Zum Inhalt springen

International US-Vorwahlen: Clinton und Trump souverän

In fünf Bundesstaaten entschieden die Wähler, welche Kandidaten in die Präsidentschaftswahlen geschickt werden. Hillary Clinton räumte bei den Demokraten ab. Donald Trumps Siegeszug wurde nur in Ohio von John Kasich gebremst. Nach seinem Scheitern in Florida räumte Top-Kandidat Marco Rubio das Feld.

Legende: Video «Trump und Clinton erfolgreich» abspielen. Laufzeit 2:59 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 16.03.2016.

Bei den US-Vorwahlen in fünf Bundesstaaten haben Hillary Clinton mindestens vier und Donald Trump mindestens drei Staaten für sich entschieden.

Clinton fuhr sehr wichtige Siege in Florida und Ohio ein, ausserdem gewann sie in North Carolina und Illinois. Das sichert ihr eine grosse Zahl weiterer Delegierter auf dem Weg zur Präsidentschaftskandidatur.

In Missouri wurde ihr vom Sender NBC ebenfalls der Sieg zugerechnet, doch lag sie dort kurz vor Schluss der Auszählung fast gleichauf mit ihrem Rivalen Bernie Sanders.

Clinton liegt damit nicht nur bei den an die Vorwahlergebnisse gebundenen Delegierten klar vor Sanders. Sie hat auch die überwältigende Unterstützung der sogenannten Superdelegierten – von ranghohen Parteivertretern, die automatisch ein Wahlrecht auf dem Parteitag haben.

Niederlage für Trump in Ohio

Bei den Republikanern gewann der umstrittene Quereinsteiger Trump Florida, Illinois und North Carolina. Er verlor aber den zweiten Alles-oder-Nichts-Staat Ohio an dessen Gouverneur John Kasich. «Wir werden den ganzen Weg bis nach Cleveland gehen und uns die republikanische Nominierung sichern», sagte Kasich. In der Stadt in Ohio findet im Juli der Nominierungsparteitag der Republikaner statt.

Kasich verspricht sich von seinem Triumph im Heimatstaat zwar neuen Schwung für seine Kampagne: «Viele Menschen schliessen sich uns an», verkündete er. Doch de facto hat der Gouverneur keine Chance mehr, Trump im Vorwahlrennen einzuholen.

Einziges Ziel: Trump verhindern

Was er und Ted Cruz hingegen womöglich schaffen könnten: den umstrittenen Immobilienmagnaten daran zu hindern, die nötige Delegiertenzahl für seine Nominierung zusammenzubringen. Dann müsste der Parteitag darüber befinden, wer ins Präsidentschaftsrennen steigt.

Legende: Video «Donald Trump lässt sich feiern» abspielen. Laufzeit 0:23 Minuten.
Vom 16.03.2016.

Trump hat nun rund die Hälfte Delegiertenstimmen zusammen, die er beim Parteitag für die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten braucht. «Dies war ein unglaublicher Abend», rief Trump in seiner Siegesrede in Palm Beach in Florida aus. «Wir werden gewinnen, gewinnen, gewinnen, und wir bleiben nicht stehen.»

Auch bei den Republikanern sind alle Staaten ausser Missouri entschieden. Als einziges Medienhaus verkündete der Sender NBS Trump als Sieger. Für alle anderen ist auch hier das Rennen zu knapp für eine Prognose.

Rubio wirft das Handtuch

Floridas Senator Marco Rubio zog noch am Abend die Konsequenz aus der Niederlage in seinem Heimatstaat. Er beendet seinen Wahlkampf. «Es ist nicht Gottes Wille, dass ich 2016 Präsident werde – vielleicht niemals», sagte Rubio bei seinem Abschied von der Wahlkampfbühne.

Das Feld der Republikaner hat sich damit von einst 17 auf nur noch drei Bewerber reduziert. Neben den Führenden Trump und Cruz ist nur noch der Gouverneur von Ohio, John Kasich, im Rennen.

Die Gewinner der Vorwahlen vom 15. März

Republikaner
StaatGewinner
FloridaDonald Trump
OhioJohn Kasich
North Carolina
Donald Trump
IllinoisDonald Trump
Missouri?


Demokraten
StaatGewinner
FloridaHillary Clinton
OhioHillary Clinton
North Carolina
Hillary Clinton
IllinoisHillary Clinton
Missouri?

11 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Jean-Phillippe Ducrey (Jean-Phillippe Ducrey)
    Dass man in Ohio wohl eher den aus Ohio stammenden Kasich wählt, liegt auf der Hand. Das erfährt man aber leider nur zwischen den Zeilen.... Trump wird von den Deutschland-Treuen Medien schon zum Vornherein verteufelt, warum eigentlich? Ich sehe das Team Trump mit Kasich als Vize als durchaus Mehrheits- und, was wichtig ist, auch handlungsfähig. Was Clinton aufgrund der Mehrheiten im Senat und Repräsentantenhaus mit Sicherheit nicht sein wird.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Bernhard Bizer (Avidya)
    Frau Wüstner. Woran machen Sie denn die Unmenschlichkeit von Frau Clinton denn genau fest? Zunächst einmal habe ich Respekt für jemanden der in einer Demokratie politische Verantwortung trägt. Dabei muss nach Abwägung vieler Faktoren eine Entscheidung getroffen werden. Dies ist dann in der Regel eine Gemeinsame und ob es dann die Richtige war stellt sich dann im Nachhinein heraus. Hinter der "Rhetorik" und "Clownerie" eines D. Trump erkenne ich jedoch nicht viel Potential für pol. Verantwortung.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Jean-Phillippe Ducrey (Jean-Phillippe Ducrey)
      Fakt ist, dass Trump das Politestablishment tüchtig aufgemischt hat, was an und für sich nicht so schlecht ist und durchaus grosse Chance birgt. Man sieht das auch in Europa bestens. Eine AfD begründet ihre Erfolge darin, dass die Politiker und mit ihnen auch die Journalisten sich zu fest vom Volk entfernt haben und ein abgehobenes dekadentes Leben führen, derweil das Volk dieses Gehabe teuer ausbaden muss. Clinton sebst versinnbildlicht nur "House of Cards", ihre Leistung ist gleich Null.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Bruno Vogt (b.vogt)
    Dämpfer? Trump gewann den grössten Preis des Tages Florida und wohl auch Illinois. In Ohio konnte er sich nicht durchsetzen aber in Anbetracht der medialen Schlammschlacht gegen ihn ist es trotzdem ein gutes Resultat. Ich bin auch kein Fan von Trump aber verstehe die Amerikaner, wenn sie die Nase nach Bush und Obama total voll haben vom Parteiestablishment und einer fehlgeschlagenen Aussenpolitik, noch mehr Schulden und noch weniger Wohlstand. Darüber regen wir uns in Europa doch genau auch auf!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      57 Prozent der Amerikaner sprechen sich gegen Clinton aus (Spiegel) man ist der Meinung, sie wäre nicht ehrlich. Hinter ihren Reden und Sätzen würde ein ganzes Beraterteam stehen. Ich beurteile sie, während ihrer Zeit als Aussenministerin. Pünktlich zu Beginn des Wahlkampfes, erschien ein Buch Clinton Cash. Lesenswert.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen