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International Syrienkonflikt: Welche Partei besitzt fixfertiges Nervengas?

Es war keine schmutzige Bombe, sondern waffenfähiges Sarin, das in Syrien eingesetzt wurde und hunderte Menschen umbrachte. Dies steht im Expertenbericht und gibt Aufschluss über die Verantwortung für den Einsatz.

Ban Ki-Moon
Legende: UNO- Generalsekretär Ban Ki-Moon bestätigt den Einsatz von Chemiewaffen in Syrien vor den Medien. Reuters

Der Expertenbericht sei eine erschütternde Lektüre, sagt Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon. Er spricht von Kriegsverbrechen. Die Chemiewaffen-Experten der Uno sprechen von erdrückenden und eindeutigen Beweisen für einen massiven Giftgaseinsatz. Und: Das Nervengas wurde mittels Boden-Boden-Raketen eingesetzt.

Einsatzfertige Chemiewaffen

Damit ist auch die Schuldfrage geklärt: Es handelte sich nicht um eine simple schmutzige Bombe, nicht um Giftgas in niedrigerer Konzentration, sondern um waffenfähiges Sarin, um fixfertige C-Waffen. Solche besitzt in Syrien – nach allen heutigen Erkenntnissen – einzig das Regime von Baschar al-Assad.

Die Inspektoren stützen sich auf Besuche vor Ort, auf Befragungen von Opfern, Ärzten und Augenzeugen sowie auf Umweltproben, chemische Proben und medizinische Proben, also Untersuchungen von Haut, Blut oder Urin.

Ihr Schlussbericht war mit Spannung erwartet worden. Zwar dreht sich im Moment die politische Debatte nicht mehr primär darum, was am 21. August geschah. Im Vordergrund steht, wie man dafür sorgen kann, dass das Assad-Regime tatsächlich, wie am Wochenende in Genf vereinbart, sämtliche seine C-Waffen aushändigt und vernichten lässt. Und ob dafür am Ende doch noch Militärschläge nötig sind und zulässig wären.

Historische Wahrheit

Dennoch bleibt der Bericht enorm wichtig. Denn es geht auch um die historische Wahrheit. Erst jetzt liegt das Urteil einer neutralen Instanz vor, die anders als bisherige parteiische Geheimdienstaussagen, allseits akzeptiert werden müssten, sagt Ban Ki-Moon.

Der Bericht ist ausserdem von grösster Bedeutung, falls irgendwann Baschar al-Assad und seine Führungsriege tatsächlich vor einem internationalen Strafgericht landen.

Rund 1400 absichtlich vergaste Menschen, darunter viele Frauen und Kinder, das dürfe nicht unbestraft bleiben, sagt Grossbritanniens Uno-Botschafter Mark Lyall Grant.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von M. Haener, Büsserach
    Um Syriens C-Waffen Arsenal entsorgen zu können, braucht es womöglich einen Waffenstillstand. Also ist ein Rückzug beider Parteien an beiden Fronten eine Bedingung um Schutzzonen zu schaffen, in welchen Un-Friedenstruppen stationiert werden könnten. Beide Parteien müssten eindringlich davor gewarnt werden den Waffenstillstand zu brechen, da sie sonst von Onkel Sam & Co. bombardiert würden. Die ''Verantwortlichen'' für den C-Waffeneinsatz gehören angeklagt in Den Haag.
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  • Kommentar von Mats Gockel, Gelterkinden
    Der Bericht von F. Gsteiger ist ein interessantes Stück PR (Public Relations bzw. PRopaganda). Die Behauptung im 2. Abschnitt, dass "die Schuldfrage geklärt" sei, wiederholt die Reaktionen der USA und Frankreichs, ohne dies kenntlich zu machen. In dem UNO-Bericht ist eine solche Behauptung nirgends zu finden. Der 3. Abschnitt beginnt dann so: "Die Inspektoren stützen sich auf..." Damit wird (bewusst?) ein falscher Eindruck beim Leser erweckt. Seriöser Journalismus sieht anders aus...
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  • Kommentar von Walter Kathriner, Sarnen
    Syrienkonflikt: Welche Partei besitzt fixfertiges Nervengas?.......Fragt doch mal die Mossad, die weiss es ganz sicher.
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