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Kleine Tsunamiwellen Schweres Erdbeben in Mexiko fordert über 60 Todesopfer

Legende: Video Schweres Erdbeben für Mexikos Küste abspielen. Laufzeit 01:57 Minuten.
Aus Tagesschau vom 08.09.2017.
  • Ein schweres Erdbeben der Stärke 8,2 vor der Pazifikküste hat Mexiko kurz vor Mitternacht (Ortszeit) erschüttert.
  • Mehr als 60 Menschen kamen ums Leben, über 200 wurden verletzt. Es werden weitere Opfer befürchtet.
  • Laut zuständigem Tsunami-Warnzentrum löste das Beben kleinere Tsunamiwellen von
    bis zu 70 Zentimeter Höhe aus.
  • Das Epizentrum befand sich im Pazifik, 137 Kilometer südwestlich von Tonalá im Bundesstaat Chiapas in 19 Kilometern Meerestiefe.
  • Es kam bis jetzt zu mindestens 185 Nachbeben, das stärkste mit einer Magnitude von 6,1. Präsident Peña Nieto sagte, es seien Nachbeben bis zu einer Stärke von 7,0 möglich.

Rund 50 Millionen Menschen spürten die heftigen Erdstösse. «Es ist das stärkste Erdbeben innerhalb eines Jahrhunderts», sagte Mexikos Staatspräsident Enrique Peña Nieto.

Mindestens 45 Menschen seien allein im Bundesstaat Oaxaca ums Leben gekommen, teilte der Leiter des Zivilschutzes, Luis Felipe Puente, mit. Es gab mindestens 200 Verletzte, rund 1800 Soldaten wurden in die Katastrophenregion geschickt, sagte Peña Nieto, der zuvor rasche Notfallmassnahmen angekündigt hatte.

Im Bundesstaat Tabasco starb ein Baby, weil ein Beatmungsgerät im Spital wegen eines Stromausfalls nicht mehr funktionierte, ein weiteres Kind wurde beim Einsturz einer Mauer getötet, wie der dortige Gouverneur Arturo Núñez mitteilte.

Legende: Das Erdbeben ereignete sich 123 km südwestlich von Pijijiapan im Pazifik. SRF

Am schlimmsten wurde bisher die Stadt Juchitán im Bundesstaat Oaxaca getroffen, wo 17 Menschen starben. Dort stürzte auch ein Teil des Rathauses ein. Nach Angaben lokaler Medien stürzte in der Stadt Matías Romero im selben Bundesstaat ein Hotel ein. Auch aus anderen Städten wurden Bilder eingestürzter Gebäude und von Autos verbreitet, die von Steinbergen begraben wurden.

Stärkstes Beben in der Geschichte

Das Epizentrum des Erdbebens mit einer Stärke von 8,2 lag im Pazifik vor der Küste im Südosten Mexikos. Das Beben ereignete sich in rund 19 Kilometern Tiefe. Das Seismologische Institut hatte zunächst eine Stärke von 8,4 ermittelt. Beide Werte wären die bisher stärksten gemessenen Werte in Mexiko.

Die Erdstösse waren auch in der rund tausend Kilometer entfernten Hauptstadt Mexiko-Stadt sowie in anderen Bundesstaaten zu spüren. In der Hauptstadt zerbrachen Fenster im Flughafen. Viele Menschen rannten in ihren Schlafanzügen auf die Strasse. Die Elektrizitätswerke meldeten zahlreiche Stromausfälle. Alarmsignale waren zu hören. Das Beben ereignete sich kurz vor Mitternacht (Ortszeit). Auch in Guatemala war das Beben stark zu spüren und hatte dort eine Stärke von 7,7.

Kleinere Tsunamiwellen ausgelöst

In Chiapas und im Bundesstaat Oaxaca riefen die Behörden die Bewohner in Küstennähe dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen, da zunächst mit einem Tsunami gerechnet werden musste. Die Tsunamiwarnung umfasste auch mehrere Staaten in Mittelamerika und Ecuador in Südamerika. Die zunächst befürchteten über vier Meter hohen Wellen blieben aber zum Glück aus.

Die Bewohner von Puerto Madero, einem Hafenort in der Nähe der Grenze zu Guatemala, seien wegen der Tsunamigefahr vorsichtshalber in Sicherheit gebracht worden, teilte die Zivilschutzbehörde von Chiapas mit.

Videos auf Twitter zeigen das Beben am späten Donnerstagabend (Ortszeit).

Die schlimmsten Erdbeben der vergangenen Jahrzehnte

September
2017
MexikoBeim Erdbeben der Stärke 8,2 sterben im Süden Mexikos laut aktuellsten Angaben 58 Menschen.
August
2016
ItalienFast 300 Menschen kommen bei einem Beben der Stärke 6,2 in Bergdörfern in Mittelitalien ums Leben.
April
2016
EcuadorBei einem Erdbeben der Stärke 7,8 sterben 673 Menschen.
Februar
2016
TaiwanMehr als hundert Menschen kommen bei einem Erdbeben der Stärke 6,4 ums Leben.
April
2015

NepalEin Beben der Stärke 7,8 reisst fast 8900 Menschen in dem Himalayastaat in den Tod.
August
2012

IranZwei Erdbeben der Stärken 6,3 und 6,4 erschüttern das Land nahe der Stadt Tabris. Rund 300 Menschen sterben.
März
2011

JapanEin Beben der Stärke 9,0 erschüttert die Nordostküste Japans und löst einen gigantischen Tsunami aus. Knapp 18'900 Menschen sterben. Im Atomkraftwerk Fukushima kommt es zur Kernschmelze.
Oktober
2011

TürkeiBei einem Erdbeben der Stärke 7,2 in der Osttürkei kommen mehr als 600 Menschen ums Leben.
April
2010

ChinaIn der nordwestlichen Provinz Qinghai ereignet sich ein Beben der Stärke 6,9. Rund 3000 Menschen sterben oder gelten als vermisst.
Januar
2010

HaitiDer Karibikstaat wird von einem Beben der Stärke 7,0 getroffen. Zwischen 250'000 und 300'000 Menschen kommen ums Leben.
Mai
2008

ChinaMehr als 87'000 Menschen sterben oder gelten als vermisst, nachdem ein Erdstoss der Stärke 8,0 die südwestliche Provinz Sichuan erschüttert.
Mai
2006

IndonesienIn der Region Yogyakarta kommen rund 6000 Menschen bei einem Erdbeben der Stärke 6,2 ums Leben.
Oktober
2005

PakistanIm Nordwesten Pakistans ereignet sich ein Erdbeben der Stärke 7,6. Mehr als 75'000 Menschen sterben.
März
2005

IndonesienAuf der Insel Nias vor Sumatra sterben 900 Menschen bei einem Beben der Stärke 8,6.
Dezember
2004

Indischer OzeanVor der Küste Sumatras ereignet sich ein Seebeben der Stärke 9,1. Durch einen verheerenden Tsunami kommen in zahlreichen Anrainerstaaten 220'000 Menschen ums Leben, davon 168'000 in Indonesien.
Dezember
2003

IranBei einem Beben der Stärke 6,7 in Bam werden mindestens 31'884 Menschen getötet.
Januar
2001

IndienIm westlichen Bundesstaat Gujarat sterben 25'000 Menschen bei einem Erdbeben der Stärke 7,7.
Januar
1995

JapanIn Kobe kommen mehr als 6400 Menschen ums Leben, als ein Beben der Stärke 7,2 die Region erschüttert.
September
1993

IndienDer westliche Bundesstaat Maharashtra wird von einem Erdstoss der Stärke 6,3 erschüttert. Rund 7600 Menschen sterben.
Oktober
1991

IndienEine Stärke von 6,6 hat das Erdbeben, das im Bundesstaat Uttar Pradesh 768 Menschen das Leben kostet.
August
1988

NepalIm Osten des Landes ereignet sich ein Erdbeben der Stärke 6,8. In Nepal sterben 721 Menschen, im benachbarten indischen Bundesstaat Bihar mindestens 277.
Juli
1976

ChinaIn der nördlichen Provinz Hebei ereignet sich ein Beben der Stärke 7,8. Die Zahl der Toten wird von den Behörden offiziell mit 242'000 angegeben, im Westen ist dagegen vielfach von einer höheren Opferzahl die Rede.

Auch in Guatemala spürbar

Nach dem Erdbeben werden auch im Nachbarland Guatemala Schäden befürchtet. Präsident Jimmy Morales sagte, dass man sich einen Überblick verschaffe. Den Behörden zufolge hatte das Beben in Guatemala eine Stärke von 7,7.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Esther Siefert (E.S. (parteilos))
    ...die Erde spielt verrückt - als ob sie uns zeigen wollte, dass sie stärker ist, als alle hausgemachten Kriege, Zerstörungen und Händel auf dieser Welt Wir sollten uns endlich darauf besinnen, dass es Wichtigeres und Sinnvolleres gibt, als sich gegenseitig zu zerstören...
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  • Kommentar von Andrea Esslinger (weiterdenken)
    Liebes SRF, bitte durchlesen vor dem Posten. "In Chiapas sind zwei mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen".
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    1. Antwort von SRF News
      Guten Tag, herzlichen Dank für den Hinweis, wir haben das angepasst. Beste Grüsse, SRF News
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  • Kommentar von Thomas Käppeli (thkaepp)
    Schrieb ich doch erst vor wenigen Stunden zu Hamsterkäufen/Vorratshaltung und Schadensminderung bei angekündigten Stürmen vs. plötzlicher Erdbeben. Vor wenigen Minuten verliessen wir unsere Bleibe blitzartig, als es im Gemäuer bedenklich knirschte und alles wackelte. Ausser Nervosität, alles OK. Strom/Wasser und Internet noch vorhanden. Ein Beben (gem. INSIVUMEH) von 7.7 auf der Richterskala an der Subduktionszone vor der Pazifikküste Mexikos. Wow, SRF-Berichterstattung ist wirklich schnell!
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