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Menschen lehnen erschöpft an ein pinkes Auto an, ein Mädchen schläft auf eines Mannes Schoss.
Legende: Die meisten Flüchtlinge wollen nicht in Griechenland bleiben, sondern über den Balkan Mittel- und Nordeuropa erreichen. Keystone
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International «Wasser, damit die Menschen wenigstens nicht verdursten»

Wegen ihrer Lage nahe der türkischen Küste sind die griechischen Inseln ein bevorzugtes Ziel von Flüchtlingen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan. Auf Kos herrscht bereits Ausnahmezustand. Und auch die Insel Lesbos sei «am Rande des Zusammenbruchs», warnen Hilfsorganisationen.

Der beispiellose Flüchtlingsandrang überfordert die Ägäis. Die Zahl der Flüchtlinge sei in den vergangenen Tagen «dramatisch» gestiegen, erklärte das International Rescue Committee (IRC). Die Behörden könnten den Andrang nicht bewältigen.

Zurzeit harren alleine auf Lesbos fast 8000 Flüchtlinge aus. Die Fähren zum Festland sind laut IRC-Koordinator Kirk Day jedoch bis Mitte kommender Woche ausgebucht. Wenn nicht bald weitere Schiffe zur Verfügung gestellt würden, könnten bis zu 20'000 Flüchtlinge auf Lesbos stranden, warnt das Hilfswerk.

Die Insel in der Ostägäis hat 90'000 Einwohner. Im Sommer halten sich zudem tausende Touristen auf Lesbos auf. Auch die freie Journalistin Eleni Klotsikas hat sich ein Bild der Lage vor Ort machen können: «Jede Nacht kommen neue Flüchtlinge an. Sie campieren auf dem Boden vor dem Hafen. Auf den Strassen, zwischen den Autos – teilweise unter den Autos, um Schatten zu finden.»

Auffanglager der Insel ist überfüllt

Die Menschen setzten mit Schlauchbooten vom nahegelegenen türkischen Festland über. «Wenn sie von der Küstenwache entdeckt werden, zerstechen sie ihre Boote», erklärt Klotsikas. «Denn sie haben Angst, zurückgedrängt zu werden.»

Die meisten Flüchtlinge hätten zudem keinen Zugang zu sanitären Anlagen und Essen, denn das Auffanglager auf Lesbos sei bereits voll, so die Journalistin. «Der Bürgermeister von Lesbos ist ziemlich verzweifelt.»

Er habe zwar ein paar Zelte aufstellen lassen und einen Trinkwassertransfer zweimal am Tag organisiert, «damit die Menschen wenigstens nicht verdursten». Doch für weitere Hilfsmassnahmen fehlten ihm die Mittel.

Massiver Anstieg in wenigen Tagen

Letzte Woche sind nach Angaben des UNHCR, des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlinge, innert weniger Tage fast 21'000 Flüchtlinge von der türkischen Küste über das Meer nach Griechenland gekommen – beinahe halb so viele wie im gesamten vergangenen Jahr. 2014 hat das Land insgesamt 43'500 Flüchtlinge registriert.

Video
Kos-Flüchtlinge werden nach Piräus gebracht
Aus Tagesschau vom 20.08.2015.
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29 Kommentare

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  • Kommentar von Christa Wüstner , Reinach
    Manchmal platzt auch dem friedlichsten Menschen der Kragen...Wasser bedeutet Leben... Das Flüchtlinge zurück müssen ist mehr als notwendig. Aber doch nicht so. Sollen sie als Tote zurückgebracht werden ? ?
  • Kommentar von H. Bernoulli , Zürich
    Das angerichtete Chaos geht zur Hauptsache auf das Konto der USA, welche hemmungslos auch den islamischen Staat unterstützen. Der Krieg in Syrien wurde vom Westen vorbereitet. Usw. Ein Insider packt aus: "Officials: Islamic State arose from US support for al-Qaeda in Iraq A former Pentagon intelligence chief, Iraqi government sources, and a retired career US diplomat reveal US complicity in the rise of ISIS".
  • Kommentar von Paul Gelzer , Zug
    Unsere Asylindustrie macht sich durch ihre Ignoranz der Fakten zu Helfershelfer krimineller, weltweit operierender Schlepperbanden und ist für solche Fiaskos eindeutig mitverantwortlich. Die Flüchtlingsströme werden erst dann abreissen, wenn eine europaweite Politik endlich Zeichen gegen illegale Migration setzt und eindeutige Signale ins Ausland sendet, anstatt weiterhin die Augen vor der eigentlichen Realität zu verschliessen.