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International Steigende Opferzahl nach dem Grubenunglück in Donezk

In einer Mine im ostukrainischen Krisengebiet sind gestern Dutzende Menschen verschüttet worden. Die Zahl der Todesopfer wird mittlerweile mit über 30 beziffert.

Legende: Video Angehörige versammeln sich vor der Mine abspielen. Laufzeit 0:58 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 04.03.2015.

Bei einer schweren Explosion in einer Kohlegrube in der Ostukraine sollen über 30 Bergarbeiter ums Leben gekommen sein. Nachdem am Mittwoch 24 Todesopfer bestätigt wurden, stieg die Zahl der Toten am Donnerstag nach Darstellung der prorussischen Separatisten auf mindestens 32. Ein Mensch werde noch vermisst, teilte der Chef der Unabhängigen Gewerkschaft der Bergarbeiter, Michail Wolynez, der Agentur Interfax mit. Die regierungstreue Gebietsverwaltung hatte zuvor bereits von 33 Toten berichtet.

Helfer sind aus dem Bus ausgestiegen und marschieren auf die Mine zu.
Legende: Helfer sind angekommen, um die eingeschlossenen Bergleute zu befreien. Reuters

Zum Zeitpunkt des Unglücks am frühen Morgen befanden sich mehr als 200 Bergarbeiter in den Stollen. Die meisten von ihnen konnten sich retten. Mehr als ein Dutzend weitere Bergarbeiter wurden verletzt.

Kiew ohne Zugriff auf Bergwerk

Die Kohlegrube liegt in den von prorussischen Separatisten besetzten Gebieten in der Ostukraine. Die prowestliche Führung in Kiew hat daher keinen Zugriff auf das Bergwerk Sassjadko. Die Informationslage vor Ort war wegen des Krieges zwischen Regierungstruppen und den Aufständischen schwierig.

Präsident Petro Poroschenko forderte die prorussischen Separatisten über den Kurznachrichtendienst Twitter auf, ukrainische Rettungskräfte zum Unglücksort durchzulassen. Regierungschef Arseni Jazenjuk sagte, 60 Helfer seien an der Frontlinie zum Separatistengebiet abgewiesen worden. Die Aufständischen behaupteten, Kiew habe keine Hilfe angeboten. Stattdessen berichteten sie, Russland habe Hilfe zugesagt.

Über 200 Tote in Sassjadko seit 1999

Das Bergwerk Sassjadko ist eine der grössten Kohleminen der Ukraine. Wegen einer hohen Grubengaskonzentration unter Tage gehört es zugleich zu den gefährlichsten Anlagen der früheren Sowjetrepublik.

Weltweit gelten die ukrainischen Kohleminen als besonders gefährlich. In der Vergangenheit gab es immer wieder schwere Explosionen mit vielen Toten.

Da die Kohle in grossen Tiefen abgebaut wird, bildet sich dort oft Grubengas, das hochexplosiv ist. Allein in Sassjadko kamen seit 1999 bei Unglücken mehr als 200 Menschen ums Leben.

12 Kommentare

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  • Kommentar von K. Svec, Horgen
    Warum bringt die westliche Presse keine Bilder von (evtl.) Humanitätshilfe aus Deutschland oder Kiew für die zivile Bevölkerung? Ich sehe immer nur "unerwünschte" russische Lastwagen... Vermutlich gibt es von der anderen Seite halt nichts...
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    1. Antwort von Marcel Chauvet, Neustadt
      Warum immer mit den Fingern auf andere zeigen, um die in ein schlechtes Licht zu stellen? Die neutrale CH mit Sitz des Roten Kreuzes und sonstiger humanitärer Organisationen wäre da an erster Stelle gefordert. Im übrigen kommt westliche Hilfe, falls sie überhaupt von den Separatisten vorgelassen wird, bestimmt nicht da an wo Sie es wollen, sondern da, wo die es wollen. Die von Kiew für die Verunglückten angebotene Hilfe wurde sofort abgelehnt, wenn, dann werde man sich an Russland wenden.
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  • Kommentar von Samuel Maurer, Thun
    Als hätten die Donetsker und Lugansker nicht schon genügend Leid am Hals - die verschütteten "Kumpels" im Schacht tun mir echt leid.
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  • Kommentar von Felix Buchmann, Bättwil
    Wie doch der ganze unselige Hickhack selbst dann nicht beiseite geschoben wird, wenn sich (einmal mehr) eine solche Tragödie ereignet :-( Wir in der privilegierten Schweiz können uns gar nicht vorstellen, wie es sich anfühlt, unter solchen Bedingungen arbeiten zu müssen, respektive tagtäglich mit der Angst zu leben, dass der Ernährer der Familie nicht mehr nach Hause kommt. Umso mehr ist diesem Land zu wünschen, dass endlich eine umfassende Modernisierung einsetzt.
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Wenigstens behaupten die Forum-Moskowiter nicht auch noch, dass dieses Unglück in Wirklichkeit von Poroschenko-Leuten ausgelöst worden sei. - Mit Ihrem letzten Satz haben Sie Recht, aber eine solche Modernisierung ist jetzt, da der äusserste Osten für die Ukraine wohl verloren bleibt, ohne eine weitere Annäherung an den Westen nicht möglich. Die "Volksrepublik" Donezk - nomen es omen - müssen wir schlucken, aber dann muss auch Putin diese Annäherung hinnehmen. Meint ihr nicht auch?
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    2. Antwort von Marc Hofer, Birsfelden
      @Stump Es ist, leider(!!), nur eine Frage der Zeit bis Putin, und seine Truppen, die Stadt Mariupol und danach Charkiv (2 grösste Stadt in der Ukraine) einnehmen werden. Er ist wie ein Hai der Blut gerochen hat. Ein Titel ist ihm jetzt jedenfalls schon sicher, sprich einer der grössten, bzw. der grösste Lügner im neuen Jahrtausend.
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    3. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      Absolut einverstanden, Juha Stump, die neue "Volksrepublik" soll sich Putin an den Hals werfen, die restliche Ukraine sich mit Hilfe ihrer westlichen Freunde ungehindert modernisieren dürfen, und in 10-20 Jahren schauen wir dann, wem es besser geht....
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    4. Antwort von Marcel Chauvet, Neustadt
      Die von Ihnen für die Ukraine angemahnte "umfassende Modernisierung" kann bestimmt nicht von Russland kommen, bei denen wäre selber eine solche dringend erforderlich. Darum und nicht nur deswegen hat sich die Ukraine gen Westen orientiert, was Putin torpedieren möchte, da er darin eine Gefahr für seinen eigenen Machterhalt sieht. Was von Russland kommen kann ist Kriegsausrüstung und Konflikte zu schüren, um diese diese dann für eigene hegemoniale Machansprüchen ausnutzen zu können.
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    5. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      Marcel Chauvet, wir sind uns absolut einig :-)
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