Die Schlacht um Aleppo Waffenruhe oder nicht: Wer sagt die Wahrheit?

Russlands Aussenminister Lawrow spricht von einer Angriffspause auf Aleppo. Stimmt nicht, sagen die Rebellen.

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Regime-Angriffe gehen offenbar weiter

1:02 min, aus Tagesschau am Mittag vom 9.12.2016
  • Russischer Aussenminister Sergej Lawrow erklärt Angriffe für unterbrochen.
  • Rebellen sprechen aber von fortlaufenden Gefechten.
  • Syrien-Gespräche sollen am Wochenende in Genf fortgeführt werden.

Der russische Aussenminister Sergej Lawrow sagte beim Treffen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Hamburg, die syrische Armee habe ihre Angriffe in Aleppo vorübergehend gestoppt, um 8000 Zivilisten aus der Stadt zu bringen. Nach Informationen von Aktivisten gingen die Kämpfe in der nordsyrischen Stadt jedoch weiter.

Es gebe noch immer Gefechte zwischen Regimekräften und oppositionellen Milizen, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Auch Einwohner der Rebellengebiete in Ost-Aleppo berichteten von Artilleriebeschuss und Jets am Himmel.

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Aleppo ist geteilt

Die syrische Armee hatte Mitte November eine Offensive auf Aleppo begonnen. Mittlerweile haben die Angreifer rund 80 Prozent des bisherigen Rebellengebietes erobert. Aktivisten melden seit Tagen heftige Angriffe auf Ost-Aleppo. Zehntausende sind geflohen. Rebellen wiederum beschossen mehrmals Aleppos Westen, der von der Regierung beherrscht wird.

Die Beobachtungsstelle berichtete, die verbliebenen Viertel unter Kontrolle der Opposition seien überfüllt, weil eine grosse Zahl an Menschen dorthin geflüchtet sei. Weitere Angriffe und Kämpfe könnten zu vielen Opfern führen.

Syrien-Gespräche sollen weitergehen

Nach Angaben der Agentur Interfax kündigte Lawrow ein Treffen russischer und amerikanischer Experten für Samstag in Genf an. Sie sollten ein Abkommen mit einer Lösung für Ost-Aleppo fertigstellen.

Für Lawrow bestand diese Lösung darin, dass alle Regimegegner die Stadt verlassen und ebenso die Zivilisten, die das wünschten. Der Minister hatte am Rande der OSZE-Konferenz auch mit seinem US-Kollegen John Kerry gesprochen.