Ultraorthodoxe protestieren gegen ihre Wehrpflicht

Hunderttausende ultraorthodoxe Juden haben sich in Jerusalem mit heftigen Protesten dagegen gewehrt, dass sie in die Wehrpflicht gesandt werden. Es war eine der grössten Demonstrationen in der israelischen Geschichte.

Demonstrierende Juden in Jerusalem. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Laut Gesetzesentwurf soll die Wehrpflicht schrittweise von gemässigte auf ultraorthodoxe Männer ausgeweitet werden. Keystone

Hunderttausende ultraorthodoxe Juden sind gegen einen Gesetzesentwurf auf die Strasse gegangen. Dieser soll eine gerechtere Verteilung der Wehrpflicht in Israel regeln. Im März noch soll das Parlament das umstrittene Gesetz beschliessen.

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Ausüben des Glaubens erschwert

Streng religiöse Juden verweigern in der Regel den Armeedienst. Er erschwere es ihnen, ihren Glauben auszuüben, begründen sie. In der Armee werden Frauen und Männer nicht getrennt. Zudem kommt es häufig zu Einsätzen am Samstag, für religiöse Juden ein heiliger Ruhetag.

Zahlreiche schwarz gekleidete Männer drängten sich am Nachmittag an der zentralen Einfahrt nach Jerusalem. Sie trugen Spruchbänder mit Aufschriften wie «Rette mich vor meinem Bruder».

Zwölf Verletzte

Nach Medienberichten verbrannten mehrere wütende Demonstranten Reifen, zwölf Menschen seien leicht verletzt worden.

Vor der Grossdemonstration hatte die Polizei in Jerusalem ihre Präsenz verstärkt. 3500 zusätzliche Sicherheitskräfte waren im Einsatz, wie ein Polizeisprecher sagte. Es kam zu erheblichen Verkehrsbehinderungen, zahlreiche Strassen in und nach Jerusalem wurden gesperrt.