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International Tödlicher Anschlag auf Separatistenführer in der Ostukraine

Der Mord an Alexej Mosgowoi droht die Gewalt im Osten der Ukraine weiter anzuheizen. Die Separatisten beschuldigen Kiew, hinter dem tödlichen Anschlag zu stecken. Die Regierung dagegen spricht von einem internen Machtkampf der Rebellen.

Ein tödlicher Anschlag auf einen bekannten Befehlshaber der prorussischen Separatisten im Kriegsgebiet Donbass schürt neue Spannungen zwischen Kiew und den Aufständischen. Der Kommandeur einer Polizeieinheit, Alexej Mosgowoi, sei im Gebiet Luhansk vermutlich von einer ukrainischen Spezialeinheit getötet worden, teilten die Aufständischen mit.

Aus Kiew gesteuerter Mord oder interner Machtkampf?

Nach Darstellung der Aufständischen gerieten Mosgowoi und seine Begleiter am Samstag zunächst in einen Hinterhalt mit einer Explosion. Dann eröffneten Angreifer das Feuer mit Maschinengewehren. Insgesamt sollen dabei mindestens sechs Menschen getötet worden sein.

Die prowestliche Regierung in Kiew wies die Anschuldigungen zurück. Mosgowoi sei das Opfer eines Machtkampfes in den Reihen der Separatisten geworden, erklärte das Präsidialamt. Bei Facebook bekannte sich indes eine Gruppe namens «Ten» (Schatten) zu der Tat. Im Donbass kämpfen zahlreiche Freiwilligenbataillone auf der Seite der ukrainischen Regierung.

Droht nun eine neue Eskalation der Gewalt?

Beide Konfliktparteien berichten derweil von wieder zunehmenden Kämpfen in der Ostukraine; sie werfen sich gegenseitig Verstösse gegen die seit Mitte Februar geltende Waffenruhe vor.

Die Militärführung in Kiew berichtet von einem getöteten Soldaten und mehreren Verletzten innerhalb von 48 Stunden. Zudem wurde Berichten zufolge ein Zivilist bei Beschuss der Ortschaft Awdijiwka nördlich von Donezk getötet.

Separatistenführer Eduard Bassurin behauptet, die Ukraine habe bis zu 45'000 Soldaten im Frontgebiet stationiert. Zudem sprach er von Hunderten Einheiten Kriegstechnik, darunter Panzer.

Der vor mehr als drei Monaten im weissrussischen Minsk vereinbarte Friedensplan für die Ostukraine sieht einen vollständigen Rückzug schwerer Waffen von der Front vor. Beide Seiten hätten dies noch nicht umgesetzt, sagen Beobachter.

Alexej Mosgowoi

Portrait von Alexej Mosgowoi
Legende: key

Mosgowoi war bekannt als Anführer der Separatisten-Brigade «Prisrak» (Gespenst). Der 40-Jährige galt als Anhänger eines unabhängigen Noworossija (Neurussland) und war schon 2004 als Gegner der «Orangenen Revolution» in der Ukraine aufgetreten.

25 Kommentare

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  • Kommentar von N.Belg, Luzern
    Kiew Bankrott, die Leute verlangen ein besseres Leben, die Regierung ist am Rande... Man braucht dringend Krieg. Westliche "Partner" wollen nicht genug Geld zur Verfügung stellen und in die versprochene EU einnehmen. Also, das Land versinkt leider weiter im Kriegschaos. Und die Schuld trägt Westen, die alles gelockt und angezündet haben!!!
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    1. Antwort von u.felber, luzern
      hätten die Russen die Ukrainer ziehen lasse wäre es zu keinem Krieg gekommen. Eins ist sicher, die Russen gehen wenns um Ihre Grenznachbaren geht über Leichen!
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    2. Antwort von N.Belg, Luzern
      u.felber Sie haben wohl nicht mitgekriegt wie Junta alle tötete und verhaftete damit es in Donbass den Wiederstand gibt um diesen Krieg zu beginnen. Und Heute sie haben einen GESETZ unterschrieben um keine Menschen Rechte in Donbass zu achten. Und menschenrechtliche Westen wieder schaut durch "Finger"?
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    3. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      "Hätten die Russen die Ukrainer ziehen lassen..."? Ist es nicht die Regierung in Kiew, welche den Ost-Ukrainer keine Selbstbestimmung zu billigt? Ist nicht gutes Recht dieser Menschen dort, sich da anzubinden, wo sie sich näher fühlen? Haben sie nicht dieselben Rechte wie diese, welche sich lieber westlich orientieren wollen? Diesen Willen akzeptiert, gäbe es diesen Bürgerkrieg in der Ukraine nicht. Hat Europa aus dem Jugoslawien-Krieg denn nichts gelernt? Muss es immer zuerst viele Tote geben?
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  • Kommentar von olga frick, triesen
    Und für die EU und USA sind die Ukrainer immer noch die guten und die Russen die bösen .Ukrainer können alle russen umbringen und sind immer noch die guten !!! Hauptsache die russen sind tot .was für eine kranke welt .
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    1. Antwort von Ursula Reimer, Zürich
      Russland annektiert die Krim, Russland schickt Soldaten und Waffen in die Ukraine und dann sollen sie, die Russen, die Guten sein? Was für eine kranke Meinung.
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    2. Antwort von u.felber, luzern
      Es herrscht Krieg. Einfach nur krank!
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    3. Antwort von N.Belg, Luzern
      Russland hat den Krim gerettet, sonnst hätte noch mehr Opfer gegeben wie in Donbass, Humanitäre Hilfe. USA -Nato schicken Soldaten und Waffen in die Ukraine. EUSA hat den Putsch unterstützt. Leider gibt es immer noch solche, die dass nicht sehen...
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    4. Antwort von E.Wagner, Zug
      Ein erster Gedanke.Das war sicher durch ein von USA Drohnen Kommando Abschuss, wie bei Jemen. Die Handschrift verrät es deutlich wer es war.
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    5. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      @ U.Reimers: Die USA setzen in der Ukraine nach einem gewalttätigen Putsch 2014 eine Vasallenregierung ein. Die Krim drohte mit der Anbindung der Ukraine an die EU bzw. Nato, zu einem Nato-Stützpunkt zu werden. Zumindest hätte Russland diesen Militärstützpunkt whs. räumen müssen. Stellen Sie sich vor, China oder RF würden sich solches Benehmen auf dem nordatlantischen Kontinent erlauben und z.B. die USA von Haiti zu verdrängen versuchen!
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    6. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Und wenn, denn Russland die Krim annektiert hat, hat es dort keine Toten gegeben. Und wenn, denn schickt auch der Westen Soldaten & Waffen in die Ost-Ukraine. Was bitte also macht sie zu den Guten & Russland zu den Bösen? Hat nicht die USA die West-Ukraine annektiert? Dort bestimmen nämlich sie wie der Hase läuft. Und indem der Wunsch nach Unabhängigkeit der Ost-Ukrainer von Kiew nicht akzeptiert wird, begehen auch sie eine Völkerrechtsverletzung. Die Meinung von O. F. ist also gar nicht krank.
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    7. Antwort von m. Reichts, 8000
      @reimer: Krank sind meiner Meinung nach nur die Leute, denen jeder menschliche Verstand abhanden gekommen ist, zu sehen, was hier eigentlich gespielt wird. Was wahr ist, was nicht? Die westlichen Medien geben ja sogar zu, dass es "die Wahrheit", wie sie uns verkauft wird, 1:1 nicht gibt. Sondern, dass es sich eher um eine Ansicht handelt, die uns allen wie Brei ins Hirn gepumpt wird. Wenn sie etwas 6 Tage lang hören, glauben Sie es am 7.
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  • Kommentar von C. Szabo, Thal
    Führer von Truppen an der Front waren zu allen Zeiten einem erhöhten Risiko ausgesetzt. Meist geht die Gefahr von Gegnern aus, die die Führungsriege ausschalten wollen. Das NS-Regime und die UdSSR haben bei Kriegsbeginn wichtige Intellektuelle und Kader (Offiziere) ausgeschaltet. Andere Kriegsparteien haben auch Kommandoaktionen gegen Kaderpersonen erfolgreich durchgeführt. Und bei früheren Konflikten war es global gesehen genau so. Es könnte aber auch eine interne Abrechnung gewesen sein.
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