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International Wie Island den Weg aus der Krise schaffte

Vor acht Jahren hatte die Finanzkrise Island hart getroffen. Die Arbeitslosigkeit erreichte Rekordwerte von bis zu 25 Prozent. Heute, vor den Präsidentenwahlen am 25. Juni und den Parlamentswahlen im Herbst, steht Islands Wirtschaft auf gesunden Beinen. Das zeigt sich zum Beispiel im Tourismus.

Boot im Hafen von Reykjavik. Im Hintergund Hügellandschaft.
Legende: Vom Finanzcrash vor acht Jahren hat sich Island erstaunlich gut erholt. Jahr für Jahr kommen wieder mehr Touristen auf den Inselstaat im Nordatlantik. SRF; kaub

Der Flughafen Keflavik liegt mitten in einer gigantischen schwarzen Steinwüste, Zeugen längst erloschener Vulkane. Auf dem ehemaligen Militärstützpunkt der Amerikaner herrsche Grossbetrieb, betont der Vizepräsident der isländischen Fluggesellschaft Icelandair, Helgi Maur Björgvinsson: «Wir bieten von Keflavik aus wöchentlich 160 Direktflüge nach Nordamerika an – mehr als die Flughäfen von Oslo, Kopenhagen, Stockholm und Helsinki zusammen.»

Vom Fenster aus kann Björgvinsson auf jenen Vulkan sehen, der bis vor kurzem für Schlagzeilen gesorgt hat: auf den Eyjafjallajökull. «Wir waren in den letzten Jahren wegen diesem Vulkan, aber auch wegen dem Finanzcrash viel in den Medien. Doch wir haben daraus das Beste gemacht, finde ich.»

Die Zahl der Touristen schnellt in die Höhe

Vor acht Jahren war Island am Boden: Über Nacht mussten die Grossbanken verstaatlicht werden, Staat und Bewohner verschuldeten sich massiv, die Arbeitslosigkeit erreichte Rekordwerte von bis zu 25 Prozent. Seither verfolgt der Inselstaat ein striktes Regime von Kapitalkontrollen, das den Import und Export massiv behindert. Trotzdem verfügt Island heute wieder über gesunde Staatsfinanzen und eine boomende Wirtschaft. Wichtigster Motor ist der Tourismus.

Durch den Zusammenbruch der Banken und die schwere Wirtschaftskrise hatte die lange zu hoch dotierte isländische Krone fast 80 Prozent des Wertes verloren. Viele Isländer waren bereit, zu tieferen Löhnen zu arbeiten. Das liess die Zahl ausländischer Touristen in die Höhe schnellen. Die tieferen Lohnkosten ermöglichten eine umfassende Erneuerung der touristischen Infrastruktur. Mitverantwortlich für den wirtschaftlichen Erfolg sind aber auch die beiden Regierungskoalitionen der letzten acht Jahre.

Die Arbeitslosigkeit ist auf unter vier Prozent gesunken. «Nun müssen wir uns gar mit dem Gedanken anfreunden, Arbeitskräfte im Ausland anzuwerben», sagt Björgvinsson. Damit macht er deutlich, dass in Island nach Jahren der krisenbedingten Auswanderung tatsächlich neue Zeiten angebrochen sind.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Joel Ruf (tjr)
    Im Unterschied zu andereren Ländern wurden die insolventen Banken Island's 2008 nicht gerettet, die für die Kriese mitverantwortliche Regierung wurde von der Bevölkerung aus dem Amt gejagt und Banker teilweise sogar mit Gefängnisstrafen sanktioniert. Die Bevölkerung hat sich quasi gegen die korrupten Eliten des Landes erhoben und den Wandel selber herbeigeführt. Man kann den Isländern nur gratulieren. In anderen Ländern werden Banken durch Steuergelder refinanziert und nichts ändert sich...
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  • Kommentar von Rolf Künzi (Unbestimmt)
    Island ging es vor den Banken gut und auch nach den Banken, nur mit den Grossbanken kamen die Probleme. Und wie haben sie sich gewehrt? Hat es einen Schuldenerlass gegeben? Die Moral der Geschichte ist ganz einfach, hüte dich vor Grossbanken und Fremdinteressen. Nimm deine Finanzen selbst in die Hand wenn irgend wie möglich. https://youtu.be/XnrNMmXRjO4
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    1. Antwort von Margot Helmers (Margot Helmers)
      Ihr Link führt zu einen Spielfilm; mittlerweile braucht es keine Fiktionen mehr, die Realität ist viel packender und brutaler! Harald Schumann hat eine spannenden Film gedreht, wer eigentlich die Begünstigten der Banken Rettungsmilliarden sind: https://www.youtube.com/watch?v=e28FG5glRe4
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