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Todesstrafe in Arkansas Sieben Todesurteile in elf Tagen

Im US-Bundesstaat Arkansas wurden seit zwölf Jahren keine Todesurteile mehr vollstreckt. Doch nun sollen in elf Tagen gleich sieben Menschen sterben. Der Grund ist profan: Ein Mittel des tödlichen Giftcocktails läuft Ende April ab.

Legende: Video Sieben Hinrichtungen in kurzer Zeit abspielen. Laufzeit 2:00 Minuten.
Aus Tagesschau vom 11.04.2017.

Jeden Tag protestieren mehrere Personen gegen den Plan ihres Gouverneurs, in Arkansas bis Ende April sieben Menschen hinrichten zu lassen. «Wenn ich der Gouverneur wäre, würde ich nicht wollen, dass sich meine Kinder und Grosskinder für so einen Entscheid an mich erinnern müssten», meint eine Frau.

Gouverneur Asa Hutchinson hat entschieden, dass für die sieben Männer das Todesurteil zwischen dem 17. und 27. April vollstreckt werden muss. Grund für die Eile ist, dass das Beruhigungsmittel Midazolam Ende April abläuft. Es ist eines von drei Mitteln, die bei der Tötung gespritzt werden, zusammen mit einem Lähmungs-Mittel und einem Mittel, das den Herzschlag stoppt.

«Das hat es noch nie gegeben in der Geschichte der USA, dass Hinrichtungen aufgrund des Verfalldatums eines Medikaments geplant wurden», so Robert Dunham, Direktor Informationszentrum Todesstrafe. «In meinen Augen ist das nicht zulässig.»

Erhöhtes Risiko für Fehler

Im Moment ist vorgesehen, dass es an drei Tagen zu Doppel-Hinrichtungen kommen wird. Die Risiken für einen Staat, im dem in den letzten zwölf Jahren niemand hingerichtet wurde, sind dabei beträchtlich.

«Der Druck auf die Angestellten im Gefängnis, die so viele Hinrichtungen in so kurzer Zeit durchführen müssen, erhöht das Risiko, dass etwas schief läuft», so Dunham. «Erstens wegen der Eile und zweitens, weil sie davon mehrfach traumatisiert sein werden. Das ist eine Belastung, die niemand so einfach wegsteckt.»

In den USA kennen derzeit noch 31 der 50 Staaten die Todesstrafe. Die jährlichen Hinrichtungen sind seit 1999 von etwas mehr als 100 auf 20 zurückgegangen. Die Menschengruppe in Arkansas protestiert weiter, und hofft, dass ein Richter die geplanten Hinrichtungen in ihrem Staat noch stoppen wird.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    @SRF: Die Urteile wurden schon seit längerem gefällt, es geht um die Vollstreckung der Urteile. Dass die Urteile jetzt relativ "speditiv" vollstreckt werden, liegt vorallem am Umstand, dass man den elektrischen Stuhl nicht einsetzen muss. So schlafen die Täter ganz einfach ein, so im Gegensatz zu deren unschuldigen Opfern, die teilweise stundenlang unter höllischen Qualen leiden mussten.
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  • Kommentar von Axel Zeltsch (Axel Zeltsch)
    Die Todesstrafe muss auf der ganzen Welt eigentlich sofort abgeschafft werden, denn sie ist inhuman und grausam. Auch der abscheulichste Mord und die abscheulichste Vergewaltigung darf nicht mit dem Tod des Täters bestraft werden. Außerdem verstößt die Todesstrafe gegen die Unschuldsvermutung.
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  • Kommentar von W. Ineichen (win)
    Den Erdogan wird's freuen.
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