Türkische Polizei geht gegen Demonstranten vor

Mit Wasserwerfern und Plastikgeschossen ist die türkische Polizei in Istanbul erneut gegen regierungskritische Demonstranten vorgegangen – nach einem Konzert. Mehrere Verletzte und Festnahmen waren die Folge.

Proteste in Istanbul gehen weiter (unkommentiert)

0:37 min, vom 16.9.2013

Ein Konzert auf der asiatischen Seite von Istanbul, im türkischen Stadtviertel Kadiköy, endete mit Zusammenstössen zwischen Besuchern und der Polizei.

Die Polizei setzte gegen regierungskritische Demonstranten Wasserwerfer und Plastikgeschosse ein, wie die Medien berichteten. Sie verfolgte Demonstranten bis in die Nebenstrassen. Es gab mehrere Verletzte und Festnahmen.

Auslöser der Zusammenstösse war der Tod eines 22-jährigen Demonstranten vor einer Woche. Die Proteste richteten sich vor allem gegen die konservativ-islamische Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan.

Nach dem Tod des Mannes im südtürkischen Antakya hatten Augenzeugen und Verwandte angegeben, der junge Mann sei von einer Tränengaspatrone der Polizei am Kopf getroffen worden. Das Innenministerium sah dagegen keine Schuld bei der Polizei und teilte mit, der Demonstrant sei vom Dach eines Gebäudes gestürzt.