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International USA töten Pakistans Taliban-Chef

Er war einer der meistgesuchten Männer Pakistans. Der selbst ernannte Gotteskrieger Mehsud wurde bei einem US-Drohnenangriff getötet. Allerdings steht sein Nachfolger bereits bereit.

Hakimullah  Mehsud (Bild von 2008).
Legende: Die USA hatten Hakimullah Mehsud seit längerem auf ihrer Todesliste. Keystone

Der Chef der pakistanischen Taliban, Hakimullah Mehsud, ist bei einem US-Drohnenangriff getötet worden. Das teilten Sprecher sowohl des pakistanischen Militärs als auch der Taliban mit. Eine Bestätigung aus Washington gibt es bisher nicht.

Ein US-Regierungssprecher verweigerte jeden Kommentar über operative Einsätze der US-Armee. Die USA hatten ein Kopfgeld von bis zu fünf Millionen Dollar auf den Taliban-Führer ausgesetzt. Er soll unter anderem für zahlreiche Selbstmordanschläge verantwortlich sein. Auch der gescheiterte Anschlag mit einer Autobombe am New Yorker Times Square im Jahr 2010 wurde Mehsud angelastet.

Laut dem freien Südostasien-Korrespondent Willi Germund war Mehsud ursprünglich ein Stammesführer aus Wasiristan. Das ist eine pakistanische Provinz an der Grenze zu Afghanistan, wo sich viele extremistische Taliban-Anhänger niedergelassen haben. «Er war ein relativ charismatischer und populärer Stammesführer in der Region», so Germund.

Der getötete war zudem offenbar wohlhabend: «Er hat es geschafft, viele Konvois der NATO von der Hafenstadt Karachi nach Afghanistan zu überfallen, das hat ihm sehr viel Geld eingebracht. Dieses Geld hat natürlich auch seine Macht gefestigt», schätzt Germund.

25 Tote bei gezieltem Angriff

Mehsud wurde den Berichten zufolge mit drei weiteren Taliban in einem Versteck im Nordwesten des Landes aufgespürt. Eine Drohne feuerte demnach vier Raketen auf den Unterschlupf der Extremisten.

Dabei seien mindestens zwei weitere führende Mitglieder der Tehrik-e-Taliban Pakistan ums Leben gekommen. Ein pakistanischer Geheimdienstmitarbeiter sagte, insgesamt seien bei dem Angriff mindestens 25 Menschen gestorben.

Die USA flogen seit 2004 fast 400 Angriffe mit ferngesteuerten unbemannten Fluggeräten in Pakistan. Nach Angaben einer britischen Vereinigung für investigativen Journalismus kamen dabei bis zu 3600 Menschen um, darunter – basierend auf lokalen Medienberichten – zwischen 416 und 948 Zivilisten.

Unterdessen haben die Taliban in Pakistan bereits einen Nachfolger bestimmt. Auch dieser stammt aus Wasiristan. Laut Germann war er bereits seit einem halben Jahr für eine Einheit von Taliban-Selbstmordattentäter verantwortlich. Er war dort Nachfolger einer Person, die ihrerseits von einer Drohne getötet wurde. An den Händen des Mehsud-Nachfolgers klebt also sehr viel Blut. «Man kann nicht hoffen, dass er eine gemässigtere Linie einschlagen wird als sein Vorgänger.»

Nachfolger bereits bestimmt

Die Tehrik-e-Taliban Pakistan (TTP) haben einen neuen Anführer ernannt. Ein Tag nach dem Tod von Hakimullah Mehsud wurde Khan Said Sajna bei einer Ratsversammlung zum neuen Chef der pakistanische Taliban bestimmt. Sajna stammt aus der Region Süd-Waziristan, die an Afghanistan grenzt.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Han Mann, Basel
    Für jeden bei einem Drohnenschlag getöteten "Terroristen" werden 2 neue rekrutiert. Seit dem Beginn des "war on terror" haben sich Al-Kaida nahe Organisationen über den gesammten Nahen Osten und bis nach Afrika ausgebreitet. Ganz zu schweigen von den zivilen Opfern, der ständigen Angst, in der die Zivilbevölkerung in diesen Regionen lebt, und dem fehlenden gerichtlichen Prozess.
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  • Kommentar von Jan Hurni, Zürich
    Die United States nehmen keine Rücksicht auf Zivilisten. Ich bin ebenfalls ein Befürworter der Terrorbekämpfung, aber jeder Zivilist der dabei sein Leben verliert, ist einer zuviel. Das israelische Militär ist in dieser Hinsicht noch viel effizienter. Die exekutierten gezielt den Hamas-Anführer in einem Auto. Das Auto stand nach der Detonation noch auf allen vier Rädern. So geht das, nicht einfach willkürlich Bomben auf Dörfer werden, in der Hoffnung man erwischt unter 100 den einen richtigen.
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    1. Antwort von kari huber, surin
      Wenn Sie damit behaupten wollen, bei israelischen Angriffen würden keine Zvilisten getötet, dann lügen Sie. Die Frage stellt sich aber nicht so. Bei Terrorattentaten werden ausschliesslich Zivilisten getötet! Und zwar solche, die zweifelsfrei nicht zum terroristischen Lager gehören. Terroristen sind Zivilisten , die absichtlich die Grenze zu wirklichen Zivilisten und sich selbst verwischen, und sind damit direkt am Tod allfälliger Unbeteiligter schuld.
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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Saubere Aktion der USA. Mehr davon! Das dürfte nun allerdings in hiesigen Moscheen wieder zu Hetzreden gegen die USA / IS durch die allseits bekannten Hassprediger und Antisemiten führen.
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