Venezuela stellt die Weichen für die Zeit nach Chávez

Venezuela hat einen neuen Präsidenten gewählt. Knapp 19 Millionen Menschen waren aufgerufen, den Nachfolger des verstorbenen Hugo Chávez zu bestimmen. Das Wahlergebnis wird am frühen Montagmorgen MESZ erwartet.

Warteschlange vor einem Wahllokal in Caracas. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Venezolanerinnen und Venezolaner haben gewählt. Keystone

Wer wird Nachfolger des «Comandante»? Sechs Wochen nach dem Krebstod des Langzeitpräsidenten Hugo Chávez waren die Venezolaner am Sonntag dazu aufgerufen, seinen Nachfolger zu wählen.

Wahltag mit einem Toten

2:44 min, aus Echo der Zeit vom 14.04.2013

Für das Regierungslager trat Chávez' Ziehsohn, Interimspräsident Nicolás Maduro, an. Die Opposition ging erneut mit dem Gouverneur von Miranda, Henrique Capriles ins Rennen. Das Wahlergebnis wird am frühen Montagmorgen (MESZ) erwartet.

Glaubt man letzten Umfragen, hat das sozialistische Regierungslager um Maduro einen deutlichen Vorsprung. Beide Kandidaten haben versichert, das Ergebnis zu akzeptieren.

140'000 Sicherheitskräfte im Einsatz

Insgesamt sind rund 19 Millionen Menschen wahlberechtigt. Um die Sicherheit zu gewährleisten, waren landeweit mehr als 140' 000 Nationalgardisten und Soldaten im Einsatz.

Vor einem Wahllokal in Caracas suchen Bewohner nach ihren Namen auf den Wahllisten. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Vor einem Wahllokal in Caracas suchen Bewohner nach ihren Namen auf den Wahllisten. Keystone

Innerhalb eines guten halben Jahres werden die Venezolaner damit bereits zum zweiten Mal an die Urnen gebeten. Die letzte Wahl im Oktober hatte Chávez noch klar gewonnen. Anfang März war er dann seinem langjährigen Krebsleiden erlegen. Nicolás Maduro hatte darauf die Amtsgeschäfte vorübergehend übernommen.

Maduro siegessicher

Der Sozialist hatte sich im Wahlkampf siegessicher und als Erbe der «bolivarischen Revolution» von Chávez präsentiert. «Wir haben einen aussergewöhnlichen Führer verloren, aber sein Projekt, das gemeinsam von Arbeitern, Bauern, Frauen, Indigenen, Afrikanischstämmigen und der Jugend gebaut wurde, ist lebendiger denn je», erklärte der Ex-Aussenminister. Die Armut sei in Venezuela drastisch gesunken.

Der bürgerliche Kandidat Capriles will den Kurswechsel in Venezuela. Er versprach einen wirtschaftlichen Neuanfang in dem unter hoher Inflation leidenden Ölland und ein Ende der Ölgeschenke an andere Länder, allen voran Kuba.