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Versöhnung in Nahost? Hamas vermeldet Annäherung an Fatah

  • Die beiden rivalisierenden Palästinenserorganisationen Hamas und Fatah haben sich in Kairo auf ein Abkommen zur Versöhnung verständigt. Dies teilte Hamas-Chef Ismail Hanija mit, ohne weitere Details zu nennen.
  • Die gemässigte Fatah will sich erst am Mittag zum Stand der Verhandlungen äussern.
  • Bei den Gesprächen unter Vermittlung Ägyptens war es darum gegangen, den seit 2007 von der radikalislamischen Hamas beherrschten Gaza-Streifen unter die Kontrolle der Palästinensischen Regierung von Mahmud Abbas (Fatah) zu stellen.
Ismail Hanija im Porträt.
Legende: Hamas-Chef Ismail Hanija will die Annäherung an die Fatah vorantreiben. Reuters / Archiv

Im September hatte die Hamas verkündet, sie lade die Regierung des Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas im Westjordanland dazu ein, «in den Gazastreifen zu kommen und ihre Aufgaben sofort zu übernehmen». Damals herrschte Skepsis, weil schon frühere Versöhnungsversuche gescheitert waren. Im Küstenstreifen leben rund zwei Millionen Menschen.

Den Versöhnungsgesprächen in Kairo stimmten Hamas und Fatah auf Druck Ägyptens zu. Ziel waren die Bildung einer Einheitsregierung für die Palästinensergebiete sowie Neuwahlen. Ein besonders kontroverses Thema war dabei die Zukunft des bewaffneten Arms der Hamas. Ihm gehören 25'000 Kämpfer an, und die Islamisten haben erklärt, dass sie dieser Frage zu keinem Kompromiss bereit sind.

Fatah gegen Hamas

Die Hamas ist nach der Fatah die grösste Palästinenserorganisation. Sie wird von den USA und der Europäischen Union als Terrorgruppe eingestuft. Vor zehn Jahren hatte sie die Macht im Gazastreifen in einem blutigen Bürgerkrieg mit der gemässigten Fatah an sich gerissen. Die Abbas-Regierung ist international anerkannt.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Sieht so aus, als hätte die Hamas den Gazasteifen ziemlich abgewirtschaftet. Der Traum vom islamisch-demokratischen Paradies hat sich in einen Alptraum verwandelt. Es darf davon ausgegangen werden, dass mit diesem neuen strategischen Schwenk die Spendengelder aus Europa wieder reichlich fliessen werden. Und Hass und Terror können weiter verbreitet werden.
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    1. Antwort von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
      2) Hierzu gibt es auch noch die Information: “Abbas' Regierung kürzte unter anderem die Gehälter für die öffentlich Bediensteten im Gazastreifen. Auf seinen Wunsch kürzte Israel zudem die Stromlieferungen. Menschenrechtler warnten vor katastrophalen Zuständen“ Bislang galt in Europas kritisch-intellektuellen Kreisen doch immer Israel als der wahre Böse.
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    2. Antwort von Theresa Müller (t.mueller66)
      Ich glaube an der schlechten wirtsch. Lage ist nicht nur der Hamas zu verdanken. Denn in einem abgeriegelten und isoliertem Raum ohne Import und Export kann einfach keine Wirtschaft entstehen. Sie können mich gerne eines besseren belehren aber ich denke, die Auswirkungen der Lage sind offensichtlich.
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