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US-Wahlen Trump geht mit Steuergeschenken auf Wählerfang

Der Präsidentschaftskandidat hat in Detroit sein Wirtschaftsprogramm vorgestellt: Steuersenkungen für Firmen und Privatpersonen, Neuverhandlung von internationalen Handelsverträgen – und ein Schmankerl für die demokratische Wählerbasis.

Legende: Video Trump kritisiert Clinton abspielen. Laufzeit 00:35 Minuten.
Aus News-Clip vom 08.08.2016.

Die letzten Wochen waren nicht leicht für Donald Trumps Präsidentschaftskampagne: Nach seiner Kritik an einer muslimischen Familie, deren Sohn im Irakkrieg getötet worden war und seiner anfänglichen Weigerung, Paul Ryan bei seiner Wiederwahl zu unterstützen, sanken seine Umfragewerte deutlich.

Nun versuchte der Milliardär wieder Boden gut zu machen, mit einem Thema, von dem er etwas verstehen sollte: In der heute arg gebeutelten, früheren Auto-Produktions-Metropole Detroit stellte er seine Wirtschaftspolitik vor.

Und Trump kritisierte gleichzeitig jene seiner Herausfordererin, die ihre Wirtschaftspolitik noch diese Woche ebenfalls in Detroit vorstellen wird: «Jede Idee von Hillary Clinton hat gemein, dass sie alle bestraft, die in den USA arbeiten und geschäften wollen.» Er selbst wolle den USA einen richtigen Anstoss geben. «Clinton ist die Kandidatin der Vergangenheit.»

Tiefere Steuern als Hauptänderung

Konkret will Trump vor allem Steuern senken: So sollen Firmen neu höchstens 15 Prozent ihres Einnahmen versteuern müssen, deutlich weniger als die heutigen 35 Prozent. Trump kündigte zudem eine drastische Vereinfachung des Einkommensteuersystems an. Es solle nur noch drei Sätze in Höhe von zwölf, 25 und 33 Prozent geben.

Viele Arbeitnehmer würden nach seinem Plan gar keine Einkommensteuer zahlen. Vom neuen System werde besonders die Mittelschicht profitieren, sagte Trump.

Wohl mit Blick auf die demokratischen Wähler erklärte Trump, dass unter seiner Führung die Durchschnittskosten für Kinderbetreuung vollkommen vom steuerbaren Netto-Einkommen abgezogen werden darf.

Handelverträge als «Verrat an den Amerikanern»

In seiner Rede thematisierte Trump auch seine Kritik an internationalen Handelverträgen. Er wolle das Nordamerikanische Handelsabkommen (Nafta) mit Mexiko und Kanada neu verhandeln.

Amerikanisierung, nicht Globalisierung, das wird unser neues Credo sein.
Autor: Donald TrumpPräsidentschaftskandidat US-Republikaner

Die geplante Trans-Pazifische Partnerschaft mit asiatischen Ländern taxierte Trump zudem als «nächsten Verrat» an den Amerikanern. Er unterstellte seiner Herausfordererin, dass sie dieses Handelsabkommen insgeheim unterstütze, obwohl Clinton sich öffentlich dagegen stellt. «Amerikanisierung, nicht Globalisierung, das wird unser neues Credo sein», sagte Trump. Eine Isolation der USA sei jedoch keine Option. «Es ist Zeit, den Anker einzuholen, der uns nach unten zieht.»

Zurück zu «alten» Energien

Der Republikaner kündigte ausserdem an, dass er nach seinem Amtsantritt ein Moratorium für alle neuen Regulierungen für die US-Wirtschaft verhängen werde. Er werde sich sodann daran machen, nach einer Prüfung alle überflüssigen Regulierungen rasch abzuschaffen. Dabei meint Trump vor allem auch die Energiepolitik: Trump kündigte eine Wende zurück zu «alten» Energien an.

Er warf Obamas Regierung vor, «einen Krieg gegen die Kohle» zu führen. 50'000 Arbeitsplätze könnten alleine im Bundesstaat Michigan zurückgewonnen werden, wenn die Regulierungen in der Energiepolitik aufgehoben würden.

Frauen stören Trump

Frau wird von Sicherheitsleuten abgeführt
Legende: Reuters

Mehrere Frauen haben in Detroit gegen Donald Trump protestiert. Sie unterbrachen den 70-Jährigen am Montag nacheinander während dessen Rede. Trump war gezwungen, in seinen Ausführungen jeweils kurz innezuhalten. Sicherheitskräfte brachten die Frauen aus dem Saal. Ob es sich um eine koordinierte Aktion handelte, war zunächst unklar.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Frédéric Weil (Derrick)
    Alte Energien? Komkret also Kohle. Da scheint der Umweltgedanke nun völlig abhanden gekommen zu sein. Wie zu DDR Zeiten! Früher wurden Mühlen usw. auch mit Pferd und Esel angetrieben. Nun, eine dieser "alten" Energien können die Amerikaner ja im November schon mal wählen.
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  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    15% Steuern in einem rekordverschuldeten Land wie den USA? Wenn ein US-Politiker so was vorschlägt, dann sind das leere Wahlversprechen oder er hat die Dummheit mit Löffeln gefressen. Geschäftsmodelle exzessiver Niedrigsteuern unter der Bedingung, dass der Umsatz im Ausland erarbeitet wurde, sind eher was für Kleinstaaten wie Luxemburg oder die Schweiz, wo die Steuergleichheit ausgehebelt wurde, ohne dass ein Verfassungsgericht die Möglichkeit hätte dieser Willkür Einhalt zu gebieten.
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  • Kommentar von D. Schmidel (D. Schmidel)
    Putin: Söl ä mol choo!
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