Weiteres Opfer nach Brandanschlag im Westjordanland

Der mutmasslich von radikalen Siedlern verübte Brandanschlag auf das Haus einer palästinensischen Familie hat ein zweites Todesopfer gefordert. Am 31. Juli hatten Unbekannte in Duma Brandflaschen in zwei Häuser geworfen – ein Junge starb. Nun erlag auch dessen Vater seinen schweren Verletzungen.

Drei Männer inspizieren eine ausgebrannte Wohnung. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Beim Brandanschlag erlitt ein 18 Monate altes Kind so schwere Brandverletzungen, dass es starb. Reuters

Eine Woche nach dem Tod eines palästinensischen Kleinkinds bei einem schweren Brandanschlag im Westjordanland ist auch der Vater der Familie gestorben. Saad Dawabscha erlag in einem israelischen Spital seinen schweren Verletzungen.

Das teilte ein Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde mit. Nach Angaben der Autonomiebehörde liefen Verhandlungen mit den israelischen Behörden zur Rückführung des Leichnams für die Beerdigung.

Auch die Familie Dawabscha in dem Dorf Duma im Norden des Westjordanlands bestätigte den Tod des Vaters. Auf das Haus der Familie und ein weiteres Gebäude waren in der Nacht zum Freitag vergangener Woche Brandsätze geworfen worden – offenbar von radikalen jüdischen Siedlern.

Krawalle nach Anschlag

In den Flammen verbrannte der anderthalbjährige Ali. Ausser dem Vater wurden auch die Mutter Riham und der vierjährige Bruder Ahmed lebensgefährlich verletzt.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu schrieb damals in einer Mitteilung, er sei schockiert über die «entsetzliche Tat». Die israelische Regierung verurteile den terroristischen Akt. In der Folge kam es im Westjordanland zu Krawallen.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Tote im Westjordanland

    Aus Tagesschau vom 1.8.2015

    Im Westjordanland sind drei Palästinenser bei Zusammenstössen mit der israelischen Armee getötet worden. Grund für die Gewalteskalation ist ein Brandanschlag, bei dem gestern ein palästinensisches Kleinkind umgekommen war.