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Tillerson in der Türkei USA bemühen sich um bessere Beziehungen mit der Türkei

Legende: Video Tillerson: Drei gemeinsame Ziele mit der Türkei (engl.) abspielen. Laufzeit 0:34 Minuten.
Aus News-Clip vom 30.03.2017.
  • US-Aussenminister Rex Tillerson hat sich in Ankara mit seinem Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu und Präsident Recep Tayyip Erdogan getroffen.
  • Hauptthema bei den Gesprächen war der Kampf gegen die Terror-Miliz Islamischer Staat (IS).
  • Auch der Fall des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen war Thema. Ankara macht ihn für den Putschversuch im Juli verantwortlich.

US-Aussenminister Rex Tillerson hat sich bei einem Besuch in Ankara darum bemüht, die angespannten Beziehungen der USA zur Türkei zu verbessern. Ankara sei ein «Schlüsselpartner» im Kampf gegen den Islamischen Staat (IS). Bei der gemeinsamen Medienkonferenz mit Amtskollege Mevlüt Cavusoglu sagte Tillerson, beide Länder seien sich einig, dass der IS bekämpft werden müsse.

Syrer sollen über Assad entscheiden

Ein weiteres Thema der Gespräche war die Zukunft des syrischen Machthabers Baschar al-Assad. Über dessen Schicksal sollten die Syrer selbst entscheiden, sagte Tillerson: «Der langfristige Status des syrischen Staatschefs muss durch das syrische Volk festgelegt werden.»

Der frühere US-Präsident Barack Obama hatte, wie auch die syrischen Aufständischen, den Rückzug Assads von der Macht zum politischen Ziel erklärt.

Kein Kurswechsel bezüglich Kurden-Milizen

Cavusoglu sagte seinerseits, die Türkei erwarte eine «bessere Kooperation» mit der Regierung Trump, was die syrischen Kurden angehe. Die in Nordsyrien aktiven syrisch-kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) sind eng mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei (PKK) verbunden.

Legende: Video Amerikanisch-türkischer Streit um Kurden abspielen. Laufzeit 3:50 Minuten.
Aus Tagesschau vom 30.03.2017.

Ankara betrachtet die PKK und die YPG als terroristische Vereinigungen. Washington sieht in den YPG hingegen eine nützliche Schlagkraft gegen den IS. «Die Türkei will, dass die USA ihre Kooperation mit den syrischen Milizen der YPG beendet», so SRF-Korrespondentin Ruth Bossart in Istanbul.

«Hier hatte sich Ankara eigentlich erhofft, dass es mit der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten einen Kurswechsel gibt, wurde aber heute schwer enttäuscht. Denn der US-Aussenminister zeigte sich unverbindlich und man ist sich in der Frage überhaupt nicht näher gekommen.»

Einsatz beendet?

Die Türkei hatte am Mittwoch nach sieben Monaten ihren Militäreinsatz im Norden Syriens beendet. Die Offensive gegen den IS und kurdische Milizen sei «erfolgreich abgeschlossen» worden, hiess es. SRF-Korrespondentin Ruth Bossart glaubt jedoch nicht, dass sich das türkische Militär wirklich zurückzieht. «Es war ja nie die Rede von Truppenrückzug, sondern man hat einfach betont, dass die Mission beendet ist. Die Türkei will mit jedem Mittel verhindern, dass sich im Norden von Syrien ein kurdischer Quasi-Staat einnistet.»

Cavusoglu sprach auch das Thema des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen an. Ankara macht ihn für den Putschversuch im Juli 2016 verantwortlich und fordert dessen Auslieferung.

Treffen mit Erdogan

Tillerson besprach sich auch mehr als zwei Stunden lang mit Präsident Recep Tayyip Erdogan. Erdogan betonte dabei, dass der Kampf gegen den Terrorismus mit «legitimen Akteuren» geführt werden müsse, verlautete aus dem Umfeld des Präsidenten.

Tillerson traf auch Ministerpräsident Binali Yildirim. Wie aus dem Aussenministerium verlautete, sprachen sie darüber, wie die sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Verbindungen in der Region gestärkt werden könnten.

Streit um Prediger Gülen

Die bilateralen Beziehungen zwischen der Türkei und der USA sind auch wegen des Streits über den Prediger Fethullah Gülen getrübt. Dieser lebt in den USA im Exil und die Türkei macht ihn für den Putschversuch im Juli verantwortlich. Ankara fordert seit langem die Auslieferung des Geistlichen.

Nach Angaben von Yildirims Büro wurde auch über die nächsten Schritte im Fall Gülen gesprochen. Ankara hofft dabei auf eine Verbesserung des Verhältnisses unter dem neuen US-Präsidenten Trump – auch hinsichtlich Gülen.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von James Klausner (Harder11)
    Man fragt sich ja schon, wie dieses Treffen abgelaufen ist. Wie man weiss, hat der neue Aussenminister Rex Tillerson eine Sozialphobie. Er mag es nicht, direkt angesprochen zu werden, seine Mitarbeiter haben Anweisung, ihm nicht direkt in die Augen zu blicken, wenn sie mit ihm sprechen. Gute Wahl Mr. Trump...
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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Die USA wollen verhindern, dass ihre Start- und Landerechte auf dem türkischen Militärflugplatz wieder gestrichen werden. Zudem sollen die türkischen Militärs die Kurdenverbände im Irak nicht mehr bekämpfen, sondern mit ihnen, anstatt mit Putin, zusammenarbeiten. Deshalb wird Erdogan unterstützt - ob Demokratie und Menschenrechte eingehalten werden oder nicht ist den Amis Wurscht.
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Zur westlichen Allianz, wo D/F/GB ebenso wie die Amerikaner dazu gehören, hat dasselbe Interesse, denn sie alle wollen das Start,- & Landerecht auf dem türkischen Militärflugplatz behalten. Dadurch & durch den Flüchtlingsdeal der Kanzlerin, ist man eben erpressbar geworden & Erdogan nützt das auch aus. Spurt der Westen mal nicht, wie er will, besucht er mal rasch Putin, Frau Von der Leyen darf ihre Truppen dort nicht mehr besuchen, er droht den Flüchtlingsdeal platzen zu lassen & alle spuren..
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    2. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Das sehe ich etwas anders, E.Waeden. Die westliche Allianz hat durchaus unterschiedliche Interessen. So sind die Kriege "gegen den Terror" im nahen und mittleren Osten, sowie in Afrika (neu in Somalia) nicht im Interesse Europas, denn Europa ist der Nachbar des nahen Ostens und Afrikas, wo nun viele Flüchtlinge her kommen. Vor 9/11 hatte Europa keinen islamistischen Terror und kaum Überwachungsgesetze gekannt. Eine friedliche Zusammenarbeit mit Russland war eingeleitet (s. Rede Putins, 25.09.01)
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    3. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      @M. M. Erinner aber daran, dass sich unter Kanzler Schröder sich D nicht am Krieg im Irak beteiligte, jetzt aber in Syrien sind sie es. Mit ihrer Luftwaffe werfen sie zwar keine Bomben dort ab, liefern aber den Verbündeten die Bilder für ihre Ziele, wo dann Bomben abgeworfen werden. "Mitgegangen - mitgehangen". Und damit hat man eben den Terror auch nach Europa geholt. Und die grosse Flüchtlingswelle setzte ein, als man die Hilfmittel an die grossen Flüchtlingslager um die Hälfte reduzierte.
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  • Kommentar von Beat Reuteler (br)
    Für mich ist es unverständlich dass die Türkei für den Einsatz gegen den IS gelobt wird. Schaut man auf die Karten die verbreitet werden, wird offensichtlich dass der Türkische Einsatz in Syrien sich in erster Linie gegen die Syrischen Kurden richtet. Sinnvoll für die USA wäre dass man die Türkei ermahnt sich in dieser Hinsicht zu mässigen.
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