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Putin-Gegner verhaftet «Seine Anhänger mögen Nawalny für den kompromisslosen Stil»

Putins Erzfeind hat zum Protest aufgerufen und Tausende kamen. Doch die Polizei schlug brutal zurück, wie David Nauer beobachtet hat.

Porträtaufnahme von Nauer
Legende: David Nauer ist SRF-Russlandkorrespondent. Zuvor schrieb er für den «Tages-Anzeiger», erst aus Moskau dann aus Berlin. SRF

SRF News: Sie waren an der Demonstration in Moskau dabei. Was ist passiert?

David Nauer: Es war eigentlich keine richtige Demonstration geplant gewesen, sondern eher ein Massenspaziergang im Zentrum Moskaus, wo gleichzeitig ein Volksfest stattfand. Das führte zu chaotischen Szenen. Als am Fest plötzlich ganz viele Leute auftauchten, wusste die Polizei nicht, ob es sich um normale Besucher oder um Demonstrierende handelt. Das klärte sich erst, als die Leute Parolen zu rufen begannen. Es herrschte den ganzen Nachmittag ein ziemliches Durcheinander.

Worum ging es den Demonstranten?
Viele Teilnehmer waren sehr jung, Studenten und Schüler. Offiziell war es ein Protest gegen die Korruption in den obersten Kreisen des russischen Staates. Viele Demonstranten sagten aber auch, sie wollten mehr Demokratie und vor allem ihren Präsidenten selber wählen können. Sie möchten im Kreml endlich eine Alternative zu Putin und seinem Team sehen. Sie kennen Russland nur unter Putin und wollen nun eine Veränderung.

Gericht verurteilt Nawalny zu 30 Tagen Arrest

Ein Moskauer Gericht verurteilte Nawalny noch am Montagabend zu 30 Tagen Arrest. Das twitterte eine Mitarbeiterin des Kreml-Kritikers aus dem Gerichtssaal. Das Gericht habe argumentiert, Nawalny habe wiederholt gegen die Regeln zur Organisation von Demonstrationen verstossen und sei deshalb schuldig.

Wie hat die Polizei reagiert?
Sie schien vom Massenaufmarsch zunächst überrascht, setzte dann aber ein massives Aufgebot ein und ging die gewaltsam gegen die Demonstrierenden vor. Allein in Moskau sollen rund 600 Personen festgenommen worden sein, in St. Petersburg angeblich noch mehr. Ich selber habe einige ziemlich brutale Festnahmen beobachtet. Es ist beeindruckend, welches Polizeiaufgebot der russische Staat da plötzlich aufgefahren hat. Die Repressionsmaschine funktioniert also, wenn sie muss.

Legende: Video Demos gegen Korruption: Nawalny verhaftet abspielen. Laufzeit 1:37 Minuten.
Aus Tagesschau vom 12.06.2017.

Was bedeutet Nawalnys Verhaftung für seine Kandidatur bei der Präsidentenwahl von nächstem Jahr?

Das ist schwer zu sagen. Es ist ja auch noch unklar, wie lange er in Haft bleibt. Ungewiss ist auch nach wie vor, ob er als Präsidentschaftskandidat überhaupt zugelassen wird. Mir scheint aber, dass er durch solche Aktionen wie heute bei seinen Anhängern zusätzlich an Popularität gewinnt. Nawalny beweist Mut, ist unerschrocken und kompromisslos. Eigentlich wäre heute eine legale Demo möglich gewesen, etwas ausserhalb des Stadtzentrums von Moskau. Nawalny aber wollte den Protest ins Herz der Hauptstadt tragen und seine Leute sind ihm dabei gefolgt. Sie mögen ihn – gerade für seinen kompromisslosen Stil.

Das Gespräch führte Damian Rast.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von O. Raiski (O.R.)
    Persönlich sehen ich solche "Nachrichten" Relativ kindisch.... In Russland das Gesellschaft funktioniert relativ gut. Natürlich gibt es Unzufriedenheiten hier und dort. Was aber wichtig ist, eine bestimmte Person der eine die grössten Verbrechern Weltweit in letzen 50 Jahren, der in Schweiz schön lebt, ist hinter dieser sogenannte Demonstrationen. Mann soll nicht zu blauäugig sein... 1000 Meschen zu mobilisieren in russische Provinz kostet max. 5000 CHF...
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    1. Antwort von Alain Andrey (Alarey)
      Ich bitte sie, was genau funktioniert in der russischen Gesellschaft? Armut? Homosexualität? Demokratie? Meinungsfreiheit? Frauenrecht? Klar, alle Verbrecher sind reich und mächtig und nicht nur in Russland
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  • Kommentar von Jos Schmid (Jos Schmid)
    Natürlich sind es immer dieselben Blogger, welche den Diktator verteidigen. Es stimmt schon nachdenklich, dass es in der schönsten Demokratie soviele Antidemokraten gibt. Ich bin der Meinung, dass Menschen, welche gegen die Demokratie sind unser Land verlassen sollten, es gibt genügend autokratische Alternativen auf der Welt.
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    1. Antwort von Jacqueline Zwahlen (Jacqueline Zwahlen)
      Herr Schmid, in einer Demokratie darf zwar jeder mehr oder weniger sagen, was er will, aber tun noch lange nicht. Auch in der Schweiz, die ich als Leuchte der Demokratie sehe, ist es nicht erlaubt, Menschen aufzuhetzen in der Absicht, die innere Sicherheit zu gefährden. Auch bei uns haben sich Demonstrationsveranstalter an Bewilligungsvorlagen zu halten. Schliesslich leben wir nicht in einer Anarchie!
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  • Kommentar von Alain Andrey (Alarey)
    Putain, Trumpf, Erdowahn, Temer und alle anderen Imperialisten kümmert das Wohl ihrer Sklaven soviel wie........nix
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