Zum Inhalt springen

Erneut Anschlag in der Türkei Tote bei Explosion in Izmir

Die Autobombe detonierte bei einem Gerichtsgebäude. Hinter der Attacke vermuten die Behörden die PKK.

Legende: Video «Der Anschlag von Izmir (Originalton)» abspielen. Laufzeit 0:26 Minuten.
Vom 05.01.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • In der westtürkischen Stadt Izmir gab es eine Explosion in der Nähe des Gerichtsgebäudes. Medienberichten zufolge handelte es sich um eine Autobombe.
  • Die Bombe forderte mindestens zwei Todesopfer, sechs weitere Personen sollen verletzt worden sein.
  • Sicherheitskräfte sollen nach der Explosion zwei mutmassliche Attentäter erschossen haben. Ein weiterer Verdächtiger werde noch gesucht.
  • Hinter dem Anschlag vermuten die Behörden die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK.

Izmirs Gouverneur Erol Ayyildiz sagte am Tatort, ein Polizist und ein Justizmitarbeiter seien getötet worden. Erste Anzeichen deuteten auf eine Urheberschaft der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK hin.

Die Detonation ereignete sich Medienberichten zufolge in der Nähe des Gerichtseingangs für Richter und Staatsanwälte. Ayyildiz sagte, nach der Expolosion vor dem Justizgebäude sei es zu einem Schusswechsel gekommen, bei dem zwei Terroristen getötet worden seien. Ein Dritter sei auf der Flucht.

Die Polizei hatte den zur Bombe umgebauten Wagen vor dem Gericht stoppen wollen. Ein zweites verdächtiges Fahrzeug sei kontrolliert gesprengt worden.

Zu sehen sind Polizisten und Krankenautos am Anschlagsort.
Legende: Polizisten und Krankenautos am Anschlagsort. Der örtliche Gouverneur vermutet die PKK hinter der tödlichen Explosion. Keystone

IS-Leute in Izmir verhaftet

Die Türkei wird seit Monaten von einer Welle von Anschlägen islamistischer und kurdischer Gruppen überzogen. In der Silvesternacht erschoss ein Angreifer 39 Menschen in einem Istanbuler Nachtclub. Die Verantwortung für diese Tat reklamierte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für sich.

Erst gestern nahm die Polizei in Izmir rund 20 mutmassliche IS-Extremisten fest. Medienberichten zufolge standen die Festnahmen im Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Nachtclub.

Die Küstenstadt Izmir ist nach Istanbul und Ankara die drittgrösste Stadt der Türkei. Seit der Eskalation der Gewalt im Land im letzten Sommer ist die Stadt bislang von schweren Anschlägen verschont geblieben.

2 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Wie weit darf ein Mann gehen, den man einen „Verbündeten“ nennt und in dessen Land die Gewalt eskaliert – Gewalt, die auch auf unsere Strassen übergesprungen ist. D + F. Einem Mann, der verspricht, seine Kampfjets gegen den IS-Terror starten zu lassen, dessen Bomben jedoch seit Wochen ganz andere treffen?Nach einer Reihe von Berichten über seine Verbindungen zu illegalen Aktivitäten ordnete Erdogan verzweifelt eine Serie von Inhaftierungen an.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    In der Türkei ist die Lebensweise von niemandem systematisch bedroht. Das würden wir nie zulassen", sagte Erdogan. Die Familie von Erdogan hatte nicht nur die türkische Wirtschaft und Politik im Würgegriff hält, sondern auch weit über den Staat hinaus. Mit Zustimmung Erdogans trainierten türkische Geheimdienstler in geheimen Militärbasen in der Konya-Provinz innerhalb der Türkei Islamisten. Hat sich Erdogan davon losgesagt? Rache vom IS?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen