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Trumps Kabinett Trump holt superreiche Investmentbanker in Schlüsselpositionen

Steven Mnuchin soll US-Finanzminister werden, Wilbur Ross Wirtschaftsminister. Diese kündigten bereits Massnahmen an.

Legende: Video Trumps Kabinett nimmt Gestalt an abspielen. Laufzeit 2:02 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 30.11.2016.

Das Wichtigste in Kürze

  • Investmentbanker Steven Mnuchin soll neuer US-Finanzminister werden. Mnuchin war bei Goldman Sachs und gilt als Wall-Street-Insider. Kritiker erwarten nicht, dass er die Wall Street hart angehen wird.
  • Milliardär Wilbur Ross ist als Wirtschaftsminister nominiert. Ross war ebenfalls ein früherer Investmentbanker.
  • Mnuchin und Ross kündigten bereits Massnahmen an: Dazu gehören massive Steuersenkungen, mehr Wirtschaftswachstum und Härte im Währungsstreit mit China:

Steven Mnuchin war bereits der Finanzchef von Trumps Wahlkampagne. Wilbur Ross, ebenfalls ein früherer Investmentbanker, wird Wirtschaftsminister. Der Milliardär wurde durch die Restrukturierung von kränkelnden Unternehmen bekannt. Zudem war er als Privatisierungsberater für den früheren Bürgermeister Rudy Giuliani tätig.

Mnuchin und Ross setzen kurz nach ihrer Nominierung bereits erste Akzente:

Steuern senken: Die Steuern sollen auf 15 Prozent halbiert werden. Auch mittlere Einkommen sollen entlastet werden. Mnuchin sprach von der grössten Steuerreform seit der Ära von Präsident Ronald Reagan in den achtziger Jahren.

Wirtschaftswachstum ankurbeln: Mit der Steuerreform wollen die beiden das Bruttoinlandsprodukt ankurbeln.

Härte im Währungsstreit mit China: Mnuchin kündigte zudem offene Worte gegenüber China an, das von Trump als Währungsmanipulator an den Pranger gestellt wurde. «Wenn wir feststellen, dass wir sie als Währungsmanipulator kennzeichnen müssen, dann ist das etwas, was das Finanzministerium tun würde.»

Bilaterale Handelsabkommen: Ross lies durchblicken, dass er bilaterale Handelsabkommen statt regionaler Vereinbarungen wie dem transpazifischen TPP bevorzugt. «Wir haben viel dummen Handel betrieben», sagte Ross.

Trump will nicht mehr als Geschäftsmann tätig sein

Trump will nicht mehr als Geschäftsmann tätig sein
Donald Trump will sich als US-Präsident komplett aus seinen Unternehmen zurückziehen. Er wolle sich voll und ganz auf die Staatsgeschäfte konzentrieren, schrieb er auf Twitter. Der künftige US-Präsident war als Geschäftsmann umstritten. Mit seinen Kasino-Geschäften war er mehrfach in Konkurs gegangen, seine sogenannte Universität stand unter dem Verdacht, Studenten betrogen zu haben. Trump hatte sich erst vor wenigen Tagen in einem Vergleich auf die Zahlung von 25 Millionen Dollar Schadenersatz verständigt.

Wer wird Aussenminister?

  • Auf der Suche nach einem Aussenminister hat sich Trump derweil mit dem früheren General und Ex-CIA-Chef David Petraeus getroffen. Petraeus wird auch als möglicher Verteidigungsminister gehandelt.
  • Als Gesundheitsminister ist der Abgeordneten Tom Price nominiert. Price war einer der härtesten Kritiker gegen das Krankenkassen-System «Obamacare».

33 Kommentare

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  • Kommentar von Jürg Sand (Jürg Sand)
    Hier noch ein Hinweis für die Armen, die beim Wort reich rot sehen: Es ist von wenig Belang ob ein Chirurg reich oder arm ist, er muss nur sein Handwerk verstehen und das ist bei einem reichen Chirurgen eher anzunehmen. Und, lieber einen bereits reichen Banker, der hat es nicht mehr nötig, der kann es sich leisten auch schmerzhafte Eingriffe ins System auszuführen ohne sich selbst zu schädigen.
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    1. Antwort von Michel Koller (Mica)
      Eine sehr seltsame Einstellung. Viel Geld zu verdienen zeugt nicht zwangsläufig von ausgezeichneter Arbeit. Die Verursacher der letzten wirtschaftlichen Krisen sind alles Leute mit hohem bis sehr hohem Einkommen. Ein wenig verdienender Chirurg arbeitet vielleicht oft pro Bono und leistet gute Arbeit. Und von wegen Reiche haben es nicht mehr nötig... eine Vielzahl will immer noch reicher werden und ist sogar bereit zu betrügen um noch mehr Vermögen anzuhäufen. Madoff lässt grüssen.
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    2. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      JS, Sie blenden die Psychologie dieses Menschenschlags aus. Er hat sich über Jahrzehnte an der Maxime "immer mehr" festgeklammert. Eine Berufung in ein solches politisches Amt leistet diesem Denken eher Vorschub als dass es von einem "genug ist genug" ablösen lässt. Mit wertschöpfender Arbeit hat das Schaffen solcher Vermögen nichts zu tun; es war das Geld, das die "Arbeit" verrichtete. Das bedeutet nichts anderes als die Umschichtung von Geld: Was hier dazu kommt, geht andernorts verloren.
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  • Kommentar von Klaus Kreuter (Klaus Kreuter)
    Wie soll denn das zusammengehen? Steuern massiv senken und gleichzeitig riesig in die marode Infrastruktur investieren. Jetzt schon 20 Tausend Billiarden Schulden und wenn dann der republikanische Spuk zu Ende ist werden es wohl 25.000 Billarden sein. Na ja, für Spekulationen bleibt genügend Platz.
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  • Kommentar von Benedikt Walchli (Benedikt Walchli)
    So lange es Menschen gibt gibt es auch Arme und Reiche. Primär ist der sozialistische Gedanke nicht schlecht es von den Reichen zu nehmen aber es funktioniert mit uns Menschen nicht, wie das letzte Beispiel Venezuela wieder klar gezeigt hat. Die Reichen sind so quasi der Motor, so das auch der Mittelstand und Ärmere es besser haben.
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    1. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Hier sei Mani Matter ins Gedächtnis gerufen: «Dene wo's guet geit giengs besser giengs dene besser wo's weniger guet geit. Was aber nid geit ohni dass es dene wos guet geit weniger guet geit.»
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