USA schliessen Botschaft in Jemen

Anhaltende politische Instabilität und die ungewisse Sicherheitslage: Die USA ziehen ihr diplomatisches Personal ab.

Botschaftskomplex in Sanaa Jemen. Im Hintergrund die Stadt in der Abenddämmerung. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die amerikanische Botschaft in Sanaa wird vorübergehend geschlossen. Reuters

Die Sprecherin des US-Aussenministeriums, Jen Psaki erkärte, dass die USA ihre Botschaft in Jemen vorübergehend schliessen werde. Grund dafür, sei die anhaltende politische Instabilität und die ungewisse Sicherheitslage des Landes. Schon seit Wochen operierte die Botschaft ohnehin nur mit dem nötigsten diplomatischen Personal. Nun werden auch diese zurückgerufen.

Prekäre Lage seit Putsch

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London und Paris reagieren

Auch Grossbritannien habe seine Vertretung vorübergehend geschlossen, erklärte Nahost-Minister Ellwood. Man befürchte einen Bürgerkrieg zwischen den schiitischen Houthi-Rebellen und der sunnitischen Al Kaida. Die französische Botschaft bittet ansässige Franzosen das Land so «schnell wie möglich zu verlassen».

Man würde eine Rückkehr nach Sanaa prüfen, sobald die politische Lage sich beruhige, sagte Psaki weiter. Das Aussenministerium sprach ebenfalls gestern eine Reisewarnung aus und bat dringend die US-Bürger, welche sich momentan in Jemen aufhalten, das Land zu verlassen.

Die politische Lage in Jemen verschärfte sich in den letzten Monaten sehr. Die iran-nahen schiitischen Houthi-Rebellen belagerten erst die Hauptstadt und stürzten letzte Woche nach monatelangen Kämpfen die Regierung um Präsident Abed Rabbo Mansour Hadi – ein wichtiger Partner der USA im Kampf gegen Al Kaida.

Anti-Terror-Strategie unverändert

US-Beamte gaben bekannt, dass die Botschaftsschliessung jedoch keinen Einfluss auf die Anti-Terror Operationen gegen Al Kaida habe. Das Sicherheitspersonal der Botschaft – traditionell US-Marines – würden zwar ebenfalls das Land verlassen, amerikanische Anti-Terror-Einheiten würden aber in Jemen verbleiben. Nach Syrien 2012 und Libyen 2014, ist dies bereits die dritte Botschaftsschliessung der USA in drei Jahren.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Jemen droht politisches Chaos

    Aus Tagesschau vom 23.1.2015

    Jemen droht ins politische Chaos abzutauchen. Gestern Abend ist erst die Regierung, dann der Präsident Hadi zurückgetreten. Vor drei Tagen hatten die schiitischen Huthi Rebellen, die von Iran unterstützt werden, den Präsidentenpalast besetzt.

  • Erneuter Putschversuch in Jemen

    Aus Tagesschau vom 19.1.2015

    Seit mehr als vier Monaten wird der Jemen faktisch von schiitischen Rebellen kontrolliert. Nun ist die Gewalt erneut eskaliert. Die Armee lieferte sich in Sanaa heftigste Kämpfe mit den Aufständischen. Sie liess Panzer auffahren.