Weniger Treibhausgase: Brüssel macht ernst

Die EU-Kommission will den Ausstoss von Schadstoffen reduzieren. Den EU-Staaten will sie vorschreiben, wie viel ausgestossen werden darf. Dabei gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Ländern.

Rauchender Kamin eines Kohlekraftwerkes in Polen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Polen darf etwas mehr sündigen als andere EU-Staaten, weil es auf die Kohlekraftwerke angewiesen ist Keystone

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Zwei Grad weniger

Die 28 EU-Staaten hatten 2015 auf der Weltklimakonferenz in Paris zugesagt, den Anstieg der Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen. Dafür will die EU bis 2030 den Ausstoss von klimaschädlichem CO2 bis 2030 um 40 Prozent gegenüber 1990 verringern.

Im Kampf gegen den Klimawandel gibt die EU-Kommission den Mitgliedsländern erstmals nationale Ziele zur Reduzierung von Treibhausgasen vor. Es dürfte darüber harte Verhandlungen unter den Ländern geben, auch das EU-Parlament muss zustimmen.

Polen dürfen auf Kohle setzen

Die ambitioniertesten Ziele haben Schweden und Luxemburg erhalten: Sie sollen den Ausstoss von klimaschädlichen Stoffen bis 2030 um 40 Prozent im Vergleich zu 2005 verringern. Polen hat nur eine Vorgabe zur Verringerung von sieben Prozent aus Brüssel bekommen. Das Land ist weniger wirtschaftsstark und auf klimaschädliche Kohlekraftwerke angewiesen. Gar nicht reduzieren muss Bulgarien, wie aus den am Mittwoch in Brüssel präsentierten Plänen hervorgeht.

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CO2-Vorgaben für LKW

Die EU-Kommission plant Standards für den Treibhausgas-Ausstoss von Lastwagen. Das sagte EU-Vizekommissionschef Maros Sefcovic. Bisher gibt es CO2-Grenzwerte in Europa nur für PKW und Transporter. Die EU-Kommission will die Einführung neuer Biokraftstoffe und emissionsfreier Fahrzeuge bescheunigen.

Die Vorgaben basieren auf der Annahme, dass Grossbritannien Teil der EU ist. Gehört das Vereinigte Königreich nicht mehr zu der Union, müssen womöglich andere Mitgliedsländer grössere Lasten zum Erreichen der Klimaziele schultern. Grossbritannien setzt vor allem auf Atomkraft. Es soll die Treibhausgase um 37 Prozent kappen.

«Gerecht, flexibel und realistisch»

EU-Energiekommissar Miguel Arias Canete sagte, die verbindlichen nationalen Ziele seien gerecht, flexibel und realistisch. Sie würden die richtigen Anreize setzen, um Investitionen in Sektoren wie Landwirtschaft, Gebäude und Abfallwirtschaft anzuschieben.