Zum Inhalt springen

International Strafbefehl gegen Bischof von Limburg

Neues Ungemach für Franz-Peter Tebartz-van Elst: Gegen den Limburger Bischof wird wegen Falschaussage an Eides Statt ermittelt. Zivilrechtlich droht ihm nur eine Geldstrafe. Doch es mehren sich Rücktrittsforderungen und selbst der Vatikan ist aktiv geworden.

Legende: Video «Der deutsche Bischof lebt in Saus und Braus » abspielen. Laufzeit 1:18 Minuten.
Aus Tagesschau Nacht vom 08.10.2013.

In Deutschland hat die Staatsanwaltschaft gegen den umstrittenen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst Strafbefehl beantragt. Sie wirft ihm vor, im Zusammenhang mit einem Indienflug in zwei Fällen falsche eidesstattliche Versicherungen abgegeben zu haben. Das teilte die Behörde in Hamburg mit.

Der Fall ist kompliziert: Der Bischof hatte in einem von ihm gegen den «Spiegel» angestrengten Zivilprozess zwei Eidesstattliche Erklärungen eingereicht. In ihnen habe der Bischof mit Verweis auf ein Gespräch mit einem für das Nachrichtenmagazin arbeitenden Journalisten über eine Indienreise unter anderem gesagt, es habe keine erneute Rückfrage des Reporters mit den Worten «Aber Sie sind doch erster Klasse geflogen?» gegeben. Zudem habe er darauf auch nicht die Antwort gegeben «Business-Klasse sind wir geflogen.» Diese Erklärungen sind der Staatsanwaltschaft zufolge allerdings falsch.

Papst nimmt Bischof und Bistum unter die Lupe

Der Bischof von Limburg war in den vergangenen Wochen vor allem wegen des überteuerten Neubaus seiner Bischofsresidenz in die Schlagzeilen geraten. Die Baukosten summieren sich auf rund 31 Millionen Euro. Ursprünglich veranschlagt waren nur etwa 5 Millionen.

Tebartz-van Elst steht seit längerem auch in den eigenen Reihen wegen seiner Amtsführung in der Kritik. Ihm werden autoritärer Stil und Verschwendung vorgeworfen. Papst Franziskus, der für Bescheidenheit steht, hatte deshalb im September eigens einen Gesandten nach Limburg geschickt.

14 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Marianne Roe, Gwatt
    Auf jeden Fall hat der nicht mehr alle Tassen im Schrank. Vielleicht könnten wir den in die Schweiz zu einer Terapie nehmen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Ernst Jacob, Moeriken
    Papst Franziskus, der für Bescheidenheit steht, zumindest wenigstens hat er es mehrfach proklamiert, und ich habe auch von keinem Papst vor ihn je etwas anderes gehört. Deine Rede hör ich wohl, doch fehlet mir der Glaube, ich bin davon überzeugt, dass sich überhaupt nichts ändern wird, die katholische Kirche wird in hundert Jahren noch genau so sein wie heute, wer plagiert, hat schliesslich mehr vom (irdischen) Leben, und auch katholische Geistliche sind auch nicht mehr als ganz normale Menschen
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marcel Chauvet, Weißenstadt
    Jetzt auch noch ein meineidiger Protz-Bischof in D ? Da wird es aber höchste Zeit für einen Kuraufenthalt in der Schweiz wie geschehen beim "Prügel"Bischof anno 2010. Letzterer Ex-Bischof wurde übrigens 2012 von seinem höchsten Chef (Bodentruppe) befördert: Zum "Päpstlichen Rat für die Pastoral im Krankendienst" im vatikanischem Gesundheitsrat. Gibt es für T-van Elst evt.auch ein solches Pöstchen, vorausgesetzt er kann sich zum Rücktritt entschließen und Gras über die Sache gewachsen ist.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen