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International Thailands Monarch ist seit 70 Jahren im Amt

Er wird verehrt wie ein Gott, der thailändische König Bhumibol. Wer ihn allerdings zu kritisieren wagt, kommt ins Gefängnis. In den letzten zwei Jahren ist dies 60 Personen widerfahren. Was oder wer nach dem populären König kommt, ist noch offen.

Radfahrer vor einem Bildnis des Königs
Legende: König Bhumibol feierte im Dezember seinen 88. Geburtstag. Nun feiert er das 70 Thronjubliäum. Keystone/Archiv

Ein Windspiel spielt über den goldenen Bögen des Grand Palace und über den Köpfen der Touristen. Hier in der mehr als 200-jährigen Tempelanlage lebte einst die Königsfamilie. Ihre Liebe zum König sei grenzenlos, sagt Pakamol Pakpornsawad, eine Touristenführerin des Palasts: «Ich verehre ihn wie ein Gott. Ich liebe ihn. Er hat die Leute wieder vereint und viel für uns getan.»

Ein in der Schweiz aufgewachsener König

Geboren wurde Bhumibol nicht in Thailand, sondern in den USA, wo sein Vater in Harvard studierte. Nach dem frühen Tod des Vaters zog die Königsfamilie nach Lausanne, wo Bhumibol die meisten seiner Jugendjahre verbrachte. Hier lebte er ein beinahe normales Leben, liebte Jazz-Musik und schnelle Autos. Vor allem sein Konzept der Selbstgenügsamkeit sei von seinen Schweizer Jahren beeinflusst worden, so Pakpornsawad.

Er propagierte eine Wirtschaft der Selbstversorgung und des massvollen Lebens. Deshalb gab er auch den Bauern Land, damit sie sich selbst versorgen konnten. Die thailändische Krone ist jedoch genau das Gegenteil von Genügsamkeit. Laut dem Magazin «Forbes» gehören der Krone und dem Crown-Property-Büro, das Investments und Immobilien verwaltet, Besitztümer im Wert von 30 Milliarden Dollar. Das macht das thailändische Königshaus zu einem der reichsten der Welt.

Amtsantritt nach dem Tode seines Bruders

Der Grand Palace ist heute eine der grössten Touristenattraktionen Bangkoks, täglich überflutet von mehrheitlich chinesischen Touristen. Die Königsfamilie ist vor 70 Jahren aus dem Palast ausgezogen. Damals wurde Bhumibols älterer Bruder erschossen im Palast vorgefunden.

Bhumibol trat die Thronfolge an. Der Mord bleibt bis heute ungeklärt und mit einem Schleier des Schweigens überzogen. Niemand wagt darüber zu reden, genauso wie niemand Kritik am König wagt, wagen darf. Lèse Majesté heisst das Gesetzt der Königsbeleidigung, auf dessen Grundlage jede noch so kleine Kritik mit Gefängnis bestraft wird. Seit dem Militärputsch vor zwei Jahren wurden so mehr als 60 Personen verurteilt. Die Generäle berufen sich bei den harten Urteilen auf den König. Dieser jedoch schweigt. Schwer krank verbringt er die meiste Zeit im Spital.

Was nach dem populären König kommt, macht vielen Angst, auch Pin Ja, der ebenfalls im Palast arbeitet: «Der König und die Königin sind wie unsere Eltern. Wenn es sie nicht mehr gibt, dann fehlt uns die vereinende Kraft im Land.» Diese Kraft könnte mit diesem König und der nächsten Generation verblassen.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Fritz Frei (Fritz Frei)
    Etwas ist hier verloren gegangen: Leute werden zwar wegen Majestätsbeleidigung eingekerkert, aber in der Regel haben sie nie den König angegriffen. Wenn ich hier auch nur den Schimmer eines Zweifels am Kronprinzen, den kaum jemand "verehrt", äussern würde ...
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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Also die Europäer & Amerikaner tun gut daran, sich nicht wieder in Indochina einzumischen und allenfalls auch noch einen "sog. Frühling" einzuleiten. Selbst China musste sich seinerzeit nach dem Abzug der Amerikaner aus Vietnam, eigentlich auch zurückziehen. Jede Art von Einmischung muss vermieden werden. Ein jeder verliert weit mehr als er gewinnen kann.
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  • Kommentar von rené studer (rené studer)
    die unruhen wurden von aussen gesteuert um die kontrollierbaren handlanger zu platzieren. welchem kranken befehl sich die reguläre regierung verweigerte ist offiziell nicht bekannt. aber wen man ein bisschen hinterfragt fallen einem schon einige ein. diese STRAFAKTIONEN weltweit sind nichts neues. alle diese ereignisse müssen im richtigen zusammenhang betrachtet werden. das weitere geschehen beobachten und wir bekommen die richtigen antworten, ich denke die dimensionen werden überraschen
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