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International Ted Cruz spürt Rückenwind

Ted Cruz hat die Vorwahl der Republikaner in den US-Bundesstaaten Kansas und Maine gewonnen. Louisiana und Kentucky dagegen gehen an Donald Trump. Bei den Demokraten holt Bernie Sanders die beiden Bundesstaaten Kansas und Nebraska während seine Konkurrentin Hillary Clinton in Louisiana gewinnt.

Legende:
Ergebnisse der US-Vorwahlen (Stand 9. März 2016) Bei den Republikanern (Rot) werden 1237 Delegiertenstimmen benötigt, um als Kandidat nominiert zu werden. Bei den Demokraten (Blau) sind es 2383. washingtonpost.com
Legende: Video Ted Cruz holt auf abspielen. Laufzeit 04:12 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.03.2016.

Die Vorwahlen zur US-Präsidentschaft sind in eine neue Runde gegangen. Bei den Republikanern gewann der erzkonservative Senator aus Texas, Ted Cruz, die beiden US-Bundesstaaten Kansas und Maine, wie US-Medien berichteten.

In Louisiana und Kentucky gewann Donald Trump. Chancenlos waren die beiden anderen republikanischen Kandidaten, Marco Rubio und John Kasich.

Republikaner-Establishment gegen Trump

Auf republikanischer Seite gelten die Abstimmungen in den vier Bundesstaaten als Test dafür, wie sich eine verstärkte Kampagne der Republikaner-Führung gegen Immobilienmogul Trump auswirkt. Das Partei-Establishment will unbedingt verhindern, dass der Milliardär Spitzenkandidat wird.

Die Kampagne hatte sich nach einer Serie von Vorwahlsiegen am jüngsten «Super Tuesday» deutlich verschärft. Mit den Ergebnissen von Kansas und Maine verändere sich denn auch das Momentum, sagte Cruz zu Journalisten in Idaho.

Trump war am Samstag bei einer Rede in Florida bemüht, seine Erfolge als das Resultat einer grossen Bewegung darzustellen. Seine Rede wurde von mehreren Demonstranten gestört. Führende Parteivertreter versuchen seit Tagen mit Macht, seine Kandidatur zu verhindern.

Registrierte Republikaner für Cruz

Bei den Republikanern ging es in den vier Staaten insgesamt um 155 Delegiertenstimmen. Es konnten jeweils nur registrierte Parteimitglieder abstimmen. Das ist offenbar ein Vorteil für Cruz, der sich als Alternative zum populistischen und in der Parteiführung umstrittenen Trump positioniert.

Es war auch die erste Abstimmung seit dem Rückzug von Ben Carson, der vor allem von religiös geprägten Amerikanern unterstützt wurde. In dieser Bevölkerungsgruppe ist auch Cruz stark vertreten. Trump ist trotzdem weiterhin der Favorit bei den Republikanern.

Der milliardenschwere Immobilien-Magnat ist landesweit bekannt und unabhängig von Spenden. Er punktet unter
anderem mit seiner scharfen Kritik an den politischen Eliten in Washington.

Wer hat bisher welche Vorwahl gewonnen?

Republikaner:

Donald Trump
Alabama, Arizona, Arkansas, Florida, Georgia, Hawaii, Illinois, Kentucky, Louisiana, Marianen (US-Aussengebiet), Massachusetts, Michigan, Mississippi, Nevada, New Hampshire, North Carolina, South Carolina, Tennessee, Vermont, Virginia
Ted Cruz
Alaska, Colorado, Kansas, Idaho, Iowa, Maine, Oklahoma, Texas, Utah, Wisconsin, Wyoming
Marco Rubio (ausgeschieden)Minnesota, Puerto Rico (US-Aussengebiet), Washington DC
John Kasich
Ohio
Demokraten:

Hillary ClintonAlabama, Arizona, Arkansas, Amerikanisch Samoa (US-Aussengebiet), Florida, Georgia, Illinois, Iowa, Louisiana, Marianen (US-Aussengebiet), Massachusetts, Mississippi, Nevada, North Carolina, Ohio, Samoa (US-Aussengebiet), South Carolina, Tennessee, Texas, Virginia
Bernie Sanders Alaska, Colorado, Hawaii, Kansas, Idaho, Maine, Michigan, Minnesota, Nebraska, New Hampshire, Oklahoma, Utah, Vermont, Washington, Wisconsin, Wyoming

Stand 10. April 2016

Zwischensieg für Bernie Sanders

Bei den Demokraten holte Bernie Sanders die beiden Bundesstaaten Kansas und Nebraska. Hillary Clinton gewann in Louisiana. Trotzdem liegt die Ex-Aussenministerin in der Gesamtrechnung weiter klar vor Sanders.

Sanders an einem Rednerpult.
Legende: Auch Bernie Sanders glaubt weiter an seine Chance. Imago

Vorwahlen gab es am Samstag sowohl bei den Demokraten als auch bei den Republikanern in Kansas und Louisiana. Ausserdem waren die Republikaner in Kentucky und Maine zur Abstimmung aufgerufen, in Nebraska die Demokraten.

Am Sonntag und am kommenden Dienstag stehen insgesamt acht weitere Vorwahlen an. Doch alles blickt bereits auf den 15. März. Dann wird unter anderem in Ohio und Florida abgestimmt, den jeweiligen Heimatstaaten von Trumps Mitbewerbern John Kasich und Marco Rubio. Beide Staaten gelten als Schlüsselstaaten, weil dort besonders viele Delegierte für die Nominationsparteitage im Spätsommer gewählt werden.

Republikaner für Cruz

Republikaner für Cruz

Bei einem Mammuttreffen konservativer Aktivisten in Washington hat Cruz Rückendeckung erhalten. 40 % der Konferenzteilnehmer sprachen sich in der Abstimmung für den zurzeit schärfsten Rivalen von Multimilliardär Donald Trump als Spitzenkandidat bei der Präsidentenwahl im November aus. Floridas Senator Marco Rubio kam auf 30 %, Trump auf 15 %.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Noam Chomsky: „Wenn die Aussagen der führenden Republikaner, die sich um die Präsidentschaft bewerben, der künftigen Politik des weissen Hauses entsprechen, müssen wir uns auf ein wahres Desaster einstellen. Wenn ein Land mit der Macht der USA sich für diese politischen Strategien entscheidet, ist die Wahrscheinlichkeit eines Überlebens der menschlichen Spezies auf ein Minimum reduziert. Die heutige rep. Partei stellt eine der gefährlichsten Organisationen in der Geschichte der Menschheit dar."
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  • Kommentar von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
    @ D. Schmidel, ich hoffe, Sie kennen die Operation Northwood. Meist zeigt der Vorwurf der Verschwörung ein Mangel an Information an, was ich aber niemandem unterstellen will. Lasse mich mit Argumenten gerne eines besseren belehren. Tatsache ist, dass alle 3 Kandidaten: Cruz, Rubio und Clinton eine härtere (aggressivere) Gangart gegenüber Russland erwägen. Was davon zu halten ist, siehe u.a. Historiker Prof. Stephen Cohen.
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  • Kommentar von Urs Heim (Ursus)
    Cruz ist unsympathisch und verbissen, Trump macht aus dem Wahlkampf eine Reality Show. Wenn man sich jetzt entscheiden müsste ist Trump die besser Wahl, denn auch wenn er fachlich nicht ganz reicht, so kann er doch Teile der Bevölkerung begeistern, was auch der Spiegel der gewonnenen Staaten zeigt. Cruz wirkt mit seinen blitzenden Schlitzaugen und dem sektiererischen Gebaren nicht vertrauenswürdig.
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