Anschlag auf BVB-Teambus Tatverdächtiger soll aus Habgier gehandelt haben

  • Der mutmassliche Verantwortliche für die Bomben-Attacke auf den BVB-Bus ist gefasst. Dies berichtet das deutsche Bundeskriminalamt und die Bundesanwaltschaft.
  • Es handelt sich dabei um einen 28-Jährigen aus dem Raum Tübingen in Süddeutschland.
  • Ihm wird versuchter Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt.
  • Er soll die Attacke aus Habgier verübt haben. Er wollte dadurch einen Kurssturz der BVB-Aktie erzwingen, um daraus Gewinn zu ziehen.

Der mutmassliche Täter ist offenbar kein Extremist – das meldet die Bundesanwaltschaft. Der Täter, ein deutsch-russischer Staatsbürger, wollte möglichst viele Teammitglieder von Borussia Dortmund töten oder verletzten, um dadurch einen Kurssturz der BVB-Aktie zu bewirken.

Mit sogenannten Put-Optionen wollte er so ein Millionen-Vermögen verdienen. Put-Optionen sind – vereinfacht gesagt – Wetten auf fallende Kurse bestimmter Wertpapiere.

So funktionieren Put-Optionen

Mit einer Put-Option kann ein Investor auf fallende Kurse spekulieren: Die Put-Option gibt ihm das Recht, zum Beispiel eine festgelegte Aktienmenge zu einem späteren Zeitpunkt zu verkaufen. Und dies zu einem Preis, den die Parteien vorher festgelegt haben. Wenn der Kurs des Wertpapiers also fällt bis zum Verkaufstermin, kassiert der Inhaber der Put-Option nicht den tiefen Marktpreis für seine Papiere, sondern er bekommt den vorher festgelegten, höheren Preis.

Bereits zwei Tage nach der Tat zur Fahndung ausgeschrieben

Der Verdächtige kaufte nach der Bundesanwaltschaft direkt vom BVB-Mannschaftshotel aus online ein Aktienpaket für 78'000 Euro. Dafür hatte er Anfang April einen Verbraucherkredit aufgenommen. Bei einem deutlichen Kursverlust der Aktie hätte er einen Millionengewinn gemacht. Bankmitarbeiter schöpften Verdacht und meldeten es der Polizei.

Habgier als Tatmotiv

0:52 min, aus Tagesschau am Mittag vom 21.4.2017

Das Hotelzimmer hatte er bereits Mitte März gebucht. Zwei Tage vor der Tat hatte er das Zimmer im Dachgeschoss des Hotels mit Blick auf den späteren Anschlagsort bezogen.

Laut der «Bild»-Zeitung suchte die Polizei bereits zwei Tage nach dem Bombenanschlag auf den BVB-Bus nach dem Mann. Mit einem Haftbefehl wegen 20-fachen versuchten Mordes, Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion.

Inzwischen hat sich auch der Sportdirektor des deutschen Bundesligisten via Twitter gemeldet.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • BVB-Bus von Explosionen getroffen

    Aus 10vor10 vom 11.4.2017

    Das Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League zwischen dem BVB und der AS Monaco musste abgesagt werden. Grund sind drei Explosionen in der Nähe des BVB-Mannschaftsbusses.