Zum Inhalt springen
Inhalt

International US-Senat lehnt schärfere Waffengesetze ab

Nach dem Massaker in Orlando mit 50 Toten sind im US-Senat mehrere Entwürfe zur Verschärfung des Waffenrechts gescheitert. Mithilfe der neuen Regeln hätte verhindert werden sollen, dass Menschen, die auf einer Terror- oder Flugverbotsliste geführt werden, Waffen kaufen können.

Legende: Video Debatte im US-Senat über Waffengesetz abspielen. Laufzeit 02:03 Minuten.
Aus Tagesschau vom 21.06.2016.

Zur Abstimmung standen insgesamt vier Vorschläge zur Änderung bestehenden Rechts. Sie verfehlten am Montagabend (Ortszeit) jeweils die nötige Mehrheit von 60 Stimmen.

Demokraten und Republikaner hatten jeweils eigene Entwürfe vorgelegt, um zu verhindern, dass Terroristen legal an Waffen kommen. Der demokratische Vorschlag hätte es den Sicherheitsbehörden ermöglicht, Menschen, die auf einer Flugverbotsliste geführt werden, vom Kauf auszuschliessen.

Strengere Auflagen für psychisch Kranke

Der republikanische Vorstoss sah vor, dass die Behörden alarmiert werden, wenn jemand, der auf einer solchen Liste steht, eine Waffe kaufen will. Ein Staatsanwalt hätte dann drei Tage Zeit gehabt, ein Gericht davon zu überzeugen, warum der Käufer keine Waffe bekommen sollte. Kritiker erklärten, das sei nicht ausreichend.

Die dritte Initiative der Demokraten hätte die sogenannten Background Checks bei allen Waffenkäufen zur Pflicht gemacht. Bei Privatverkäufern sowie manchen Messen sind solche Überprüfungen bislang nicht vorgesehen. Der vierte Entwurf eines republikanischen Senators hätte es Menschen mit ernsthaften psychischen Erkrankungen erschwert, Waffen zu kaufen.

Massaker heizen Diskussion an

Rufe nach schärferen Waffengesetzen werden in den USA regelmässig nach den Bluttaten bewaffneter Amokläufer laut. Im Parlament fehlt es aber an einer Mehrheit. Die konservativen Republikaner lehnen jegliche Einschränkungen des Rechts auf Waffenbesitz kategorisch ab – in völligem Einklang mit der mächtigen Lobbygruppe National Rifle Association, die sie in Wahlkämpfen unterstützt.

Der Anschlag von Orlando hat die Diskussion über Einschränkungen des Waffenrechts jedoch neu angeheizt. Der Attentäter Omar Mateen war in den vergangenen Jahren wegen Terrorverdachts von der Bundespolizei FBI beobachtet und mehrfach vernommen worden. Dennoch hatte er sich völlig legal das Sturmgewehr und die Handfeuerwaffe kaufen können, mit denen er einen Schwulenclub angriff. Bei dem Anschlag starben 50 Menschen, darunter er selbst.

Waffenland USA

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

9 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Alfred Schläpfer (191.5yenokavan)
    Warum regen wir uns auf? In diesem überheblichen Empire gilt der Spruch "A dead Indian is a good Indian" noch heute. Ich sagte schon vor mehr als zwanzig Jahren "A dead Yank is a good Yank". Und sie sorgen selber dafür. Lassen wir sie und die NRA doch machen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Frédéric Weil (Derrick)
    ... mit anderen Worten. "Terroristen sollen in den USA auch Waffen kaufen können". Denn wer weiss schon, ob ein US-Bürger auf einmal Terrorist ist und dieser sich so die Grundrechte nicht wahrnehmen könnte. Unglaublich blöde ....
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Jeder Terrorist kann Waffen kaufen oder basteln, denn es gibt mehr als genug illegale- und Schwarzmärkte. Dagegen hilft kein Gesetz. Ein scharfes Waffengesetz entwaffnet die Zivilbevölkerung - und stärkt die Gangster und Banditen. Würde die Zivilbevölkerung entwaffnet, müsste der staatliche Schutz ausgebaut werden.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von tom rosen (tom rosen)
      Ein scharfes Waffengesetz entwaffnet die Zivilbevölkerung und gibt der immer zweifelhafteren Obrigkeit (Korruption, Populismus, Skandale) ein Machtmonopol in die schmutzigen Hände. Wie wäre es mit Aufklärung und Deeskalation durch Zufriedenheit und Gelassenheit in der Bevölkerung statt Neid, Wettbewerb und medienverblödetem Massenproletariat. Und es sollte zu denken geben, dass es im weltoffenen Pisa-Wunderland Finnland eine derart geringe Deliktrate hat.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Bruno Vogt (b.vogt)
    In Florida ist das tragen von Waffen in Pubs verboten, warum kam es also zu so einem Massaker? Schliesslich gab es ja ein Verbot. Chicagos Mordrate ist in den ersten Monaten dieses Jahres um 72% nach oben geschossen, das trotz einer der strengsten Waffengesetze der USA. Gleichzeitig haben Alaska und die Dakotas einige der liberalsten Waffengesetze und tiefsten Mordraten der USA. Wie auch hier in der Schweiz, kommt es auf den Träger an, zu denken Verbote und Kontrolle schützen uns ist falsch!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen