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International Vier Tote bei Anschlag auf US-Stützpunkt in Afghanistan

Die radikal-islamischen Taliban wollen für die Explosion auf dem grössten amerikanischen Stützpunkt im Land verantwortlich sein. Nebst den vier Todesopfern geben die Behörden 18 Verletzte an.

Der US-Luftwaffenstützpunkt Bagram in der zentralafghanischen Provinz Parwan ist von einer schweren Explosion erschüttert worden. Dabei seien vier Menschen getötet und 18 weitere verletzt worden, berichteten lokale Behörden.

Nach dem Anschlag haben afghanische Sicherheitsleute eine Strassensperre errichtet.
Legende: Nach dem Anschlag haben afghanische Sicherheitsleute eine Strassensperre errichtet. Keystone

Medienberichten zufolge soll sich ein Mann, der als Arbeiter getarnt war, Zugang zu der Basis verschafft und dort eine Sprengstoffweste gezündet haben.

Taliban bekennen sich

Ein Taliban-Sprecher erklärte, es habe sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt. Den US-Truppen seien dabei «schwere Verluste» zugefügt worden.

Die Nato, die in Afghanistan mit der Ausbildungsmission «Resolute Support» im Einsatz ist, sprach in einer Mitteilung von einer nicht näher genannten Zahl von Opfern. Die Explosion habe sich am Morgen gegen 5.30 Uhr Ortszeit ereignet. Medizinische Teams und zusätzliche Sicherheitsverbände seien im Einsatz. Der US-General John Nicholson sprach den Angehörigen der Opfer sein «tiefstes Beileid» aus. Die Verletzten erhielten «die bestmögliche Versorgung».

Karte Airbase Bagram

10'000 US-Soldaten sind noch im Land

Bagram, rund 40 Kilometer nördlich von der Hauptstadt Kabul, ist der grösste Stützpunkt der US-Truppen in Afghanistan. Dort befindet sich auch das Hauptquartier der US-Streitkräfte in Afghanistan. Gegenwärtig sind noch knapp 10'000 US-Soldaten im Land.

Der Stützpunkt in Bagram wird immer wieder von Taliban-Kämpfern attackiert. Bei einem der schwersten Angriffe der letzten Zeit waren im Dezember 2015 sechs US-Soldaten nahe dem Stützpunkt durch einen Selbstmordattentäter getötet worden.

Erst in der Nacht zum Freitag wurden bei einem schweren Anschlag auf das deutsche Konsulat in Masar-i-Scharif mindestens vier Afghanen getötet und 120 verletzt. Die 20 Mitarbeiter des Konsulats überstanden das Attentat unverletzt. Die Taliban bezeichneten den Anschlag als Vergeltung für einen US-Luftangriff nahe Kundus vergangene Woche, bei dem mehr als 30 Zivilisten getötet worden waren.

Wieder direkterer US-Kampf gegen Taliban

Die USA und ihre Verbündeten hatte Ende 2014 ihren Kampfeinsatz in Afghanistan beendet und die Verantwortung für die Sicherheit den afghanischen Sicherheitskräften übergeben. Die verbleibenden NATO-Truppen konzentrierten sich seitdem auf Ausbildung, Beratung und Unterstützung von Anti-Terror-Einsätzen.

Mehrere Rückschläge im Kampf gegen die Taliban liessen aber Zweifel an der Schlagkraft der afghanischen Polizei und Armee aufkommen. US-Soldaten beteiligen sich daher seit diesem Jahr wieder direkter am Kampf gegen die Taliban.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Fredchen Schoch (Verschwörer)
    Diese Woche sind durch eine US-Bombe in Afghanistan 30 Zivilisten umgekommen, leider wurde wegen dem Medialen Hype um die US Wahlen nicht darüber berichtet. Diese Tatsache erklärt den Angriff auf das deutsche Konsulat sowie den US Stützpunkt.. Solange NATO-Bomben über Afghanistan fallen wird es auch Gegenanschläge geben..
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  • Kommentar von Stanic Drago (Putinversteher)
    Afghanen werden ihre Land befreien ob wir das wollen oder nicht.
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Nicht nur der Westen hält sich ungefragt in Afghanistan auf. Sondern auch viele Gotteskrieger und deren Führung sind Besatzung. Ein Grossteil der Afghanen ist wenig erfreut über die extremen Muslime, die den Ton im Land angeben. AF ist seit langer Zeit aus geostrategischen Gründen begehrt. Seit dem Mittelalter hat AF immer wieder neue Herren/Besatzer. Dann folgten RU und GB. Quasi eine Geschichte von fremder Besatzung. Die Entwicklung der Bürger und des Landes hat schweren Schaden erlitten.
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