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International US-Kriege: Militärisch top, geopolitisch Flop

Die USA bereiten einen Militärschlag in Syrien vor. In den vergangenen Jahren erreichte die Weltmacht ihre militärischen Ziele relativ schnell – gegen die langfristigen Probleme in den geschundenen Kriegsländern sind die USA hingegen machtlos.

Rauchwolken im Norden von Aghanistan.
Legende: 2001: Im Norden von Afghanistan beschiessen die USA Stellungen der Taliban. Reuters

US-Präsident Obama hat bereits ein erstes positives Signal für den Militäreinsatz in Syrien erhalten. Der Ausschuss für Auswärtige Beziehungen des Senats ist dem Ansinnen gegenüber positiv gestimmt. In der kommenden Woche werden die wegweisenden Abstimmungen von Senat und Repräsentantenhaus folgen.

Legende: Video Debatte um Attacke gegen Syrien abspielen. Laufzeit 3:04 Minuten.
Aus Tagesschau Nacht vom 04.09.2013.

Der Weg von Obama über den Kongress ist nicht neu: Bereits die beiden Bush-Präsidenten liessen ihre Invasionen im Irak und in Afghanistan bewilligen. Das Repräsentantenhaus verweigerte Bill Clinton 1999 hingegen die Zustimmung für die Bombardierung Kosovos – trotzdem kam es zum Militärschlag.

Hussein und Gaddafi sind tot

Die Kriege mit US-amerikanischer Beteiligung waren in den vergangenen 20 Jahren militärisch oft vom erhofften Erfolg gekrönt. Sowohl in Afghanistan 2001, im Irak 2003 als auch in Libyen 2011 konnte ein internationaler Militärangriff die fehlbaren Regimes stürzen. In Afghanistan dankten nach dem Krieg die Taliban ab, im Irak Saddam Hussein und in Libyen starb Machthaber Muammar al-Gaddafi.

Trotzdem, die Invasionen des Westens haben in den betroffenen Ländern mehr Chaos als Ordnung hinterlassen. Die Zukunft von Afghanistan, Irak und Libyen bleibt ungewiss. Einzig in Kosovo ist inzwischen nach den heftigen Bombardierungen 1999 wieder der Alltag eingekehrt.

Die fünf wichtigsten internationalen Militärschläge seit 1991

  • 1991: Irak – der Wüstensturm in Kuwait

    Im August 1990 marschieren die Truppen vom irakischen Diktator Saddam Hussein im kleinen, ölreichen Emirat Kuwait ein. Als Antwort auf die Völkerrechtsverletzung legitimiert der UNO-Sicherheitsrat einen Militärschlag unter der Federführung der USA. Auch der amerikanische Kongress gibt grünes Licht. Am 17. Januar 1991 bricht Desert Storm, der Wüstensturm, los. Fast eine Million Soldaten, der grösste Teil US-Amerikaner, überrollen die irakische Armee. Bereits am 5. März 1991 kapituliert Hussein. Der Sieg ist trügerisch: Die instabile Lage im Irak beschäftigt die USA bis heute.

  • 1999: Kosovo – massivste Nato-Bombardierungen

    Mit dem Ende des Kalten Krieges fällt auch der Vielvölkerstaat Jugoslawien auseinander. Nach Kriegen zwischen Serben, Slowenen und Kroaten verlagern sich die Kämpfe auf Kosovo. Die Nato gibt die alleinige Schuld den Serben und beschiesst am 24. März 1999 militärische Ziele – ohne UNO-Mandat. Obwohl der amerikanische Kongress Präsident Bill Clinton die Zustimmung für die Bombardierung verweigert, ziehen die USA in den Krieg. Der Angriff endet in einer der massivsten Bombardierungen, die die Welt je gesehen hat: Über 1000 Flugzeuge fliegen 25'000 Angriffe. Die Nato bombardiert auch zivile Ziele, für tote Zivilisten wird das Wort «Kollateralschaden» kreiert. Nach knapp drei Monaten gibt Belgrad auf.

  • 2001: Afghanistan – der «ewige Krieg»

    Die USA machen für die Anschläge vom 11. September 2001 die Terrororganisation Al-Kaida verantwortlich. Am 7. Oktober beginnt die Operation «Enduring Freedom» (vom UNO-Sicherheitsrat implizit legitimiert). Ziel ist es, in Afghanistan die Taliban-Regierung zu stürzen und die Al-Kaida zu zerstören. Nach wenigen Wochen werden die Taliban verjagt. Der Sicherheitsrat stellt in der Folge eine von Nato-Staaten und mehreren Partnerländern gestellte internationale Sicherheitsunterstützungstruppe zusammen. Etliche Staaten haben inzwischen ihre Truppen wieder abgezogen – Obama will bis Anfang 2014 34'000 Soldaten nach Hause schicken. Der Konflikt in Afghanistan dauert an.

  • 2003: Irak – eine völkerrechtswidrige Aktion

    Unter der Federführung der USA und Grossbritannien marschiert die «Koalition der Willigen» am 20. März 2003 im Irak ein. Die Intervention wird ohne UNO-Mandat durchgeführt – der Aufschrei in der Welt ist gross. Die USA begründen den Angriff als Präventivkrieg, um einen Angriff des Irak mit Massenvernichtungsmitteln auf die USA zu verhindern. Nach der Eroberung Bagdads und dem Sturz des irakischen Diktators Saddam Hussein erklärt Präsident George W. Bush am 1. Mai 2003 den Krieg für beendet. Die irakischen Massenvernichtungsmittel werden nie gefunden. Im Jahr 2011 ziehen die ausländischen Truppen ab – der innenpolitische Konflikt ist noch nicht gelöst.

  • 2011: Libyen – die Tage von Gaddafi sind gezählt

    Am 19. März 2011 beginnt in Libyen die internationale Militär-Operation (geführt von Frankreich) gegen das Regime von Muammar al-Gaddhafi. Die Aktion wird im UNO-Sicherheitsrat gutgeheissen. Ziel ist die Einrichtung einer Flugverbotszone, damit die Zivilbevölkerung in Libyen geschützt wird. Faktisch unterstützen die Alliierten jedoch die Aufständischen. Nach gut 200 Kriegstagen wird Gaddafi getötet. Ein nationaler Übergangsrat übernimmt die Macht. Libyen kommt trotzdem nicht zur Ruhe.

(fasc)

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Rudolf R. Blaser, Aeschi
    Schurkenstaaten witternNarrenfreiheit umUranmunition zu entsorgen.Grosses Erschrecken wird geschehen,wenn Pfeile aufSchützen zurückfallenAM GROSSEN+NAHEN TAG DES ALLMÄCHTIGEN GOTTES.Nazis stanzten auf ihre Gürtelschnalle „Gott mit uns“.Das hat ihnen aber nichts genutzt.Gleicherweise ist es zwecklos, dass die Schurkenstaaten „In God we trust“ auf wertloses Papier drucken. Wir ALLE sind nur Schöpfung+dass die Schöpfung aber höher sei als ihr Schöpfer,ist ein Ding der UNMÖGLICHKEIT.
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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    Frieden muss bekanntlich von allen Parteien freiwillig von Herzen kommen. Ein mit Waffengewalt erzwungener Friede ist daher nur ein trügerischer Friede. Daher liegt es m.E. in der Natur der Dinge, dass fast jede Militärintervention den eigentlichen Konflikt nicht löst.
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  • Kommentar von Radomir Putnik, Zürich
    Na ja, militärisch top waren die Amis 1999 im völkerrechtswidrigen Krieg gegen Jugoslawien sicherlich nicht. Nach 78 Tagen Non-Stop-Bombardement waren gerade mal 13 serbische Panzerfahrzeuge zerstört, die Hälfte davon durch die UCK. Auch hatte es die serbische Armee geschafft, die grossangelegte Bodenoffensive durch albanische, NATO- und UCK-Truppen beim Grenzübergang Kosare abzuwehren. Erst das vermehrte Bombardement serbischer ziviler Ziele hat Milosevic schliesslich zum Einlenken gezwungen.
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