Sklaverei in London: Ehepaar war schon einmal in Haft

Die Londoner Polizei hat ein Ehepaar gegen Kaution freigelassen. Es soll jahrzehntelang drei Frauen als Sklavinnen gefangen gehalten haben. Nun wurde bekannt: die mutmasslichen Täter sassen bereits in den 70er-Jahren hinter Gittern.

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Fall von Sklaverei in London

1:14 min, aus Tagesschau am Mittag vom 22.11.2013

Der Fall ist spektakulär: Die britische Polizei hat drei Frauen befreit, die in London während 30 Jahren als Haussklavinnen gehalten wurden. Verdächtigt werden ein Mann und eine Frau – beide 67 Jahre alt, miteinander verheiratet. Beide sind keine Briten.

Die Polizei hat das Paar inzwischen gegen Kaution wieder freigelassen – bis Januar vorerst. Weiter gab sie den Medien bekannt, dass die mutmasslichen Täter bereits 1970 hinter Gittern sassen.

Urs Gredig: «Öffentlichkeit ist schockiert»

2:05 min, aus Tagesschau am Mittag vom 22.11.2013

Viele Fragen sind noch offen

Die Polizei hatte die mutmasslichen Täter am Donnerstagmorgen in ihrem Haus festgenommen und danach verhört. Noch seien viele Fragen offen. Zum Beispiel ist laut SRF-Korrespondent Urs Gredig noch unklar, wo genau sich das besagte Haus befindet. «Auch weiss London nicht, ob es sich um einen Einzelfall oder sogar um ein kriminelles Netzwerk handelt», so Gredig weiter. Die Polizei will bis Januar weitere Informationen sammeln.

«Der Fall wirft ein Licht auf ein Thema, das bei den Briten bisher kaum bekannt war – Sklaverei», berichtet Gredig. Dies mache den Fall, der ganz London schockiert habe, so aussergewöhnlich.

ganzes Leben in Knechtschaft verbracht

Nach Angaben der Polizei wurden eine Malaysierin, eine Irin und eine Britin mehr als drei Jahrzehnte in dem Haus gefangen gehalten. Das jüngste Opfer, eine 30-jährige Britin, habe vermutlich niemals Kontakt mit der Aussenwelt gehabt. «Wir wissen nicht, wo sie geboren wurde, aber sie scheint ihr ganzes Leben lang in Knechtschaft gewesen zu sein», sagte ein Ermittler. Zudem seien sie geschlagen und von ihren Peinigern psychisch abhängig gewesen.

Hinweise auf sexuelle Misshandlungen gebe es nicht. Die Opfer seien «höchst traumatisiert». Deshalb werde es lange dauern, um herauszufinden, was genau passiert sei.