Zum Inhalt springen

Italiens neue Regierung Italiener in der Schweiz ticken anders

Die in der Schweiz lebenden Italiener sind zwar nicht gerade in Massen an die Wahlurnen geströmt. Hätten jedoch nur ihre Stimmen gezählt, wären die Wahlen in Italien anders herausgekommen. Mit klaren Siegern.

Ein zerrissenes Wahlplakat der Partei von Silvio Berlusconi
Legende: Das Berlusconi-Lager ist in der Schweiz deutlich kleiner als in Italien. Keystone

Die Parlamentswahlen in Italien haben ein Patt ergeben. Weder das Mitte-Links-Lager von Pier Luigi Bersani, noch die von Silvio Berlusconi angeführten Rechten können derzeit alleine eine Regierung bilden.

Hätten nur die in der Schweiz lebenden Italiener das Sagen gehabt, hätte es keine Zitterpartie gegeben. Das italienische Innenministerium hat dazu erstmals detaillierte Zahlen veröffentlicht.

Klare Verhältnisse bei den Abgeordneten…

Klarer Sieger bei den in der Schweiz lebenden Italienern ist das Bündnis von Bersani. Dieses Lager vereinigte hier 36,5 Prozent der Stimmen für das italienische Abgeordnetenhaus auf sich; in ganz Italien waren es nur deren 29,5 Prozent.

Wahlen in Italien (Abgeordnetenkammer; Stimmen in Prozent)

GesamtergebnisStimmen aus der Schweiz
Pier Luigi Bersani29,536,5
Silvio Berlusconi29,117,3
Beppe Grillo25,513,7
Mario Monti10,526,1

An zweiter Stelle folgt der in Italien weit abgeschlagene Mario Monti. Das Bündnis von Berlusconi folgt bei den hier lebenden Italienern mit einem rechten Abstand nur auf Rang 3. Der Komiker Beppe Grillo schafft es an die vierte Stelle mit bescheidenen 13,7 Prozent der Stimmen, verglichen mit 25,5 Prozent im Gesamtergebnis.

… und im Senat

Im Senat hat das Mitte-Links-Lager von Bersani laut dem Gesamtergebnis zwar ebenfalls einen knappen Vorsprung erreicht. Berlusconi und die überraschend starke Anti-Establishment-Bewegung des Komikers Grillo können allerdings in dieser Kammer unliebsame Gesetzesvorhaben anderer Lager abblocken.

Die in der Schweiz lebenden Italiener haben auch hier anders entschieden: Am meisten Stimmen gaben sie dem Lager von Bersani, gefolgt von Monti. Berlusconi liegt erst an dritter Stelle, vor der Bewegung des Komikers Grillo.

Wahlen in Italien (Senat; Stimmen in Prozent)

Gesamtergebnis Stimmen aus der Schweiz
Pier Luigi Bersani31,635,8
Silvio Berlusconi30,718,1
Beppe Grillo23,813,6
Mario Monti9,127,7

Markante Unterschiede gibt es auch bei der Wahlbeteiligung. Im Gesamtergebnis liegt sie bei 75,2 Prozent, wie eine Zusammenstellung der Online-Ausgabe der italienischen Tageszeitung «La Repubblica» zeigt.

In der Schweiz gingen gerade einmal 37,9 Prozent der in Italien Wahlberechtigten an die Urne.

Legende: Video Patt nach den Wahlen in Italien abspielen. Laufzeit 4:46 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 26.02.2013.

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von A. Planta, Chur
    Und wir Schweizer sind doch gute Vorbilder! Nur so erkläre ich mir, dass die beiden Politclowns bei den in der Schweiz wohnhaften Italiener viel weniger Zustimmung erhielten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von franz schleiniger, montecatini/italien
    Das Ergebnis sollte vor allem den Schweizer Medien zu denken geben. Falsch informiert, Tendenziös informiert.Insbesondere die Zahlen Berlusconi und Monti zeigen die partaische Haltung der Medien. Von Berlusconi gibt es noch anderes zu berichten als Bunga Bunga, zum Beispiel seine Popularität im Volk. Monti wurde hochstilisiert wie ein Messias. Monti ist abgestraft worden. Von Grillo wurde praktisch nie berichtet. Schweizer Berichterstatter in Rom, Note ungenügend!!!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Dario Job, Canobbio
    Für Berlusconi wählten vor allem der Norden mit der Lombardei und dem Veneto. Von diesen beiden Regionen kommt aber kaum ein Italiener in die Schweiz, da die Wirtschaft hier relativ stark ist. Die meisten Italiener in der Schweiz stammen aus 'Mitte-Italien', dass sehr links-lastig ist.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Eva Hummel, Glarus
      Stimmt nicht ganz. Das Veneto war nicht immer eine wohlhabende Region, im Gegenteil es war eine klassische Auswanderer Region. Es gibt viele in der Schweiz die ihre Wurzeln im Veneto haben. Das könnte sogar ein Grund sein, dass die Lega dort stark ist, die haben in der Schweiz gelernt, dass es noch etwas anderes gibt als den Zentralstaat.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen