Trump gerät bei Republikanern unter Beschuss

Die republikanischen US-Präsidentschaftsbewerber wollen dem in Umfragen führenden Kandidaten Donald Trump gemeinsam das Wasser abgraben. Das zeigte sich in ihrer zweiten TV-Debatte.

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TV-Debatte: alle gegen Trump

2:28 min, aus Tagesschau vom 17.9.2015

Bei der zweiten Debatte der republikanischen Anwärter auf die US-Präsidentschaft hat der in Umfragen führende Donald Trump Angriffe von allen Seiten erlitten. Es schien beinahe also wollten ihn seine Gegner im Rennen ums Weisse Haus gemeinsam aus dem Weg räumen.

«Wir wissen nicht, wer Sie sind und wohin Sie gehen», sagte Wisconsins Gouverneur Scott Walker im Schlagabtausch mit Trump. Jeb Bush sagte, er habe als Gouverneur von Florida verhindert, dass der milliardenschwere Baulöwe Trump im Südstaat ein Kasino errichtet.

Keine Entschuldigung bei Bush

Bush forderte auch eine Entschuldigung Trumps dafür, dass dieser seine aus Mexiko stammende Frau bei der Debatte um Einwanderung mit ins Spiel gebracht hatte. Dies verweigerte Trump.

Carly Fiorina, Ex-Chefin des Unternehmens Hewlett-Packard, bezeichnete Trump als «Entertainer». Nach und nach würden im Wahlkampf alle entlarvt, warnte sie ihn.

«  Ich glaube, die Frauen in diesem Land haben sehr genau gehört, was Herr Trump gesagt hat. »

Carly Fiorina

Sie reagierte auch auf Beleidigungen Trumps über ihr Aussehen. «Ich glaube, die Frauen in diesem Land haben sehr genau gehört, was Herr Trump gesagt hat.» Trump konterte und sagte über Fiorina: «Ich finde, dass sie eine wunderschöne Frau ist.»

Wenig Inhalt bei Trump

Themen der vom Sender CNN veranstalteten Debatte im kalifornischen Simi Valley waren unter anderem der Konflikt in Syrien, der Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sowie das Verhältnis zu Russland, China und dem Iran. Ausserdem ging es um innenpolitische Fragen wie ein Mindestlohn, Steuern und Familienplanung.

«  Ich werde schon fertig mit Putin, denke ich. »

Donald Trump

Trump hatte erneut Schwierigkeiten, sich zu aussenpolitischen Fragen kompetent zu äussern. Er verwies darauf, dass er als Präsident zu vielen Staats- und Regierungschefs ein besseres Verhältnis haben würde als Amtsinhaber Barack Obama. «Ich werde schon fertig mit Putin, denke ich», gab der Multi-Milliardär zum Besten. Eine Antwort darauf, wie er dies anstellen wolle, blieb Trump jedoch schuldig.

Beim Thema Einwanderung fuhr Trump erneut hartes Geschütz auf und bekräftigte, eine Grenzmauer bauen zu wollen. «Wir haben eine ganze Menge sehr böser Typen in diesem Land.»