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International Über hundert Tote bei Anschlägen in Bagdad

In der irakischen Hauptstadt Bagdad detonierten kurz nacheinander zwei Bomben. 115 Menschen sollen laut Polizei dabei getötet worden sein, 200 weitere wurden verletzt. Zu einem der Angriffe bekannte sich die Terrormiliz IS.

Legende: Video Anschläge in Bagdad abspielen. Laufzeit 1:31 Minuten.
Aus Tagesschau vom 03.07.2016.

Das Wichtigste in Kürze:

  • In Bagdad explodierten zwei Bomben.
  • 115 Menschen sollen getötet worden sein, über 200 weitere werden verletzt.
  • Der IS bekennt sich zu einem der Anschläge.
  • Wegen Ramadan-Feierlichkeiten waren viele Menschen unterwegs.

Bei zwei Bombenanschlägen in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind in der Nacht 115 Menschen getötet und bis zu 200 weitere verletzt worden, wie Polizei und Ärzte mitteilten.

Ein Angriff hat sich im Stadtteil Karrada ereignet. Dort ist eine Autobombe in der Nähe eines Restaurants explodiert. Der Sprengsatz detonierte, als die Menschen nach Sonnenuntergang auf die Strassen gingen. Wegen der Ramadan-Feierlichkeiten waren viele Menschen draussen unterwegs.

Legende: Video Im Geschäftsviertel sind viele Gebäude in Flammen aufgegangen abspielen. Laufzeit 0:07 Minuten.
Vom 03.07.2016.

Kurz darauf detonierte ein selbstgebauter Sprengsatz in einer beliebten Einkaufsstrasse im Schiiten-Viertel Al-Shaab im Norden Bagdads. Dort wurden nach Angaben aus Polizeikreisen mindestens zwei Menschen getötet. Viele Bewohner des Viertels erledigten vor dem Fest zum Ende des Fastenmonats Ramadan ihre Einkäufe.

Die Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS) bekannte sich zum Anschlag im Stadtteil Karrada. Laut dem auf die Beobachtung islamistischer Websites spezialisierten Unternehmen Site, erklärten die Terroristen, der Selbstmordanschlag habe sich gegen eine Ansammlung von Schiiten gerichtet. Zum zweiten Anschlag bekannte sich zunächst niemand.

Wut auf den Ministerpräsidenten

Ministerpräsident Haider al-Abadi besuchte die Anschlagsorte. Sein Konvoi wurde von wütenden Anwohnern mit Steinen und Flaschen beworfen. Abadi hatte nach der
Rückeroberung der IS-Hochburg Falludscha mehr Sicherheit versprochen, allerdings ist kein Rückgang der Anschläge zu beobachten.

Der IS kontrolliert weite Teile des Landes. Die Organisation startet immer wieder Attacken auf Mitglieder der Glaubensrichtung der Schiiten.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Leu (tleu)
    Die armen Menschen in Bagdad! Der IS muss ausgemerzt werden, ohne wenn und aber und zwar mit vereinten Kräften des UNO-Sicherheitsrates. Wenn das nicht getan wird, haben diese menschenverachtenden Terroristen immer ein Rückzugsgebiet, wo sie sich unbehelligt ideologisch verbrämen und aufrüsten können.
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Das Morden der Schergen nimmt kein Ende --- Erwachsen Leute aus nicht Christlicher Kultur bei uns zu integrieren halte ich für nicht erfolgreich, hingegen Waisenkindern unter 14 Jahren bei uns eine Chance zur Integration zu bieten, wäre der einzige sehr sinnvolle Weg zu helfen um so den Traumatisierten ein menschenwürdigen Leben zu ermöglichen. Warum lese und höre ich nichts zu diesen Möglichkeiten von unseren Institutionen ? Meine Familie ist bereit, ein solches Kind bei uns zu integrieren .
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Mit der "Befreiung" Iraks haben die USA in weiser Voraussicht die Kontrolle des Staates durch einheimische Kräfte aufgehoben. Das alte Gräben aufbrachen, war zu erwarten und nicht die Schuld der "Befreier". Doch das zu erwartende Vakuum und das Eindringen und Erstarken von Extremisten war wahrscheinlich. Ob der Irak sich in seiner Form nochmals erholt, ist fraglich. Scheint nicht zu den Prioritäten der Freiheitsbringer zu gehören. Mit Chaos lässt sich weit besser geschäften und intrigieren
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