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International Terror in Kanada: Täter war offenbar Konvertit

Die Innenstadt von Ottawa ist nach dem Terrorangriff wieder zugänglich. Laut Medien war der mutmassliche Attentäter den Behörden als «Reisender mit hohem Sicherheitsrisiko» bekannt. Zudem sei er zum Islam konvertiert. Die Polizei sagt dazu nichts, umso mehr spekulieren die Medien.

Legende: Video Mutmasslicher Terrorakt erschüttert Kanada abspielen. Laufzeit 01:11 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 23.10.2014.

Nach dem Angriff auf das kanadische Parlamentsgebäude in Ottawa hat die Polizei die Sperren in der Innenstadt aufgehoben. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass für die Bürger keine Gefahr bestehe, erklärte die Polizei am Mittwochabend. Allerdings bleibe das Gebiet rund um das Parlament noch abgeriegelt.

Kanada verstärkt Kampf gegen Terror

Kanadas Premierminister Stephen Harper kündigte ein stärkeres Engagement seines Landes im Kampf gegen den internationalen Terrorismus an. «Kanada wird niemals eingeschüchtert sein», sagte er bei einer TV-Ansprache.

«Wir werden unsere Anstrengungen im Kampf gegen internationale Terror-Organisationen verstärken und noch einmal verdoppeln. Es wird für sie keinen sicheren Ort geben.» Das Attentat am Mittwoch sei «brutal und gewalttätig» gewesen, sagte Harper und sprach den Angehörigen des getöteten Soldaten sein Beileid aus. Weitere Details zu der Attacke nannte Harper nicht.

Die Behörden suchen weiter nach möglichen Hintermännern der Bluttat. Polizei und Justizbehörden halten sich aber mit Angaben zu dem Verbrechen stark zurück. Inzwischen ist immerhin klar, dass es sich um einen Einzeltäter handelte. Zur Frage, ob es einen islamistischen Hintergrund gebe, nahm die Polizei nicht Stellung.

Legende: Video SRF-Korrespondentin Karin Bauer in Ottawa abspielen. Laufzeit 02:22 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 23.10.2014.

Spekulationen über den Täter

Weil die Polizei selber nicht informiere, übernähmen dass dafür umso mehr die lokalen Medien, berichtet SRF-Korrespondentin Karin Bauer. Gemäss kanadischen Medien soll der Täter ein islamischer Konvertit gewesen sein. Er hat ein langes Vorstrafenregister, darunter Drogendelikte und Raubüberfälle. «Laut dem kanadischen Geheimdienst soll er hoch gefährlich sein, darum hat man ihm auch den Pass entzogen. Wenn das alles stimmt, wäre das genau dasselbe Verhalten wie beim anderen Täter, dem Konvertit vom Montag, der einen Soldaten erschossen hatte. Und auch ihm hat man den Pass weggenommen», sagt Bauer.

Ob es eine Verbindung zwischen den zwei Tätern gebe, sei nicht bekannt. Ministerpräsident Harper habe Aufklärung für die nächsten Tage versprochen. Für Bauer liegt ein möglicher Grund für die Anschläge darin, dass Kanada sechs Kampfflugzeuge in den Irak im Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) geschickt hat. «Zudem war Kanada Alliierter im Afghanistan-Krieg. Premier Harper hat auch angekündigt, dass er das Antiterror-Gesetz verschärfen will und ein Sprecher des IS hat vor einem Monat zu Vergeltungsschlägen in der ganzen Welt aufgerufen – und dabei auch Kanada genannt.»

Laut lokalen Medienberichten handelt es sich bei dem mutmasslichen Attentäter um einen 32-jährigen kanadischen Staatsangehörigen. Der bei dem Anschlag ums Leben gekommene Mann sei erst kürzlich als «Reisender mit hohem Sicherheitsrisiko» («high risk traveller») eingestuft worden, berichtete die Zeitung «Globe and Mail» unter Berufung auf Behördenquellen.

In weiteren Medienberichten hiess es, er stehe auf einer Liste von 90 Personen, die wegen möglicher Terrorgefahr beobachtet werden. Der TV-Sender NN berichtete unter Berufung auf nicht genauer beschriebene Quellen, der mutmassliche Attentäter sei kürzlich zum Islam übergetreten. Bislang wurden diese Angaben von offizieller Seite nicht bestätigt.

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36 Kommentare

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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Die konvertierten Muslime bergen das grösste Gefahrenpotential. Sie nehmen es mit dem neuen Glauben zu genau und neigen mit wenigen Ausnahmen zu extremen Ausschreitungen.
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    1. Antwort von James Klausner, Interlaken
      Pauschalurteile sind wohlfeil und bringen nicht weiter. Als Frage gestellt, fände ich ihren Beitrag überlegenswert.
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    2. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      M.Zelger "Konvertiten nehmen es mit dem neuen Glauben zu genau" Wie Politologe Abdel-Samad sagte, es gibt keine moderaten Muslime. Sie missachten die Religionsfreiheit sogar in den eigenen Reihen, fordern Geschlechtertrennung an öffentl.Institutionen wie Schulen, Schaltern,Badi usf, separate Kindi+Schulen,Tische an Kantinen,Halalimport trotz Schächtverbot in der CH, opt.Abgrenzung, ja sogar Apartheid im Tod.Laizistisch u.gleichzeitig Moslem zu sein,sei nicht möglich,damit hat auch Erdogan recht.
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    3. Antwort von James Klausner, Interlaken
      Gerne etwas präziser Herr Hermann. Offene, demokratische Gesellschaft trifft auf intolerante patriarchalische Ordnung. Intoleranz mit Toleranz zu begegnen, gefährdet unsere pluralistische Gesellschaft. Verlangen wir also von ALLEN religiösen Vereinen und Körperschaften ein rechtlich bindendes Bekenntnis zu Rechtsstaat, Demokratie, Verfassung und Bürgerechten.
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  • Kommentar von G. Niedermann, Zürich
    Weltweit sollen die neuen Forschungen und Fakten über den Islam 'das neue Bild des Islam' zur Pflichtlektüre verordnet werden. Siehe: islamfacts.info - vielleicht findet dann ein Umdenken oder Verstehen statt.
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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Eine Lösung kann es von mir aus nur geben, wenn das Christentum und der Islam sich um gegenseitigen Respekt bemühen. Nur dann kann es eine friedliche Koexistenz geben. Die hiesigen Aufrufe über ein vereintes Christentum gegen einen allgemeinen Islam führen letztlich nur zur umgekehrten Bewegung, einen vereinten Islam gegen ein allgemeines Christentum. Und dann kann auch in der Schweiz niemand mehr ruhig schlafen.
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    1. Antwort von Björn Christen, Bern
      @Dreier - was Sie da von sich geben, ist kulturrelativiernder Unsinn! Sie sollten sich mal etwas in den Islam vertiefen und die Geschichte des Jihad und des islamistischen Imperalismus studieren. Es gibt kein Beispiel, wo der Islam in den letzten 1400 Jahren mit einer anderen Religion friedlich auf Augenhöhe co-existiert hat. Islam bedeutet "Unterwerfung" und genau so agiert er auch. Das explizite Endziel des Islam ist die Unterwerfung des dar al-harb wie die "ungläubige" Welt bezeichnet wird.
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