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Legende: Audio «Allzeithoch» bei den Rüstungsausgaben abspielen. Laufzeit 01:47 Minuten.
Aus HeuteMorgen vom 29.04.2019.
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Weltweites Aufrüsten So hohe Ausgaben wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr

Mit rund 1.82 Billionen Dollar haben die weltweiten Rüstungsausgaben im vergangenen Jahr den höchsten Wert seit 1988 erreicht.

Auf 239 Dollar pro Jahr belaufen sich mittlerweile die durchschnittlichen Rüstungsausgaben pro Kopf – Säuglinge und Greise, alle mitgerechnet. Sipri-Direktor Dan Smith spricht gegenüber SRF von einem Allzeithoch. Man sei leider zurückgekehrt zu einer Situation, wie sie im Kalten Krieg vorherrschte: mit Spannungen, Konflikten und Aufrüstung.

Legende:
Anteil an den weltweiten Militärausgaben in Prozent, *Schätzungen, **letzter Platz von 40 Staaten Sipri

Auch die USA, die in den Jahren zuvor abgerüstet haben, haben 2018 ihren Rüstungsetat wieder kräftig hochgefahren. Die Chinesen tun das nun seit 24 Jahren ohne Unterbrechung. Die beiden Grossmächte geben damit inzwischen mehr Geld fürs Militär aus alle übrigen Nationen zusammen.

China hat weniger Ausgaben, aber höhere Kampfkraft als die USA

Finanziell betrachtet liegen die USA noch immer deutlich vorn; sie investieren mehr als doppelt so viel wie China. Doch gemessen an der Kampfkraft dürfte der Unterschied deutlich geringer sein.

Aufgrund der wesentlich niedrigeren Kosten, unter anderem beim militärischen Personal, erwirbt Peking pro Dollar mehr Kampfkraft als Washington. Ausserdem sind US-Hochtechnologiewaffen zwar enorm viel teurer als chinesische, vermutlich aber nurmehr geringfügig potenter.

Russland und Saudi-Arabien schrauben leicht zurück

In den höheren Rüstungsausgaben spiegele sich, dass es nach einer Phase der Beruhigung zu Beginn dieses Jahrhunderts inzwischen wieder mehr Kriege und Konflikte gibt, sagt Sipri-Chef Smith. Es zeige, wie unsicher sich die Welt derzeit wiederum präsentiere.

Anteil der Militärausgaben ausgesuchter Länder am BIP in Prozent (Sipri), * Schätzungen

Saudi-Arabien8.8*
Israel4.3
Pakistan4.0
Russland3.9
USA3.2
Iran2.7
Südkorea2.6
Türkei2.5
Indien2.4
Frankreich2.3
China1.9*
Vereinigtes Königreich
1.8
Deutschland1.2
Japan0.9
Schweiz0.7 (letzter Platz von 40 Staaten)

Auch in Europa, vor allem in Osteuropa, wo viele Länder sich erneut von Russland bedroht fühlen, steigen die Militärausgaben stark an. Die russischen hingegen sind nach mehrjährigem Wachstum diesmal leicht gesunken. Auch jene Saudi-Arabiens sind, freilich auf sehr hohem Niveau, neuerdings leicht rückläufig, während die Türkei massiv mehr investiert.

Punkto Militärausgaben rangiert die Schweiz weltweit auf Platz 38, also im Umfeld von Ländern wie Belgien, Griechenland oder der Ukraine.

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48 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Matzler  (wmatz)
    Da haben doch die Angestellten in den Rüstungsfirmen Arbeit und Auskommen. Andernfalls wären sie arme arbeitslose Sozialhilfeempfänger. Ist doch gut so - oder etwa nicht?
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  • Kommentar von Beni Fuchs  (Beni Fuchs)
    Darum ist die Erde heute so friedlich und frei von Krieg, Gewalt und Zerstörung. Weil uns Aufrüstung Sicherheit und hohe Lebensqualität bietet. Wozu also noch Geld ausgeben für Bildung, Gesundheitswesen, Sozialhilfe, das ist doch in Kampfjets, Langstreckenraketen und Landminen viel besser investiert, respektive, ist ja logisch und egal, wenn nach der Finanzierung des Militärbudgets die Kassen leer sind. Wozu eine soziale Grundversorgung? Wir sind doch keine Kommunisten!
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    1. Antwort von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
      Sie haben noch vergessen zu erwähnen, dass Multilateralismus nur Krieg und Zerstörung bringt, während Nationalismus direkt zu Weltfrieden führt. (Um sicherzugehen: Das war Ironie).
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  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    Solange die Demokratien stärker sind als die Diktaturen bin ich beruhigt. Denn eines kann man sich merken: Der Homo Sapiens Sapiens ist eher feige: Der greift immer nur Schwächere an! Siehe die Prahlhanse, wenn sie in der Gruppe sind, die Machos auf dem Pausenplatz, Hitler auf die unverbereiteten Polen, Saddam auf das kleine Kuweit, usw. usf. Nein, zur Zeit fühle ich mich sehr sicher. Allerdings holen die Chinesen, Türken und Saudis mächtig auf.
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