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International Streit um Irans Atomprogramm: Die Meilensteine im Überblick

Über das iranische Atomprogramm wird schon seit mehr als einem Jahrzehnt verhandelt. Seither gab es einige Erfolge, immer wieder aber auch Rückschläge. Die wichtigsten Etappen im Rückblick.

2003

Der Iran erklärt sich bereit, die Urananreicherung und die Wiederaufbereitung von Brennstäben auszusetzen. Teheran unterzeichnet das Zusatzprotokoll zum Atomwaffensperrvertrag, das der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) uneingeschränkten Zugang zu allen Atomanlagen des Landes erlaubt.

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Aus dem Archiv: Iran will einlenken (2003)
Aus Tagesschau vom 21.10.2003.
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2004

Teheran sagt zu, für die Dauer von Gesprächen mit der EU über ein politisches und wirtschaftliches Abkommen sein Programm zur Urananreicherung auszusetzen.

2006

Der Iran nimmt die Urananreicherung wieder auf und wendet das Zusatzprotokoll nicht mehr an. Der UN-Sicherheitsrat verhängt erste Sanktionen gegen Teheran. Später folgen weitere Strafmassnahmen.

2008

EU-Chefdiplomat Javier Solana macht dem Iran im Namen der 5+1-Gruppe (die UNO-Vetomächte USA, Grossbritannien, Frankreich, Russland, China sowie Deutschland) ein neues Angebot zur Kooperation. Die Führung in Teheran lehnt einen Verzicht auf Urananreicherung aber weiterhin ab.

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Aus dem Archiv: Neues Angebot im Atomstreit
Aus Tagesschau vom 14.06.2008.
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2009

Bei neuen 5+1-Gesprächen stimmt der Iran grundsätzlich der Möglichkeit zu, Uran im Ausland anzureichern. Teheran spielt jedoch auf Zeit und lässt auch eine Frist der IAEA dafür verstreichen.

2011/2012

In Istanbul wird eine weitere Runde der Gespräche des Irans mit der 5+1-Gruppe auf unbestimmte Zeit vertagt. Nach mehr als einem Jahr werden in Istanbul die Gespräche wieder aufgenommen. Weitere Treffen in Moskau und im kasachischen Almaty folgen.

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Aus dem Archiv: Iran und die Bombe – wie viel Zeit bleibt noch?
Aus NZZ Standpunkte vom 18.03.2012.
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2013

Neue Gespräche in Genf münden in eine Übergangslösung. Der Iran muss sein Atomprogramm zunächst für sechs Monate auf Eis legen, dafür sollen erste Sanktionen gelockert werden.

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Aus dem Archiv: Durchbruch im Atomstreit
Aus Tagesschau vom 24.11.2013.
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Anfang 2014

Erstmals ergreift Iran überprüfbare Massnahmen, um sein Atomprogramm in wichtigen Teilen zurückzufahren. Im Gegenzug lockern die USA und die EU erste Sanktionen. In Wien treffen sich erneut die 5+1-Gruppe und der Iran.

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Aus dem Archiv: EU und USA lockern Sanktionen gegen Iran
Aus Tagesschau vom 20.01.2014.
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September 2014

Am Rande der UN-Vollversammlung in New York, an der auch der iranische Präsident Hassan Rohani teilnimmt, gibt es neue Verhandlungen des Irans mit der 5+1-Gruppe.

November 2014

Auch Treffen von USA, EU und Iran in Maskat (Oman) sowie Gespräche der 5+1-Aussenminister mit ihrem Kollegen aus Teheran in Wien bleiben ergebnislos.

März 2015

Die IAEA und Teheran verhandeln wieder, um bis Monatsende eine vorläufige Einigung zu erzielen. Die Gespräche – verhandelt wird sowohl bilateral als auch in grosser Runde der Aussenminister – sind aber bei Ablauf der Frist noch nicht abgeschlossen. Kurzerhand wird weiter verhandelt.

April 2015

Am 2. April einigen sich die Parteien auf die grundlegenden Elemente des weiteren Vorgehens. Der Iran wird klare Einschränkungen im Nuklearbereich hinnehmen, die USA und die EU heben dafür die Sanktionen auf. Die Details der nächsten Schritte sollen bis am 30. Juni stehen.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Andrea Balmer , Aarau
    Auf den Punkt gebracht: Iran hat jetzt ein ausgebautes Atomprogramm, und sehr warscheindlich Atomwaffen. Der Westen hat nichts erreicht. Null.
    1. Antwort von stefan meier , jona
      Nehmen Sie sich doch einmal zeit, die volle reaktion von obama anzuschauen, mal sehen ob sie dann noch gleicher meinung sind...: https://www.whitehouse.gov/issues/foreign-policy/iran-deal Das abkommen ist effektiv die beste aller alternativen, oder wäre denn ein neuer krieg im mittleren osten besser? Und noch was zu den usa und der israel-lobby, von zwei sehr angesehenen us-professoren: http://mearsheimer.uchicago.edu/pdfs/IsraelLobby.pdf