US-Drohnen töten 116 Zivilisten ausserhalb von Kriegsgebieten

Im Krieg gegen Terroristen setzt die Obama-Regierung stark auf den Einsatz von Drohnen. Jetzt veröffentlicht sie zum ersten Mal Angaben über zivile Opfer. Die Zahlen sind deutlich tiefer als jene, die Nichtregierungsorganisationen zusammengetragen haben.

Männer sichern die Waffen einer Drohne Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Mitarbeiter der US-Luftwaffe sichern die Waffen einer Drohne nach deren Einsatz in Afghanistan. Reuters

Lange hielt die Obama-Regierung diese Zahlen unter Verschluss. Nun gibt sie bekannt, dass bei Drohnenangriffen seit 2009 nicht nur 2500 Terroristen getötet wurden, sondern gleichzeitig auch bis zu 116 Zivilisten ums Leben gekommen sind. Es handelt sich dabei um Personen, die sich in der Nähe von Terroristen aufhielten oder irrtümlicherweise getötet wurden – und zwar ausserhalb von Kampfgebieten. Das heisst: die Opfer in Afghanistan, Irak und Syrien sind ausgeklammert.

Unabhängige Organisationen sind bis jetzt von deutlich höheren Zahlen ausgegangen. In ersten Reaktionen bezweifeln sie denn auch die Richtigkeit der offiziellen Angaben aus Washington. Das zehnseitige Dokument aus dem Weissen Haus sei im besten Fall lückenhaft.

Das Drohnenprogramm ist ein wichtiges Element der amerikanischen Antiterror-Strategie. Seit seinem Amtsantritt hat Präsident Obama statt auf klassische Militäraktionen stärker als jeder Amtsinhaber davor auf den Einsatz von Drohnen zur gezielten Tötung von Terroristen gesetzt.

SRF 4 News, 20.30 Uhr