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International Sechseinhalb Jahre Haft für Ex-Waffenlobbyist Schreiber

Der Ex-Waffenlobbyist Karlheinz Schreiber ist im deutschen Augsburg zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht befand ihn der Steuerhinterziehung in sechs Fällen für schuldig. Schreiber selbst sieht das anders und will das Urteil anfechten

Der Ex-Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber soll für sechseinhalb Jahren hinter Gitter. Grund: Laut Augsburger Landgericht hat er Steuern in der Höhe von 9,7 Millionen Euro hinterzogen.

Das Verfahren wegen Bestechung des Rüstungsstaatssekretärs Ludwig-Holger Pfahls stellte das Landgericht hingegen ein. Das Delikt sei eindeutig verjährt, sagte die Vorsitzende Richterin Frauke Linschmann. Dies kritisiert Inland-Redaktionsleiter der Süddeutschen Zeitung, Heribert Prantl. Das Urteil entspreche nicht der Realität, wenn er nicht noch wegen Bestechung verurteilt werde, erklärte Prantl zu Radio SRF 4 News. «Dieser Schuld wird das Urteil nicht gerecht.»

Pfahls hatte gestanden, vom 76-jährigen Schreiber rund zwei Millionen Euro Schmiergeld erhalten und nicht versteuert zu haben. Auch dieser wurde verurteilt.

Schreiber zieht Urteil weiter

Den Vorwurf der Steuerhinterziehung wollte Schreiber nicht auf sich sitzen lassen und kündigte an, das Urteil beim Bundesgerichtshof anzufechten. Seine Verteidiger hatten Freispruch für den 79-Jährigen gefordert. Die Staatsanwaltschaft hatte zehn Jahre und drei Monate Haft wegen Steuerhinterziehung und Bestechung beantragt.

Ob es der letzte oder vorletzte Schlussstrich in dem Skandal sei, sei letztendlich egal, so Prantl. Es gäbe noch viele weisse Flecken in diesem ganzen Skandal.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von kari huber, surin
    Vielleicht stirbt er ja bald und muss die wenigen Jahre nicht absitzen. Der wahre Skandal ist, dass es so lange dauerte, bis ein Urteil rechtskräftig wurde. Wer Kohle hat, kann halt in einem Rechtsstaat, der die Unschuldsvermutung teilweise ad absurdum führt, fast unendlich lange prozessieren. Falsch ist aber, dass Kohl ungeschoren davon kam. Das ist auch so ein Nebeneffekt dieses Systems.
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    1. Antwort von Marcel Chauvet, Weißenstadt
      Das hier ist das 2. Urteil. 1. Urteil: 8 Jahre, Schreiber "saß" bereits, wurde wegen eines im Gefängnis erlittenen Herzinfarktes letzten Jahres in Hausarrest entlassen. Der Prozess musste wegen Verfahrensmängel nach einem Beschluss des Bundesgerichtshofes neu aufgerollt werden.Man wirft ihm kriminelle Energie vor, weil er seine Einnahmen in einem undurchsichtigen Geflecht von Firmen unter anderem in Panama und mit Tarnkonten in der Schweiz und Liechtenstein bewusst vor dem Fiskus versteckt habe.
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