Zum Inhalt springen
Inhalt

Wahlen in Grossbritannien «Brüssel will einen Austritt Grossbritanniens verhindern»

EU-Kommissionspräsident Juncker hat Cameron zu seinem Wahlsieg gratuliert. Er will den britischen Premier bald zu Gesprächen treffen. SRF-EU-Korrespondent Oliver Washington sagt, eine EU ohne Grossbritannien wäre nicht im Sinne Brüssels. Dennoch habe die Kompromissbereitschaft der EU klare Grenzen.

Grossbritaniens Premier David Cameron.
Legende: EU ohne Grossbritannien? Cameron versprach seinen Wählern ein Referendum über einen EU-Austritt. Keystone/Archiv

Grossbritanniens Premierminister David Cameron hat seinen Wählern ein Referendum über einen möglichen EU-Austritt versprochen. Die Krux werde sein, mit der EU einen Kompromiss zu finden, den Cameron am Ende zu Hause als Sieg verkaufen könne, sagt SRF-EU-Korrespondent Oliver Washington.

Ein Austritt Grossbritanniens wäre für die EU ein gewaltiges Erdbeben.
Autor: Oliver WashingtonSRF-EU-Korrespondent

«Hier in Brüssel möchte man einen Austritt Grossbritanniens verhindern. Denn das wäre für die EU ein gewaltiges Erdbeben», so Washington. Allerdings sei der Spielraum klein, um den Briten entgegenzukommen und die Bedingungen ihrer Mitgliedschaft neu zu verhandeln.

Keine grundsätzlichen Konzessionen

Der EU-Korrespondent begründet seine Aussage folgendermassen: Erstens sei die Zeit knapp. Will Cameron wie angekündigt bis spätestens 2017 ein Referendum über einen möglichen EU-Austritt Grossbritanniens durchführen, «dann bleibt nur wenig Zeit für Verhandlungen».

Zweitens sei die Bereitschaft der Zentrale in Brüssel aber auch der EU-Mitgliedstaaten zu grundsätzlichen Konzessionen nicht sehr gross. «Dabei denke ich beispielsweise an Konzessionen mit Blick auf die Personenfreizügigkeit.»

Cameron hatte Einschränkungen beim Prinzip der Freizügigkeit für Arbeitnehmer gefordert und dies mit dem Zuzug von Osteuropäern nach Grossbritannien begründet.

Washington geht davon aus, dass die EU höchstens zu symbolischen Konzessionen bereit sein wird. «Die EU könnte sich bereit erklären, den Missbrauch der Personenfreizügigkeit wirklich zu bekämpfen oder Grossbritannien bei einem weiteren Ausbau des Binnenmarktes entgegenzukommen.»

Juncker lädt Cameron nach Brüssel

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker habe Cameron zu dessen Wahlsieg gratuliert, sagte der Chefsprecher der Kommission. Die Brüsseler Behörde sei bereit für eine konstruktive Zusammenarbeit mit der britischen Regierung. Juncker wolle Cameron bald zu einem Gespräch treffen.

Oliver Washington

Porträt Oliver Washington

Oliver Washington ist seit 2003 bei SRF. Ab 2007 war er Mitglied der Inland-Redaktion, seit 2014 ist er EU-Korrespondent in Brüssel. Washington hat Soziologie, Geografie und Wirtschaftsgeschichte studiert.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

21 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Ch. Gerber, Basel
    @Brüssel: Überlegt mal warum immer mehr sich gegen die EU entscheiden und weg wollen? Es gibt nicht nur einen Grund. Doch anstelle eure Fundementalen Probleme zu lösen, behaart ihr auf Verträge welche nur Kontrapoduktiv sind. Da schiesst man sich nicht nur ins eigne Bein... Wie ein Sprichwort sagt: Was Hänschen nicht lehrnt, lehrt Hans nimmer mehr...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von tom rosen, erlenbach
    Ein wunderbarer Tag. Für England (und Britannien), die Schweiz, für die Freiheit, die Selbstbestimmung und für die Demokratie generell. Denn die Menschen in GB haben bewiesen, dass sie sich weder von der geballten Schreibwut der Labour sympathisierenden Weltpresse noch von der EU-Lobby beirren lassen. Respekt! Ein Denkzettel, den die Technokraten in Brüssel noch nicht verstehen. Werden sie aber nach der Wahl in F. Und schon sieht die (EU-)Welt für uns in der CH wieder ganz viel besser aus.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hanspeter Schwarb, Eiken
    Grossbritanniens Wirtschaft wird überschätzt. Das einzige was dort läuft ist die Finanzindustrie. Die City of London. Das ist auch der Grund, warum Brüssel gegen einen Austritt aus der EU ist. Die Engländer wollen ihren Finanzplatz deregulieren und mit der EU nicht kooperieren. Die Industrie Englands ist schon lange drittklassig. Da verliert Europa nicht viel, wenn die Britten den Kopf schütteln, soweit man einen Kopf noch schütteln kann, der bis zum Hals im Arsch der Amis steckt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen