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International Späte Gerechtigkeit für die Opfer von Hillsborough

Heute vor 25 Jahren musste der Fussball vermutlich den schwärzesten Tag seiner Geschichte erleben. Im Hillsborough Stadion von Sheffield verloren 96 Fussballfans zunächst ihr Leben und später ihre Würde. Inzwischen wurden sie rehabilitiert. Doch die Aufarbeitung dauert noch immer an.

Erst wenn die Schuldigen Scham und Reue bekunden, werden die Opfer befreit sein, proklamierte ein Lied zum 20. Jahrestag der Tragödie von Hillsborough. Hartnäckig und unbeirrbar kämpften die Angehörigen der 96 toten Fussballfans jahrelang um den Ruf ihrer Brüder, Söhne und Väter.

Denn die Polizei hatte unmittelbar im Anschluss an die fatalen Ereignisse ihr eigenes Versagen bemäntelt, indem sie Gerüchte über betrunkene Liverpool-Anhänger streute, die gar noch die Opfer ausgeraubt und auf Tote uriniert hätten. Willige Boulevardblätter beteiligten sich am Rufmord.

Premierminister entschuldigt sich

Erst 2012 rehabilitierte ein Untersuchungsbericht die Toten. Premierminister David Cameron fasste im Unterhaus zusammen: «Der heutige Bericht zeigt es Schwarz auf Weiss: Die Liverpooler Fans waren nicht die Ursache der Katastrophe.»

Audio
Das Hillsborough-Drama vor 25 Jahren (SRF 4 News, Morgenbulletin, 15.04.14)
02:22 min
abspielen. Laufzeit 02:22 Minuten.

Daraus zog die Regierung die Konsequenzen. Cameron entschuldigte sich im Namen der Regierung und des ganzen Landes dafür, dass diese doppelte Ungerechtigkeit so lange im Umlauf bleiben konnte.

Armutszeugnis für die Polizei

Die Polizei hatte nicht bloss die Opfer beschuldigt. Sie hatte überdies rund 200 Zeugenaussagen verfälscht und der ursprünglichen Leichenschau wichtiges Beweismaterial vorenthalten.

Hinzu kommt, dass fast die Hälfte der Opfer hätte gerettet werden können, wenn die Sicherheitsvorschriften eingehalten worden wären und die Polizei korrekt reagiert hätte. Inzwischen ist das Ergebnis dieser ursprünglichen Leichenschau annulliert worden.

Vor knapp zwei Wochen begann das Verfahren erneut. Für die Angehörigen der Toten, ja für die Stadt Liverpool schlechthin, besteht nun, 25 Jahre nach der Tragödie, endlich die Hoffnung auf Gerechtigkeit.

  • Video
    Jahrestag der Hillsborough-Katastrophe
    Aus Tagesschau vom 15.04.2014.
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    25 Jahre danach

    Vor 25 Jahren wurde im Fussballstadion Hillsborough in Sheffield eines der dunkelsten Kapitel der Sportgeschichte geschrieben. Bei einer Massenpanik im überfüllten Stadion fanden 96 Menschen den Tod, etliche wurden verletzt. In einer Gedenkfeier wird heute Nachmittag den Opfern gedacht – Opfer einer Katastrophe, deren Umstände bis heute nicht restlos geklärt wurden.

  • Video
    Tragödie im Hillsborough-Stadion (Sportpanorama, 15.04.1989)
    Aus News-Clip vom 15.04.2014.
    abspielen

    Tragödie im Hillsborough-Stadion

    Es ist eine der grössten Katastrophen in der Geschichte des Fussballs. So berichtete die Sendung «Sportpanorama» über die Ereignisse vom 15.04.1989.

  • Video
    Schweigeminute im Hillsborough-Stadion
    Aus Tagesschau vom 15.04.2009.
    abspielen

    Untersuchungsbericht sieht die Schuld bei der Polizei

    Mindestens 41 der 96 Todesopfer bei der Stadion-Katastrophe von Hillsborough im Jahr 1989 hätten gerettet werden können, wenn die Sicherheitskräfte besser reagiert hätten. Das geht aus einem neuen Bericht der britischen Regierung hervor.

  • Video
    Anfield Road: Ein Stadion erhebt sich
    Aus Sport-Clip vom 22.11.2012.
    abspielen

    YB-Fussballfans erinnern an die Tragödie

    Die Katastrophe hat sich in das Gedächtnis der Fussballfans eingebrannt: YB-Fans erinnerten an der Liverpooler Anfield Road mit einem Transparent an die Hillsborough-Tragödie vor 23 Jahren. Das ganze Stadion reagierte mit einer «Standing Ovation».

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3 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser , Rebstein
    Das ist der Wahnsinn der heutigen Zeit -keine Werte mehr , kein Respekt vor dem Leben des Nächsten - usw.usw.
  • Kommentar von Juha Stump , Zürich
    2. Teil: Ebenfalls untergegangen ist in all diesen Jahren, dass schon vor dem Beginn der schlimmsten Minuten viele gestorben sind, die meisten durch tödliche Herzschläge wegen Panik, aber auch viele wurden schon da buchstäblich totgetrampelt. - Was die gefälschten "Untersuchungen" betrifft, war für mich die grösste Enttäuschung, dass die Engländer, die mehr als alle anderen für ihr Gentlemantum bekannt sind, es zuliessen, dass auch dort das feige "Pöstelidenken" gewonnen hat.
  • Kommentar von Juha Stump , Zürich
    Ich erinnere mich auch deshalb gut an diese Tragödie, weil ich zu diesem Zeitpunkt in Brasilien war - und wenn dort einmal über andere Länder, geschweige denn über andere Kontinente berichtet wird, muss etwas Bestimmtes dran sein. Ein Aspekt ist seither völlig untergegangen, auch ich habe erst durch eine Doku darüber erfahren: Mitentscheidend für die Tragödie war auch, dass die Nottinghamer Fans einen viel grösseren Sektor zugewiesen bekamen, obwohl die Liverpooler viel mehr zählten.