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International WHO: Europa soll Schutzmassnahmen gegen Zika-Virus ergreifen

Die Weltgesundheitsorganisation befürchtet in den warmen Sommermonaten auch in Europa eine Verbreitung des Zika-Virus und ruft europäische Staaten zu Schutzmassnahmen auf. Besorgt zeigt sich die UNO-Behörde auch über den ersten belegten Fall einer Übertragung durch Geschlechtsverkehr.

Legende: Video Zika-Infektion durch Geschlechtsverkehr abspielen. Laufzeit 1:35 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 03.02.2016.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürchtet in den warmen
Sommermonaten auch in Europa eine Verbreitung des Zika-Virus. Sie ruft deshalb europäische Staaten dazu auf, Schutzmassnahmen zu ergreifen.

Übertragung auch durch Tessiner Tigermücken denkbar

«Jetzt ist für die Länder die Zeit sich vorzubereiten, um das Risiko für ihre Bevölkerung zu reduzierten», sagte heute WHO-Europachefin Zsuzsanna Jakab. In jedem europäischen Land, in dem Tigermücken vorkämen, bestehe im Frühjahr und Sommer das Risiko einer Verbreitung des für schwere Missbildungen bei Neugeborenen verantwortlich gemachten Virus.

Zurückhaltender ist bisher die Einschätzung des Bundesamtes für Gesundheit. Hauptübertrager des Virus sei derzeit die Ägyptische Tigermücke, währenddem im Tessin lediglich die Asiatische Tigermücke präsent sei, hiess es vergangene Woche. Dem deutschen Robert-Koch-Institut zufolge ist jedoch auch eine Übertragung durch die Asiatische Tigermücke nicht auszuschliessen.

Besorgnis über Ansteckung durch Sex

Ausserdem besteht mittlerweile Gewissheit, dass das Virus auch durch Geschlechtsverkehr direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Im US-Bundesstaat Dallas meldeten die Behörden die Infektion einer Person, die mit einem Menschen Sex gehabt habe, der aus Venezuela zurückgekehrt sei.

«Jetzt wissen wir, dass das Zika-Virus durch Sex übertragen werden kann», sagte Zachary Thompson, Direktor der texanischen Gesundheitsbehörde. Die WHO zeigte sich besorgt über die Möglichkeit der Übertragung des Virus durch Geschlechtsverkehr.

Mehr Fälle in Brasilien

Das von Stechmücken übertragene Virus grassiert derzeit in Süd- und Mittelamerika. Brasilien ist besonders schwer betroffen: Die Zahl der Zika-Infektionen wird dort auf 1,5 Millionen geschätzt.

In Brasilien ist auch die Zahl bestätigter Schädelfehlbildungen bei Babys innerhalb einer Woche deutlich angestiegen. Sie nahm von 270 auf 404 zu, wie das Gesundheitsministerium am Dienstagabend mitteilte. In 17 Fällen ist nachgewiesen, dass sich Schwangere zuvor mit dem Zika-Virus infiziert hatten. Zuvor waren es sechs Fälle.

Krisengipfel in Lateinamerika

In Montevideo treffen sich heute die Gesundheitsminister der zehn südamerikanischen Länder sowie ihre Amtskollegen aus Mexiko, Costa Rica und der Dominikanischen Republik zu Gesprächen. Dabei soll der regionale Kampf gegen das Zika-Virus abgestimmt und die Umsetzung des weltweiten Gesundheitsnotstands erörtert werden.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Christa Wüstner (Saleve2)
    Hat die WHO schon einmal davor gewarnt, dass Seuchen ausbrechen können bei diesen Völkerwanderungen. Stehen überhaupt genügend Impfstoffe bereit und wurden Vorbereitungen getroffen, vor solchen Ernstfällen. Jetzt wird das Mückenproblem so in den Vordergrund gebracht. Dabei schrieben selbst Ärzte vom Tropeninstitut, die Folgen sind nicht grösser als bei einer Grippe. Man soll sich auf schwangere Frauen konzentrieren, und hier an einem Impfschutz arbeiten.
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  • Kommentar von rené studer (rené studer)
    3) und Impfstoffforschung pumpen könnte, haben wir hier in einer ersten Stellungnahme die wichtigsten Indizien zusammengefasst.
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  • Kommentar von rené studer (rené studer)
    2) Dafür gibt es deutliche Hinweise dafür, dass in Wahrheit die in Brasilien erst kürzlich begonnenen Schwangeren-Impfungen mit Boostrix die Ursache des Ausbruchs sind. Aufgrund der akuten Gefahr, dass die Weltgesundheitsbehörde WHO bereits in den nächsten Tagen einen internationalen Gesundheitsnotstand ausruft, der von den wahren Ursachen ablenken und gleichzeitig ‒ wie vor kurzem bei Ebola ‒ Milliarden von Steuergeldern in sinnlose Medikamenten-
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