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International Von Telenovelas und Favelas – Brasilien vor der WM

In einem Monat ist es soweit. Dann wird in São Paulo die Fussball-WM angepfiffen. Natürlich: Nicht alle freuen sich. Demos und Proteste haben das schon im Vorfeld deutlich gemacht. Die Probleme sind vielfältig. Ein Streifzug durch ein faszinierendes Land.

  • Copa Popular – der Fussball der Armen

    Wer in einer Favela wohnt, hat es oft schwer. Das Grundproblem dieser wild wuchernden Elendsviertel ist: Sie sind illegal. Wer dort wohnt, kann jederzeit vertrieben werden. Jetzt, einen Monat vor der WM und zwei Jahre vor den Olympischen Spielen, häufen sich Favela-Räumungen. Vor allem, wenn eine Favela an einem attraktiven Ort liegt, zum Beispiel mit Aussicht. Dann sind Investoren schnell zur Stelle und wollen dort bauen. Die Bewohner werden vertrieben, in Favelas weit aussen, am Stadtrand. Eine dieser Favelas heisst Santa Marta. Dort sollen bald luxuriöse Hotels für Touristen entstehen. Doch die Leute wehren sich. Und die Mittel, mit denen sie sich wehren, sind sehr brasilianisch.

  • «Zwischen Hoffen und Bangen»

    Der Journalist Ruedi Leuthold lebt seit 2007 in Rio de Janeiro. Der Brasilienkenner ist auch ein begeisterter Fussballfan. Er sagt, wo Brasilien einen Monat vor dem Start zur Fussball-WM steht.

  • Traumfabrik am Zuckerhut

    Telenovelas gehören zur brasilianischen Alltagskultur. Millionen von Menschen sehen sie täglich. Der jüngste Erfolg, «Avenida Brasil», läuft inzwischen rund um den Globus und ist ein eigentlicher Kassenschlager. Im Mittelpunkt von «Avenida Brasil» steht Nina. Ihre Stiefmutter hat sie als Baby auf einer Müllkippe am Rand von Rio de Janeiro ausgesetzt. Längst erwachsen, heuert Nina inkognito als Haushalthilfe bei der inzwischen neureichen Rabenmutter an. Die Telenovelas werden mit riesigem Aufwand produziert. Zwölftausend Mitarbeiter gehen auf dem Produktionsgelände ein und aus. Telenovelas wollen vor allem eines: unterhalten. In jüngster Zeit aber klären sich auch auf, wenn sie zum Bespiel Alkoholismus oder Homosexualität thematisieren. Damit lässt sich Geld verdienen. Vor allem mit dem internationalen Verkauf der Serien. «Avenida Brasil» wurde in 30 Sprachen übersetzt. Der brasilianische Medienriese TV Globo schrieb 2012 über eine Milliarde Gewinn.

  • Ein Idyll nur auf der Postkarte

    Die Guanabara-Bucht, aus der Rios Zuckerhut aufragt, ist die Postkarte wie die Kloake der Stadt. Rio hat sich für die Olympischen Spiele von 2016 verpflichtet, die Bucht zu sanieren bzw. bis dahin 80 Prozent der hineinfliessenden Abwässer zu klären. Heute, nach einigen Anstrengungen, sind es erst 35 Prozent. Es geht nicht richtig vorwärts, obwohl die Mittel bereitliegen – die Politik hat kein richtiges Interesse. Ganz anders sieht es im Naturpark der Favela Vidigal aus. Wo einst eine gigantische Müllhalde war, ist heute wieder Urwald. Zu verdanken ist das der jahrelangen Arbeit von drei Einwohnern.

  • «Mr. Regenwald» Paulo Adario

    Paulo Adario leitet seit vielen Jahren das Greenpeace-Büro in Manaus. Er ist der brasilianische Regenwald-Spezialist schlechthin. Auch der Erfinder des sogenannten «Soja-Moratoriums», das stark zur Rückgang der illegalen Abholzung beigetragen hat. Andererseits auch ein Provokateur, der Urwaldfrevlern medienwirksam die «goldene Motorsäge» verleiht. Seine Expertise ist gefragt in Brasilien – und nicht nur dort.

  • Favela, Krieg und Frieden

    Das Armenviertel Santa Marta in Rio de Janeiro ist die erste Favela, die «befriedet» wurde. Die Staatsgewalt eroberte sie aus der Gewalt der Drogengangs zurück. Die Verbrecher wurde vertrieben, die Favela blühte auf – und empfängt heute sogar Touristen. Trotzdem ist es nicht mehr als Kosmetik; die Drogengangs wüten heute an der Peripherie Rios, wo kein Tourist hingeht. Renato Chiera, ein katholischer Geistlicher, betreibt dort Kinderheime. In der Umgebung würden immer mehr Jugendliche bei Bandenkriegen erschossen. Er vermutet, hinter der Favela-Befriedung steckten auch tiefere Interessen der Immobilienbranche, die es auf diese Flecken mit atemberaubender Aussicht auf Rio abgesehen hat. Tatsächlich leiden erste befriedete Favelas unter der Gentrifizierung.

  • Ana Cristina Pinto und die «Urwald-Apotheke»

    Malaria und Denguefieber fordern in den Tropen immer noch viele Opfer. Die Chemikerin Ana Cristina Pinto entwickelt am staatlichen Amazonas-Forschungsinstitut in Manaus ein neues Mückenschutzmittel. Der pflanzliche Wirkstoff wirkt auf die Mosquitos tödlich – das verspricht einen Quantensprung in der Prävention. Parallel wird seine Anwendung in der Fisch- und Viehzucht untersucht. Gelingt dank der «Urwald-Apotheke» der grosse Wurf?

  • So tönt Manaus

    Vier WM-Partien werden in Manaus gespielt werden. Vier Partien, für die in der Zwei-Millionen-Stadt am Amazonas eigens ein Stadion gebaut wird. Ein Stadion, für das es nach der Weltmeisterschaft keine Verwendung mehr gibt. Doch das ist nicht der einzige Ärger für die Einwohner: Die Versprechungen, den öffentlichen Verkehr zu verbessern, sind alle unerfüllt geblieben.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Thomas Koblet , Rickenbach
    Brasilien wird sich mit dieser Fussball-WM und den Olympischen Spielen in 2 Jahren, massiv (über)belasten, sozial und wirtschaftlich. Ist es das wirklich Wert?? Ich war immer ein ziemlich treuer Fussball-WM Fan, aber dieses Mal ist der bittere Nachgeschmack doch sehr gross. Als ich dann noch gehört habe, was der Deutsche Fussball-Verband abgezogen hat: Sie fanden kein geeignetes Hotel, also man kaufe ein Stück Land und baue sich das optimale Hotel gleich selber??!! Degenerierter gehts nimmer.