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Studie vergleicht 42 Länder Schweizer profitieren am meisten von der Globalisierung

Die Wirtschaftsleistung wächst in Schwellenländern deutlich schwächer als in Industriestaaten.

Legende: Audio Wer sind Gewinner und Verlierer der Globalisierung? abspielen. Laufzeit 01:19 Minuten.
01:19 min, aus HeuteMorgen vom 08.06.2018.

Von 1990 bis 2016 ist die wirtschaftliche Leistung der Schweiz dank der Globalisierung um 1900 Euro pro Jahr und Kopf gestiegen. Das geht aus einer Untersuchung des Beratungsunternehmens Prognose im Auftrag der Bertelsmann Stiftung hervor. Damit hat die Schweiz am stärksten zugelegt. Auf den weiteren Plätzen folgen Japan, Finnland, Irland und Israel. Der Report vergleicht 42 Industrie- und Schwellenländer und misst, welche Folgen deren internationalen Vernetzung für den Wohlstand der Menschen hat.

Legende:
Die Top 10 der Globalisierungsgewinner Zuwachs des BIP pro Kopf von 1990 bis 2016 Bertelsmann Stiftung

In Indien, dem Schlusslicht bei den globalisierungsbedingten Zuwächsen, stieg das BIP pro Kopf nur um durchschnittlich 20 Euro pro Jahr. Auch China (80 Euro) und Mexiko (120 Euro) legten nur wenig zu. Auch andere Schwellenländer wie Argentinien und Russland schneiden schlecht ab.

Legende:
Die Globalisierungsverlierer Zuwachs des BIP pro Kopf von 1990 bis 2016 Bertelsmann Stiftung

Vor zwei Jahren hatte die Schweiz noch auf Rang vier gelegen. «Dass kleine Volkswirtschaften wie die Schweiz stark von der Globalisierung profitieren, liegt nahe: Länder wie die Schweiz können von ihren kleinen Binnemärkten alleine nicht leben und müssen sich gegenüber anderen Ländern öffnen», sagt SRF-Wirtschaftsredaktorin Charlotte Jacquemart.

Wir müssen eine Wirtschaftsordnung fördern, die nicht auf das Recht des Stärkeren setzt.
Autor: Cora JungbluthWirtschaftsexpertin der Bertelsmann Stiftung

Daher sei es wenig verwunderlich, dass die riesige Volkswirtschaft der USA nur an 25. Stelle rangiert. «Die USA haben ihre internationalen Verflechtungen seit 1990 kaum mehr ausgebaut. Entsprechend gering ist der Zuwachs des Bruttoinlandproduktes pro Jahr und Einwohner», sagt Jacquemart. Mit rund 450 Euro pro Jahr und Kopf wächst das BIP in den USA viermal weniger stark als in der Schweiz.

«Wir müssen eine internationale Wirtschaftsordnung fördern, die nicht auf das Recht des Stärkeren, sondern auf gemeinsame, verbindliche Regeln und Standards setzt», sagte Cora Jungbluth, Wirtschaftsexpertin der Bertelsmann Stiftung zur Studie.

Da es sich bei der Studie um Durchschnittberechnungen für ganze Länder handelt, zeigen die Zahlen nicht, welche einzelnen Branchen zu den Globalisierungsgewinnern beziehungsweise -verlierern gehören.

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26 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Gurzeler (B.Gurzeler, alias Rollstuhlrocker)
    Davon habe ich persönlich nicht viel gemerkt hier in der Schweiz, eher schlechter meine persönliche Meinung.
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  • Kommentar von Alex Volkart (Lex18)
    Diese Studie kann unmöglich stimmen. Wie kann ich als Schweizer davon profitieren wenn ich im Laden fasst nur noch Früchte aus dem Ausland finde, die zu einem grossen Teil qualitativ weit hinter Schweizer Wahre ist? Z.B. Äpfel, Erdbeeren, usw.. Von der Globalisierung profitieren einzig und alleine grosse Unternehmen und sonst niemand.
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  • Kommentar von Cédric Kammermann (cédric.k)
    Wieder wird eine Statistik völlig verfälscht: Würde der BIP-Zuwachs pro Kopf nicht in absoluten Zahlen, sondern in Prozent angegeben, läge die Schweiz nicht vorne, sondern abgeschlagen hinten. Aber das passt den Globalisierungsbefürwortern nicht. Beispiel: Schweiz (top) = 1913 Euro; Südafrika (Flop) = 186 Euro Zuwachs. In Prozent sieht's ganz anders aus: BIP Schweiz = 2,5 Prozent; Südafrika = 3,7 Prozent Zuwachs. Mit anderen Worten: Wir verlieren massiv an Boden, während die anderen aufholen.
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    1. Antwort von Peter Zurbuchen (drpesche)
      Wenn der Zuwachs in der Schweiz 1913 Euro beträgt und in Südafrika 186, dann vergrössert sich der Vorsprung um 1727 Euro. Wo sehen Sie da ein Aufholen, Herr Kammermann?
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    2. Antwort von Cédric Kammermann (cédric.k)
      Herr Zurbuchen, ich versuche es anders zu formulieren: Südafrikas BIP pro Kopf beträgt 5000 Euro, dasjenige der Schweiz 75000 Euro (also 15-mal mehr). Während Südafrikas BIP um 186 Euro wächst, sollte unseres eigentlich um 2790 Euro (15-mal 186 Euro) wachsen. Es wächst aber "nur" um 1913 Euro, d. h. die Schweiz entwickelt sich unterproportional. Verdient z. B. ein Ägypter 200 Euro mehr, macht das viel mehr aus, als wenn ein Schweizer 1000 Euro mehr bekommt. Lebenshaltungskosten berücksichtigen!
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