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International Wichtige Opec-Staaten frieren Ölproduktion ein

Die Ölminister wichtiger Förderländer haben sich auf eine Begrenzung der Ölförderung geeinigt. Russland als Nicht-Opec-Mitglied hat dem ebenfalls zugestimmt. Die Länder stemmen sich gegen den Zerfall des Ölpreises.

Legende: Video Erdölförderung wird gedrosselt abspielen. Laufzeit 00:17 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 16.02.2016.

Die Ölminister von einigen der wichtigsten Förderländer beschreiten neue Wege, um dem Ölpreiszerfall Herr zu werden. Sie haben sich auf eine Begrenzung der Ölförderung geeinigt.

Nachdem sich Russland, Saudi-Arabien, Katar und Venezuela auf eine entsprechende Massnahme verständigt hatten, zeigte sich Stunden später auch der Irak zu diesem Schritt bereit. Aserbaidschan dagegem will die Ölforderung nicht beschränken, erklärte der Vize-Ölminister des Landes.

Förderung auf Januar-Niveau einfrieren

Die Produktion solle auf dem Niveau vom Januar eingefroren werden, sagte Katars Ölminister Mohammad bin Saleh al-Sada nach einem Treffen mit seinen Amtskollegen aus Russland, Saudi-Arabien und Venezuela.

«Wir glauben, dass dieser Schritt den Markt stabilisieren wird», sagte er. Der Erfolg der Vereinbarung sei jedoch davon abhängig, ob sich andere Produzenten ihr anschlössen.

Hoffen, dass Beispiel Schule macht

Der saudische Ölminister Ali al-Naimi sagte, in den kommenden Monaten sollten weitere Schritte zur Stabilisierung des Marktes geprüft werden. «Das Treffen war erfolgreich», betonte er.

Er hoffe nun, dass Ölförderländer innerhalb und ausserhalb des Kartells Opec die Vorschläge übernehmen. Der Ölpreis grenzte seine Gewinne ein und notierte nur noch gut zwei Prozent fester.

Die wichtigsten Erdölproduzenten

LandFördermenge in Mio. Barrel/Tag Quelle: IAE
USA
11,8
Russland10,9
Saudi-Arabien
9,5
Kanada4,3
China4,2
Irak3,3
Iran2,8
Vereinigte Arabische Emirate
2,7
Kuwait2,6

Einfrierung ja, Kürzung (bisher) nein

Katar hatte die Energieminister Saudi-Arabiens und Russlands zu Gesprächen eingeladen, um die Lage am Rohölmarkt zu erörtern. Diese ist seit längerem durch ein viel zu hohes Angebot gekennzeichnet, weswegen die Ölpreise seit Mitte 2014 um 70 Prozent gefallen sind.

Vertreter Venezuelas waren bei den Gesprächen auch anwesend. Eine von dem Land geforderte Förderkürzung, um das hohe Überschussangebot abzubauen, wurde allerdings nicht beschlossen.

Ölpreis hat jüngste Gewinne wieder abgegeben

Saudi-Arabien ist das mächtigste Mitglied des Ölkartells Opec, dem Venezuela und Katar zusammen zehn weiteren Ländern ebenfalls angehören.

Weil die Einigung der Ölminister nur eine Deckelung, nicht aber eine Kürzung der Rohstoffförderung in Aussicht stellte, gab der Ölpreis – nach einem Anstieg im Vorfeld des Treffens – einen Teil seiner jüngsten Gewinne wieder ab. Aktuell notiert der Brent-Ölpreis bei gut 33,89 Dollar pro Barrel. Der Preis für die US-Sorte WTI beträgt 32,16 Dollar.

Studie: Jeder dritte Ölkonzern von Insolvenz bedroht

Studie: Jeder dritte Ölkonzern von Insolvenz bedroht
Wegen des massiven Ölpreisverfalls steht einer Erhebung zufolge etwa ein Drittel der Firmen in der Branche noch in diesem Jahr vor dem Aus. Von den weltweit etwa 500 untersuchten Unternehmen seien ungefähr 175 von einer Insolvenz bedroht, heisst es in einer vorgestellten Untersuchung der Unternehmensberatung Deloitte.

Sie seien mit insgesamt mehr als 150 Milliarden Dollar verschuldet und könnten sich wegen fallender Aktienkurse über Kapitalerhöhungen kaum noch frisches Geld beschaffen. «Diese Firmen haben zu lange gewartet, und jetzt sind sie in Gefahr zu sterben», sagte Deloitte-Experte William Snyder. «Es dreht sich alles um Liquidität.»

Öl ist derzeit so billig wie seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr. Zwar könnten dank Einsparungen und technischer Fortschritte inzwischen 95 Prozent der Ölfirmen den Rohstoff für weniger als 15 Dollar fördern, erklärten die Experten. Doch für manche Unternehmen dürfte das nicht reichen, um eine Insolvenz abzuwehren.

Besonders eng werde es für die Ölförderer selbst, bei Dienstleistern sehe es besser aus. Der Ölpreisverfall brachte den grossen Firmen zuletzt die schwächsten Quartalsergebnisse seit einem Jahrzehnt. BP etwa fuhr sogar einen Rekordverlust ein.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Kim Hansson (Freddy Tobler)
    Öl wird durch erneuerbare Energien je länger je weniger gebraucht. Über lang führt dies zu Preisverfall trotz Mangel, weil einfach die Nachfrage nicht mehr da sein wird. Durch Preisabsprache soll nun noch so viel Geld aus den Konsumenten gequetscht werden wie es geht, solange dies noch Möglich- und das Volk vom Öl abhängig ist.
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  • Kommentar von rené studer (rené studer)
    der kuhhandel geht wesentlich tiefer. wer versuchte den goldpreis zerfall aufzuklären wurde beim WEISSEN HAUS ausgebremst. das sind profis die das geld selber machen. rohstoffe werden zu zweischneidigen waffen umfunktioniert. fallen die preise unter die förder tarife, ist es eine frage der zeit diese FIRMEN günstig zu ÜBERNEHMEN! gold-, silberminen ... oder ölfelder. das ERKLÄRTE ZIEL für die ABSOLUTE KONTROLLE! die enteignung der bauern in den usa, bangster, agrarfirmen+behörden, dasselbe spiel
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    In wenigen Momenten zeigt sich, warum es wirklich geht. Nur Ressourcen haben einen realen Wert. Geld ist nur Tauschmittel. Man kann Es nicht essen und keine Wertschöpfung erzielen. RU hat ja außer Erdölprodukten noch viele andere strategische Ressourcen. Viele sind zentral für die Produktion aller möglichen Produkte. Das weiss auch CN, dessen Bedarf in Zukunft über Generationen enorm sein könnte. CN wird sich die Butter nicht noch einmal vom Brot nehmen lassen. Das ist zentraler Konflikt.
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