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US-Wahlen Ex-CIA-Mann will Trump die Suppe versalzen

Mit dem früheren CIA-Offizier Evan McMullin wirft sich ein weiterer Republikaner ins Rennen um die US-Präsidentschaft. Einziges Ziel des 40-jährigen Mormonen: Donald Trump im wichtigen «Swing State» Utah das Leben schwer machen. Der «Sabotageakt» könnte gelingen, sagt der Politologe Boris Vormann.

Aus Unzufriedenheit mit dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump wollen Konservative einen früheren CIA-Offizier als unabhängigen Kandidaten ins Rennen schicken. Der frühere Berater der Republikaner im US-Repräsentantenhaus, Evan McMullin, werde als Alternative seinen Hut in den Ring werfen, gab sein Wahlkampfbüro zu Beginn der Woche bekannt. Fragen an den Politologen Boris Vormann am John F. Kennedy-Institut in Berlin.

SRF News: Was ist denn das Kalkül, wenn man einen wie McMullin antreten lässt?

Boris Vormann: Bisher hat man sich bei den Demokraten wie auch bei den Republikanern gescheut, einen Drittkandidaten ins Rennen zu schicken, um nicht das eigene Lager zu spalten und so die Wahl praktisch auf dem Silbertablett an die Gegner zu überreichen. Mit McMullin hat das Spiel jetzt gedreht, ist es doch dessem Ziel, Trump mit allen Mitteln zu verhindern.

Warum ausgerechnet McMullin, was bringt er mit?

Zum einen ist er Mormone, was wahrscheinlich seine sicherste Karte ist. Er stammt aus Utah, einem Staat, der 2012 an Mitt Romney ging. Romney hat Trump verprellt, indem er ihm seine Unterstützung versagte und gar nicht mehr zum Parteikonvent der Republikaner kam. Falls McMullin jetzt fristgerecht antritt, könnte er Trump tatsächlich Utah streitig machen, was für diesen ein grosser Verlust wäre.

Muss Trump Utah gewinnen, um US-Präsident zu werden?

Trump hat in den letzten Wochen entschieden, sich auf wenige Swing States zu konzentrieren. Das Kalkül geht nicht mehr auf, wenn Staaten wie Utah wegfallen, die er sich bereits sicher zugerechnet hat. Wenn er Utah verliert, wird sich die Lage für ihn dramatisch zuspitzen.

Könnte der Sabotageakt aus den eigenen republikanischen Reihen gelingen?

Das könnte durchaus klappen. McMullin wird zwar keine Chance haben, jetzt noch Präsident zu werden. Die meisten Fristen sind bereits verstrichen. Über zwei Dutzend Staaten haben die Anmeldefristen zur Kandidatur bereits hinter sich. Aber das braucht McMullin ja auch nicht. Wenn er Trump Utah streitig macht oder zumindest dessen Sieg verhindert, und vielleicht sogar noch in einem anderen Staat ein bisschen Konkurrenz reinbringt, könnte das zum Zünglein an der Waage werden. Dass so etwas klappen kann, zeigt der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore, der ehemals wegen eines Drittkandidaten der Grünen gescheitert ist.

Wäre das nicht Parteiverrat, wenn letztlich Hillary Clinton gewählt würde?

Das ist genau der Grund, weshalb es bisher keine Drittkandidaten aus der eigenen Partei gegeben hat. Denn es steht sehr viel auf dem Spiel. Es ist ja nicht nur die Präsidentschaft, wo viele eine Hillary Clinton ertragen und auf bessere Möglichkeiten 2020 warten würden. Es geht allem voran auch um den Supreme Court, wo der nächste Präsident den offenen neunten Sitz besetzen wird. Auf Lebenszeit des Gewählten wäre das Oberste Gericht dann mehrheitlich demokratisch. Auch der Senat könnte allenfalls an die Demokraten verlorengehen, wenn das eigene Lager zu gespalten ist. So könnten die Demokraten dann relativ stark regieren, obwohl Clinton selbst in eigenen Partei so unbeliebt ist.

Gehen die konservativen Republikaner mit ihrem Manöver dieses Risiko also ein, nur um Trump zu verhindern?

Absolut. Deshalb ist es immer noch nur eine Splittergruppe, die das macht. Wie viele McMullin dann tatsächlich mobilisieren kann, steht auf einem anderen Blatt. Aber das ist natürlich ziemlich gefährlich für die Republikaner.

Das Gespräch führte Simon Leu.

Weitere Mitbewerber

Neben dem Republikaner McMullin treten weitere unabhängige Kandidaten bei der Präsidentenwahl an. Zwei von ihnen haben zumindest geringe Chancen, Donald Trump und Hillary Clinton Stimmen abzunehmen: Gary Johnson für die Libertäre Partei und Jill Stein für die Grünen.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Bernd Kulawik (Bernd K.)
    Tja, wenn man jahrzehntelang das Bildungssystem "verschlankt" und nur korrupte Marionetten aufsteigen lässt, ist die "Personaldecke" irgendwann so dünn, dass man auf die Unbekanntesten zurück greifen muss. Diese Kandidatur ist lächerlich und offenbart das Desaster der Washingtoner Elite bald noch mehr als Trumps (Schein-) Kandidatur: Täglich arbeitet er daran, Hillary Clinton zum Sieg zu verhelfen, auf den sie ohne ihn, einen Gegenkandidaten und die Verschwörung gegen Sanders keine Chance hätte.
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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    CIA-Offizier, die sind ja so was von ehrlich und glaubwürdig, da ist so mancher Mafia-Gauner wesentlich ehrlicher und redlicher. (Mosadek, Alliende Chile, Golf von Tongkin, C-Waffen im Irak, KZ-Betreiber in Guantanamo, uvam.)
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    1. Antwort von Bernd Kulawik (Bernd K.)
      Wieso, er hat gelernt zu lügen, ohne rot zu werden, und Befehle zu befolgen, egal wie unmenschlich sie sind. Genau so einen braucht die US-Elite als Präsidenten. Pech, dass er trotzdem beim Wahlvolk keine Chance haben wird… Aber selbst dem Rep.-Establishment (und erst recht: seinen Hintermännern bei Banken und Wirtschaft) ist eine Clinton sowieso viel lieber … warum wohl?
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  • Kommentar von Bruno Vogt (b.vogt)
    Zumindest ist das sicherlich was sich viele im amerikanischen Establishment wünschen, möglichst viele Stimmen von Trump wegzulocken, um danach mit Hillary wie bisher weiter zu machen. Was wird gleich bleiben? Krieg und Intervention im nahen Osten und der Ukraine werden noch mehr zunehmen, Schuldenberg der USA aktuell bei 19.4 Billionen wird weiter explodieren. Freihandel wir weiter forciert ob via TTIP oder anderen Verträgen, Lohnwachstum stagniert weiter, Wohlstandsschere öffnet sich noch mehr.
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Hr Vogt, was wäre mit Trump an diesen von Ihnen erwähnten Punkten anders? Genau, Sie haben's erraten. Rein nichts.
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    2. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Herr Reuteler, nach der Wahl wird man sagen können, der neue "Trump" im Weissen Haus heisst Hillary Clinton und weiter geht's mit dem Luegen und Begruegen wie bisher !
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