Zum Inhalt springen
Inhalt

International Waffen ruhen in Gaza – noch

In den ersten Stunden der seit Sonntagabend geltenden 72-stündigen Waffenruhe gab es keine Berichte über einen Bruch der Vereinbarung. Falls die Feuerpause Bestand hat, will Israel heute Montag seine Delegation erneut nach Kairo zu Verhandlungen über einen dauerhaften Waffenstillstand entsenden.

Eine Katze auf einem Gewehr
Legende: Auch Katzen scheinen die neuerliche Waffenruhe in Gaza sehr zu geniessen. Reuters

Die radikalislamische Hamas feuerte nach eigenen Angaben bis kurz vor Beginn der Waffenruhe Raketen auf Israel ab. Israel bombardierte den Tag über wieder Ziele im Gazastreifen.

Legende: Video In Gaza sollen die Waffen schweigen abspielen. Laufzeit 01:11 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 10.08.2014.

Wenige Stunden zuvor hatte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sein Land auf einen langen Kampf gegen die palästinensischen Milizen im Gazastreifen eingestimmt. Regierung und Streitkräfte würden sich weiter «für eine Veränderung der Realität und Ruhe für alle Bürger einsetzen», erklärte der Regierungschef zum Auftakt einer Kabinettssitzung. «Das wird Zeit beanspruchen», fügte er hinzu.

Treffen der Arabischen Liga

Die Arabische Liga kündigte an, am heutigen Montag an ihrem Sitz in Kairo zu einer Sondersitzung wegen des Gaza-Konflikts zusammenzukommen. Daran soll auch der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat teilnehmen. Nach dem Beginn der neuen Feuerpause hofft UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon, dass sich die Konfliktparteien unter ägyptischer Vermittlung auf eine dauerhafte Waffenruhe einigen.

Wie ein Sprecher Bans am Sonntagabend in New York mitteilte, forderte der UNO-Generalsekretär alle Betroffenen auf, konstruktiv daran zu arbeiten und alles zu vermeiden, was zu erneuter Gewalt führen würde. Die Vereinten Nationen stünden bereit, bei der Umsetzung eines Abkommens mitzuwirken, das den Frieden festige und den dringend gebrauchten Wiederaufbau Gazas erlaube.

Zehn Tote am Wochenende

Israel griff nach Angaben von Militärsprechern am Wochenende 150 Ziele im Gazastreifen an. Zehn Palästinenser wurden nach Angaben der Rettungsdienste getötet, unter ihnen zwei Kinder. Militante Palästinenser schossen im gleichen Zeitraum rund 70 Raketen auf den Süden Israels ab.

Feuer in einer Fabrikhalle
Legende: Noch kurz vor Beginn der Feuerpause war eine Fabrik in Gaza bei einem Luftangriff in Brand gesetzt worden. Reuters

Seit Beginn des Gaza-Kriegs vor mehr als einem Monat sind nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums mehr als 1900 Palästinenser getötet und knapp 10'000 verletzt worden. Auf israelischer Seite starben 64 Soldaten und 3 Zivilisten, mehr als 500 Menschen wurden verletzt.

Über 3000 Raketen

Israel hatte sich am Freitag aus den Verhandlungen über einen dauerhaften Waffenstillstand zurückgezogen, nachdem die Palästinenser die Verlängerung einer befristeten Feuerpause abgelehnt und erneut Raketen Richtung Israel abgefeuert hatten.

Im vergangenen Monat wurden mehr als 3000 Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert. Das israelische Militär hat seinerseits zahlreiche Luftangriffe geflogen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Michael Gisler, Altdorf/UR
    Solange ich denken kann kämpfen die Israelis gegen die Araber im Gazastreifen. Langsam mag ich von diesem "Konflikt" nichts mehr hören. Sollen die sich gegenseitig umbringen, nur dann gibt es endlich Rube...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Erwin Jenni, Ottikon
    Da werden von der Hamas sogar Raketen auf einen Grenzübergang für Warentransporte nach Gaza abgefeuert! Wie bescheuert kann man denn noch sein? In die gleiche Kategorie gehen die Beschüsse auf das Atomkraftwerk in Dimona und auf die Süsswasseraufbereitungsanlage in Ashdod, welche das Wasser in den Gazastreifen liefert. Auch daran kann man erkennen, das Hamas kaum am Wohl der Befölkerung in Gaza interessiert ist. Und überhaupt: Wie kommt Hamas als Auslöser des Krieges dazu Forderungen zu stellen?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von André Piquerez, ebikon
      die Hamas sind nicht viel besser als die IS - vereinen alles negative, absoluter Horror - und diese Hamas werden von den Palästinensern sogar noch unterstützt...denen ist die Zivilbevölkerung völlig egal, nur Gewalt im Kopf und Tod - Auslöschung der Israelis - was sie bewirken ist genau das Gegenteil - Zerstörung des gaza-streifens...hamas, IS, al quaida, taliban... -> krieg, Tod, Diskriminierung, Zerstörung, Rückschritt...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Dieter Mattmüller, Zürich
    Gestern Samstag schossen die Hamas 30 Raketen nach Israel. Dass Israel unter Beschuss nicht verhandelt ist wohl jedem klar. Kleines Detail: 5 dieser Raketen landeten noch im Gazastreifen (seit Beginn des Konfliktes sind es bereits weit über 400 Hamas-Raketen, die im Gazastreifen runter gekommen sind. Über die (zivilen) Opfer dieser Raketen lesen wir komischerweise nie etwas).
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von P. Meier, Wettingen
      Als Bewohner von Gaza oder der Westbank würde ich auch nicht verhandeln, solange Israel am Bauen von Siedlungen ist.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen