Syrische Soldaten und Rebellen exekutieren Gegner

In Syrien dreht die Gewaltspirale weiter. Verschiedene Menschenrechtsorganisationen prangern beide Seiten an. Die Opposition berichtet über Exekutionen und Vergewaltigungen.

Eine Person fährt mit einem Velo an einer zerstörten Häuserfassade vorbei. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In Syrien ist die Gewalt immer wieder präsent. Keystone/archiv

Menschenrechtler und Oppositionelle dokumentierten in Syrien neue Kriegsverbrechen beider Seiten. Das oppositionelle Scham-Nachrichtennetzwerk berichtete, die Regierungstruppen hätten bei einer Razzia in der Ortschaft Al-Mastuma in der Provinz Idlib 17 Männer exekutiert.

Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter meldete, Rebellen der islamistischen Al-Nusra-Front hätten drei Soldaten getötet, die sie am vergangenen Samstag in der Stadt Deir as-Saur gefangen genommen hatten.

Gewalt-Video

Die von radikalen Sunniten gegründete Al-Nusra-Front veröffentlichte zudem ein Video, das die drei Männer zeigt. Darin sieht man, wie sie ihre Namen nennen und ihre Zugehörigkeit zur religiösen Minderheit der Alawiten bestätigen. Einem der drei Männer wird vorgeworfen, er habe in Deir as-Saur eine junge Frau vergewaltigt. Anschliessend sieht man drei Männerleichen in einer Grube liegen.

Laut Aktivisten wurden in Syrien am Dienstag 61 Menschen getötet. Die meisten Opfer gab es in der Provinz Idlib und im Umland der Hauptstadt Damaskus. Am Vortag hatten die Regimegegner landesweit 110 Tote gezählt, unter ihnen 12 Soldaten.