 28 Prozent mehr als 2012. Die Zahl ist damit so hoch wie seit 2001 nicht mehr, wie es in dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht heisst. Am stärksten war der Anstieg in den 38 europäischen Ländern mit 484'600 Anträgen – das sind 32 Prozent mehr als im Vorjahr.

Eine der wichtigsten Ursachen sei die Vertreibung von immer mehr Menschen durch den Krieg in Syrien, erklärte der UNO-Hochkommissar für Flüchtlinge, António Guterres. Die Zahl der Asylanträge von Syrerinnen und Syrern hat sich in einem Jahr um 123 Prozent auf 56'351 erhöht.

Schweden und Deutschland am beliebtesten

Die meisten von ihnen stellten das Asylgesuch in Schweden, nämlich 16'300, und in Deutschland (11'900). In beiden Ländern gibt es bereits grosse syrische Gemeinschaften.

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Hier wird eingewandert

Die meisten Asylgesuche wurden im vergangenen Jahr laut dem UNHCR-Bericht in einem europäischen Land gestellt.

1. Deutschland
2. USA
3. Frankreich
4. Schweden
5. Türkei
6. Grossbritannien
7. Italien
8. Österreich
9. Schweiz
10. Ungarn

Der UNHCR-Direktor für internationalen Flüchtlingsschutz, Volker Türk, relativierte jedoch die Bedeutung dieses Ansturms. Massiv mehr, nämlich 2,6 Millionen syrische Flüchtlinge befänden sich in den Nachbarländern Syriens.

Nach den syrischen Flüchtlingen suchen am meisten Russinnen und Russen Asyl in den industrialisierten Staaten. Sie stellten im letzten Jahr 39'779 Anträge, das sind 76 Prozent mehr als im Vorjahr. Sehr oft kamen die Antragsteller aus Tschetschenien.

Weniger Asylanträge in der Schweiz

Die Schweiz ist zusammen mit Belgien, Kanada, Griechenland und Rumänien eines der wenigen Aufnahmeländer, welches signifikant weniger Asylanträge registrierte – nämlich rund 25 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit liegt die Schweiz in der Statistik auf dem neunten Platz der Aufnahmeländer.

Die Asylanträge, welche in der Schweiz eingehen, machen nur drei Prozent aller Gesuche in den industrialisierten Ländern aus; letztes Jahr waren es noch fünf Prozent.

Asylgesuche seit 2000

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Ein Viertel weniger Asylgesuche

    Aus Tagesschau vom 24.1.2014

    In der Schweiz wurden 2013 rund 20000 Asylgesuche gestellt, das ist ein Viertel weniger als im Vorjahr. Am meisten Gesuchsteller kamen erneut aus Eritrea, an zweiter Stelle kommt Syrien als Herkunftsland.