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International «Totengräberin der EU? Ein Kompliment!»

Im ausführlichen Interview mit «Rundschau»-Moderatorin Susanne Wille sagt Rechtsaussen-Politikerin Marine Le Pen, warum sie gerne Totengräberin der EU wäre, weshalb ein Austritt Frankreichs die logische Folge des Brexit sei und warum sie stolz auf dunkelhäutige Nationalspieler ist.

Legende: Video Marine Le Pen im «Rundschau»-Gespräch abspielen. Laufzeit 10:18 Minuten.
Aus Rundschau vom 29.06.2016.

Im Interview mit der «Rundschau» zieht die Kandidatin für die Präsidentschaftswahlen in Frankreich und Parteichefin des rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, ein erstes Fazit zum Brexit.

«Grossbritannien ist nicht untergegangen»

Bereits fünf Tage nachdem Grossbritannien Europa den Rücken zugekehrt hat, ist für Marine Le Pen, Parteichefin des rechtsextremen Front National eines klar: «Grossbritannien ist nach dem Brexit nicht untergegangen. Keine der Katastrophen, die man uns prophezeit hatte, ist eingetroffen.»

Legende: Video «Frexit», das Ziel von Marine le Pen abspielen. Laufzeit 01:25 Minuten.
Aus News-Clip vom 29.06.2016.

Im Interview mit Susanne Wille bekräftigt Le Pen, sie werde ein Referendum zur EU abhalten, wenn sie nächstes Jahr zur französischen Präsidentin gewählt würde. «Wir möchten unsere Autonomie zurück. Wir möchten nicht, dass die EU entscheidet, wer in unser Land kommt und bleiben darf.»

Den Einwand, dass ein Frexit laut Ökonomen wirtschaftlicher Selbstmord bedeute, stellt Le Pen in Abrede – und lobt die Schweiz. «Es gibt Länder, denen es sehr gut geht, beispielsweise die Schweiz.»

Für Europa als grosses Friedensprojekt hat die Rechtsaussen-Politikerin nur Hohn und Spott übrig. «Das ist alles blabla, blabla.» Dies seien leere Worte der EU-Befürworter.

Ein Europa à la carte

Gefragt nach ihrer Vision von Europa, nennt Marine Le Pen ein «Europa der Nationen», an dem sich einzelne Länder je nach Nutzen beteiligen – oder auch nicht. Le Pen zur «Rundschau»: «Es ist ein Europa, in dem Projekte auf die Beine gestellt werden und jedes Land gefragt wird, ob es dabei mitmachen will. Jedes Land kann abwägen, ob sich diese Projekte mit den eigenen Interessen decken.»

Als Beispiele solch einer EU à la carte nennt die Französin die beiden Wirtschaftsprojekte Airbus und Ariane. In den 1970er-Jahren lancierten die grossen europäischen Industrienationen diese beiden Flugzeug- und Raketenbauprogramme.

Nationalteam: «Egal, dass diese Spieler keine französischen Wurzeln haben»

Legende: Video Secondos im Fussball sind kein Problem abspielen. Laufzeit 00:59 Minuten.
Aus News-Clip vom 29.06.2016.

Aktuell stehen mehr dunkel- als hellhäutige im Team der französischen Nationalmannschaft. Für Einwanderungsgegnerin Le Pen ist dies vier Tage vor dem EM-Viertelfinal offenbar kein Problem. Le Pen sagt: «Es ist mir völlig egal, dass diese Spieler keine französischen Wurzeln haben. Ich werde das französische Nationalteam unterstützen. Das sind Franzosen.»

Auf Nachfrage der «Rundschau»muss Le Pen allerdings einräumen: «Wenn wir an der Macht wären, hätten viele Menschen die französische Staatsbürgerschaft erst gar nicht erlangt.»

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123 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    Ihre Ehrwürden, die Totengräberin. Wer möchte von der eigentlich begraben werden? Die weiß bestimmt nicht mal, wie man eine Schaufel in die Hand nimmt. Ich glaub, da ist nicht nur eine Schraube locker.
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    1. Antwort von Ursula Schüpbach (Artio)
      Sehr geehrter Herr Chauvet. Das meine ich ernst und nicht zynisch: Sie können zumindest etwas stolz sein über die erste Bundeskanzlerin Deutschlands. Und ich kann ihnen genau sagen, warum ich so denke: Der ganze Daesh, samt Saudi-Arabien oder Putins Russland können da nicht mehr mithalten. Es tut mir Leid, Ihnen mitteilen zu müssen, dass ich in einem Land lebe, wo Ihre erste Bundeskanzlerin der Welt oft nur beschimpft wird, obwohl selbst sie nie, verheimlicht hat, dass auch sie verletzlich ist.
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  • Kommentar von Markus Guggisberg (gugmar)
    Die EU ist Geschichte und das ist gut so. Wir brauchen keine Zwänge, keine Erpressung, keine 4 Freiheiten, keine EU, keine Administration, kein Zentralkomitee, keine Union, kein Europaparlament, keine europäische Integration, kein Schengen, keine EUGH, kein EMRK, kein europäisches Grossmachtstreben, kein Imperialismus und keine Reformation. Alles falsche Ansätze. Was wir brauchen ist weltweite Kollaboration der Nationen nach demokratisch ausgewiesenem Fachgebiet und Bedarf. Und das wars !
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    1. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      Historisch steht der Begriff Kollaboration für die Zusammenarbeit mit dem Feind, ist also ein negatives Begriffsverständnis. Nach 71 Jahren Frieden und, gemessen an der übrigen Welt Wohlstand, wird Kollaboration der europäischen Nationen gerade durch die EU verhindert. Aber konträre, hetzerische Auffassungen habe ich gerade von Ihnen nicht erwartet, was mich nicht überrascht.
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    2. Antwort von Markus Guggisberg (gugmar)
      @Marcel Chauvet: Freiheit der Zusammenarbeit. Zusammenarbeit demokratisch legitimiert. Heisst zu deutsch: Jede Nation bestimmt die Tiefe der Zusammenarbeit eigenverantwortlich und nicht die Zentrale. Glauben Sie die Existenz in einer Diktatur sei sinnstiftender ? Im übrigen: Es gibt keinen Feind ausser dem Imperialismus und der kommt öfter von innen als von aussen. Also ist der Begriff zutreffend ! Modern und wertfrei ist mit Kollaboration eine starke Form der freiwilligen Kooperation gemeint !
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  • Kommentar von Markus Guggisberg (gugmar)
    Die EU war nie ein Friedenspojekt. Die EU war von Anfang an eine Diktatur !
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