Reaktion auf Atomtests USA wollen «grösstmöglichen Druck» auf Nordkorea

US-Präsident Trump fühlt sich provoziert, Südkorea hat Angst. China und Russland hingegen mahnen einen kühlen Kopf an.

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Was tun mit Nordkorea?

4:47 min, aus 10vor10 vom 4.9.2017
  • Die USA wollen härtere Sanktionen und betonen, alle Optionen lägen auf dem Tisch.
  • US-Präsident Trump und Südkorea vereinbarten, die gemeinsamen militärischen Fähigkeiten auszubauen.
  • China und Russland riefen dazu auf, einen kühlen Kopf zu bewahren.
  • Südkorea führte mit Kriegsschiffen Schiessübungen im Japanischen Meer durch.

Die USA und Südkorea sind sich nach Angaben des Weissen Hauses einig, auf Nordkoreas jüngsten Atomtest mit grösstmöglichem Druck und allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu reagieren. Binnen einer Woche wollen die USA nun verschärfte UNO-Sanktionen gegen die Regierung in Pjöngjang durchsetzen. Über härtere Massnahmen soll kommenden Montag abgestimmt werden.

«  Er bettelt um Krieg. Die USA wollten niemals Krieg, auch jetzt nicht. »

Nikki Haley
US-Botschafterin bei der UNO

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Manöver in Südkorea

Als Reaktion auf den Atomtest Nordkoreas demonstriert Südkorea mit neuen Manövern im Japanischen Meer militärische Stärke. Zweck der Übungen sei gewesen, sofort auf potenzielle Provokationen Nordkoreas antworten zu können. An den Übungen hätten unter anderem eine 2500-Tonnen-Fregatte, Raketenschiffe und Schnellboote teilgenommen.

Bei einem Telefongespräch einigten sich Südkoreas Präsident Moon Jae In und US-Präsident Donald Trump darauf, die Verteidigungsfähigkeit Südkoreas auszubauen: Die Obergrenze für die Nutzlast südkoreanischer Raketen soll abgeschafft werden. Die Reichweite war bisher auf 800 Kilometer und das Gewicht der Sprengköpfe auf 500 Kilogramm beschränkt.

Trump will zudem massiv mehr Waffen und militärische Ausrüstung an Südkorea liefern.Trump bekräftigte, die USA wollten ihre Verbündeten verteidigen.

China und Russland mahnen zur Mässigung

China und Russland riefen vor dem Sicherheitsrat dazu auf, trotz neuer Provokationen aus Pjöngjang einen kühlen Kopf zu bewahren. Präsident Wladimir Putin möchte die Verhandlungen wieder aufnehmen.

Auch Chinas UNO-Botschafter Liu Jieyi mahnte eine friedliche Lösung an: «Wir werden niemals Chaos und Krieg auf der koreanischen Halbinsel erlauben.» Alle müssten einer weiteren Eskalation entgegenwirken.

«Krieg ist nie etwas, was die USA anstreben», sagte UNO-Botschafterin Nikki Haley in New York. «Aber die Geduld unseres Landes ist nicht grenzenlos.» Kim wolle, dass Nordkorea als Atommacht anerkannt werde, aber Nuklearmächte würden stets verantwortungsvoll handeln. «Wenn ein Schurkenstaat eine Atombombe hat und mit einer Langstreckenrakete auf Dich zielt, dann nimmt man nicht die Deckung herunter», sagte Haley.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Militärische Muskelspiele

    Aus Tagesschau vom 4.9.2017

    Im Nordkorea-Konflikt liegen die Nerven blank. Die Grossmächte suchen nach einer angemessenen Antwort, wie man auf die jüngsten Provokationen reagieren soll.

  • Nordkorea und seine Verbündeten

    Aus Echo der Zeit vom 4.9.2017

    Nach dem jüngsten Atomwaffentest von Nordkorea ist der Uno-Sicherheitsrat zu einer Sondersitzung zusammengekommen. Wieder einmal richten sich alle Augen auf China. Vor allem die USA machen Druck auf Peking, härter gegen Nordkorea vorzugehen.

    Doch Nordkorea hat noch einen zweiten Verbündeten: Russland.

    Fredy Gsteiger

  • Erdbeben in Nordkorea – Test einer Wasserstoffbombe?

    Aus Tagesschau vom 3.9.2017

    Gemäss Nordkorea soll der Test einer Wasserstoffbombe der Grund für das Erdbeben im Nordosten des Landes sein. Die internationale Empörung ist gross. Einschätzungen von SRF-Korrespondenten Thomas Stalder, Pascal Nufer und Peter Düggeli in Tokio, Schanghai und Washington.